Das Wasser ist schon sauber: Jetzt werden Körne-Oberlauf, Rüschbrink- und Kirchderner Graben renaturiert

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Ansprusvoll renaturiert werden kann, so der Lippeverband, u.a. der Kirchderner Graben in Teilabschnitten, hier im Bereich westlich der Walther-Kohlmann-Straße. (Foto: Günther Schmitz)
 
Immer noch eine schnurgerade, betonierte Rinne ist der Körne-Oberlauf im Wambeler (hier von der Rüschebrinkstraße aus fotografiert) und Körner Norden. Das Wasser ist aber bereits sauber. Ab 2017 folgt nun der naturnahe Umbau durch den Lippeverband (Foto: Günther Schmitz)

Noch sind die Oberläufe der Körne technisch ausgebaute, schnurgerade Rinnen in Betonplatten. Doch seit wenigen Monaten fließt dort kein Abwasser mehr oberirdisch. Weil Kirchderner Graben, Rüschebrinkgraben und Körne-Oberlauf jetzt sauber sind, steht in Kürze die naturnahe Umgestaltung dieser Bachläufe im Dortmunder Nordosten an.

An der Körne unterhalb der Kläranlage Scharnhorst bis zur Mündung in die Seseke in Kamen hat der Lippeverband in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich gezeigt, was technisch möglich ist: In Kurl wuchern die Weiden am Ufer wie im Urwald, Fische und Eisvogel sind wieder an der ehemaligen Köttelbecke Körne heimisch, Spaziergänger und Radfahrer genießen das Pantoffelgrün entlang des Bachlaufs. Die größten Chancen für mehr Natur bietet beim Fortsetzungsprojekt nun der Kirchderner Graben.

81 Mio. Euro für 11 km neue Abwasserkanäle


Der umfangreichste und aufwändigste Teil des Großprojekts „Knoten Scharnhorst“ ist weitestgehend umgesetzt: Rund 81 Millionen Euro investiert der Lippeverband in elf Kilometer neue Abwasserkanäle, die die offenen Köttelbecken in den Stadtteilen Scharnhorst, Kirchderne, Körne und Wambel ersetzen. Die Kanäle sind fertig, unterirdisch fließt jetzt das Abwasser zur Kläranlage Dortmund-Scharnhorst, die mit dem gereinigten Wasser die Körne speist. Damit das Kanalsystem im ehemaligen Bergbaugebiet mit seinen Senkungsmulden funktioniert, mussten außerdem Pumpwerke neu- und umgebaut werden.

Nachdem die Baustellen mittlerweile abgeschlossen sind, sieht es oberirdisch scheinbar wieder aus wie eh und je: Hinter Zäunen fließt Wasser durch betongefasste Bachläufe. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Das Wasser ist jetzt sauber! Damit ist auch der Weg frei für eine ökologische Verbesserung von Körne-Oberlauf, Rüschebrinkgraben und Kirchderner Graben.

Beim Kirchderner Graben gehören noch Erlenbach, Böckelbach und Borlandgraben dazu. Bereits fertig als ökologisch verbessertes Gewässer ist bisher der kleine Dahl-wiesenbach, der im weiteren Verlauf durch das Gewässer-Pumpwerk Scharnhorst A westlich der Flughafenstraße in die Körne gehoben wird.

Im Frühjahr 2017 will der Lippeverband mit Bach-Umbau starten


Beim Lippeverband liegen die erforderlichen Plangenehmigungen bzw. Planfeststellungen für die Gewässerumgestaltung mittlerweile vor, mit Hochdruck wird an der Ausführungsplanung gearbeitet, um im Frühjahr 2017 beginnen zu können. Fast zeitgleich sollen die Arbeiten an allen drei Gewässern starten und 2018 abgeschlossen sein.

Was ist geplant? Natürlich werden überall die Sohlschalen aus Beton entfernt, dann wird die Gewässersohle ein Stück angehoben und ein neues, leicht geschlängeltes Bachbett gestaltet. Weil sich die Umgestaltung fast überall innerhalb der heutigen Gewässertrasse abspielt, können die Bachläufe nirgendwo stark verbreitert oder in ausgeprägten Schleifen geführt werden.

Kirchderner Graben wird anspruchsvoll renaturiert


Eine Ausnahme bildet der Kirchderner Graben: An drei Stellen - westlich der Walther-Kohlmann-Straße, an dem markanten Gewässerknick bei der St.-Dionysius-Kirche und östlich der Königshütter Straße - konnte der Lippeverband am Gewässer Flächen erwerben, auf denen eine anspruchsvollere Renaturierung des Kirchderner Grabens in diesen Bereichen möglich wird.

Auch über Wege am Gewässer hat man sich beim Lippeverband Gedanken gemacht: Neben der Wiederherstellung des Radwegs an der Körne nach der ökologischen Verbesserung der Gewässer ist zumindest im westlichen Abschnitt des Kirchderner Grabens Potenzial vorhanden für einen gewässerbegleitenden Fuß- und Radweg. Darüber müssen zunächst Gespräche zwischen Lippeverband und Stadt Dortmund stattfinden.

An anderen Gewässerabschnitten wird es dagegen nichtöffentliche Betriebswege geben – entweder wenn die räumliche Situation einen öffentlichen Weg nicht zulässt oder wenn sich dadurch keine sinnvolle Wegebeziehung herstellen lässt.

Neben dem reinen Gewässerumbau kommt an einer Stelle nochmal pure Technik zum Zuge: Das alte Lippeverbands-Pumpwerk am Zusammenfluss von Kirchderner Graben und Borlandgraben wird saniert und mit neuen Maschinen, neuer E-Technik ausgestattet. Nachdem man nebenan bereits ein neues Abwasser-Pumpwerk gebaut hat, das die im Kanal fließenden Wassermengen hebt, wird das alte Pumpwerk jetzt fit gemacht, um das im Bach verbleibende Wasser auf Dauer zu pumpen.

Die Kosten der ökologischen Verbesserung für alle Gewässer im so genannten „Knoten Scharnhorst“ sind mit 18 Millionen Euro veranschlagt – viel Geld, aber auch ein großer Pluspunkt für auf die Lebensqualität in den Stadtteilen.
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