Die "Schöne Dortmunderin" in voller Blüte

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  Dortmund: Asselner Hellweg 119 |

Zum Tag der 'Offenen Gartenpforte' öffneten jetzt Ute und Klaus Siffert ihren Garten für interessierte Besucher.

Die Idee, einmal im Jahr ihren privaten Garten der Öffentlichkeit zu präsentieren, sie stammt, wen wunderts, aus England. Seit den 1990er Jahren öffnen auch zunehmend Hobbygärtner in Deutschland ihre Gärten für die Öffentlichkeit.

Das das stattliche Haus der Sifferts am Asselner Hellweg etwas Besonderes ist, zeigt sich schon am eindrucksvollen Vorgarten - er ist das Einzige, was man sonst im Vorbeifahren zu sehen bekommt. Viele in Form geschnittene Buchsbäume, riesige Rhododendren, eine schier unglaublich große Hortensie, die gerade ihre Knospen entwickelt, und ein Magnolienbaum, der rund hundert Jahre alt ist.

Er blüht nun im Juni nicht mehr, doch die vielen verschiedenen Rosensorten im Hof des Hauses stehen in voller Blüte und strömen ihren Duft. Die rosafarbene "Schöne Dortmunderin" steht mitten im Garten, viele Kletterrosen ranken an den Backsteinwänden empor. Dazwischen stehen ganz besonders beeindruckender gefüllter Edelmohn und riesige Gartenbegonien.

Ute Siffert öffnet ihren Garten zum ersten Mal für Besucher. "Im letzten Jahr war ich mit einer Freundin unterwegs und habe Gärten besichtigt. Fünf Stück haben wir geschafft." Letztendlich hat dass die Freundin Ute Siffert überredet, ihren Garten doch auch zu zeigen.

Seit 22 Jahren beackert Ute Siffert den rund 2000 Quadratmeter großen Garten. "Damals war das zum Teil noch an zwei Landwirte verpachtet, das Gelände war in einem desolaten Zustand", doch nach und nach entwickelte sich der Garten: "Ich habe immer wieder etwas neu angelegt und geändert." Auch heute noch verändert sie immer mal wieder Kleinigkeiten, pflanzt etwas Neues an.

Einmal in der Woche war damals Gartenarbeit angesagt, heute ist Ute Siffert mit ihrem Mann fast täglich im Garten: "Oft fange ich um 9 Uhr an, und bleibe dann bis 9 Uhr abends dabei", erzählt sie. Besonders die Rosen und die Buchsbäume verlangen viel Aufmerksamkeit. "Die Buchsbäume hätten eigentlich im Mai geschnitten werden müssen, ich habe sie aber erst mal so gelassen, weil sie so frisch geschnitten vom Grün hernicht gut aussehen."

Ute Siffert kennt wohl jedes Blumengeschäft und jedes Gartencenter in der Umgebung. Auch auf Reisen lässt ihr Hobby sie nicht los: "Wir kommen an keinem Gartencenter vorbei", schmunzelt Klaus Siffert. Dabei hat sie in ihrer Kindheit die Gartenarbeit gar nicht besonders geschätzt: "Immer wenn es hieß, raus zum Unkrautzupfen, hatte ich gar keine Lust dazu."

Auf den Tag der Offenen Gartenpforte haben sich Ute und Klaus Siffert gut vorbereitet. Überall stehen gemütliche Sitzgruppen und laden zum Verweilen bei Kaffee und Kuchen ein. Nur das Wetter, das spielt nicht so richtig mit. Dunkle Wolken drohen, und zwischenzeitlich regnet es sogar. Dennoch sind bis zum frühen Nachmittag schon rund 200 Gäste gekommen. Sie werden um eine Spende für das Ostpark-Hospiz gebeten, eine wohltägigeTradition, die ebenfalls von den Briten übernommen wurde. Auch der Erlös von Kaffee und Kuchen gehen an das Hospiz.

Beim nächsten Tag der Offenen Gartenpforte wird Ute Siffert wohl wieder dabei sein, auch wenn der Besichtigungstag viel Vorbereitung erfordert.

Info:

Die Geschichte der „Offenen Gärten“ geht auf eine Initiative in England zurück. Im Jahr 1927 wurde zum Andenken an Königin Alexandra der National Gardens Scheme Charitable Trust gegründet.

Die 1925 verstorbene Königin hatte sich stets für Arme und Kranke engagiert.

Anlässlich der Aktion "Offene Gärten" öffneten Gartenbesitzer ihre attraktiven Privatgärten für Besucher, mit dem Ziel, das Erlebnis mit dem Nützlichen zu verbinden und die Eintrittsgelder einem Hilfsfond für die Krankenpflege zukommen zu lassen.

In England und Wales nehmen jährlich rund 4000 Gärten teil und werden von über zwei Millionen Gartenliebhabern besucht.

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde die Aktion zunächst in Norddeutschland aufgegriffen und verbreitete sich dann rasch in allen Teilen der Bundesrepublik.

In Deutschland bleibt der Eintritt in die Gärten zum Teil frei. Viele Gartenbesitzer jedoch spenden der ursprünglichen Idee zufolge die Eintrittsgelder karitativen oder sozialen Einrichtungen.
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