Zweifel an Umsiedlungsplänen für Graureiher

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Dortmund: Kurl |

Dortmund-Kurl. Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN, die bereits im Januar angeprangert hat, dass die größte Brutkolonie des Graureihers in Dortmund durch Baumfällungen gefährdet wird, findet nun Unterstützung im Umweltausschuss und beim Umweltamt.

„Wir machen uns Sorgen um den größten Graureiherbestand in Dortmund“, sagt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN. Der Eigentümer der Waldfläche, ein Kurler Gartenbaubetrieb, teilt diese Sympathie für die Vögel offenbar nicht. Er möchte gerne, dass die Tiere in eines der nahe gelegenen städtischen Waldstücke umgesiedelt werden.

„Das wird schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Ein Graureiher-Pärchen kann man schließlich nicht so einfach zu einem Umzug animieren. Bei einer ganzen Brutkolonie ist dies umso schwieriger“, sagt Utz Kowalewski, selbst Biologe. „Wenn die Tiere vertrieben werden, kann es sein, dass sie Dortmund und das westfälische Ruhrgebiet komplett verlassen.“ Auch das Umweltamt scheint seine Zweifel zu haben, ob eine derartige Umsiedlung gelingen könnte und will sich deshalb mit Experten des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) beraten.

„Wir denken aber, dass das Umweltamt noch mehr tun kann. In besagtem Waldstück gibt es nach Angaben örtlicher NABU-Aktivisten weitere artengeschützte Tiere, wie Greifvögel oder Fledermäuse. Daher würde eine Artenschutzprüfung in diesem malträtierten Waldstück Sinn machen“, sagt Utz Kowalewski. Fest steht schon jetzt: Die große Graureiher-Populationen selbst fällt unter das Artenschutzrecht und das Bundesnaturschutzgesetz.

Doch zumindest eine Sorge konnte das Umweltamt den Politikern nehmen. Im Umweltausschuss erfuhren sie, dass der Eigentümer das Waldstück in Kurl keiner anderen Nutzung zuführen kann, selbst wenn er dies möchte. Die Fläche sei als Landschaftsschutzgebiet und auch als Bodendenkmal ausgewiesen, versicherte die Umweltbehörde den Mitgliedern des Umweltausschusses. Der gerodete Wald muss nun ohne weitere Störungen wieder nachwachsen dürfen. Und das wisse auch der Eigentümer. Dessen Gelände steht nun ohnehin im Fokus der Umweltbehörde und der Umweltschützer, da ein Teil der durchgeführten Rodungen nicht – wie vorgeschrieben – mit der unteren Landschaftsbehörde abgestimmt war. Damit liegt ein ‚Verstoß gegen das Abstimmungsgebot in Landschaftsschutzgebieten’ vor.

Sanktionen gibt es deshalb aber nicht, was Wilhelm Auffahrt (Foto), Mitglied der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN im Umweltausschuss, sehr ärgert. „Wir werden die Lebenssituation der Graureiher an dieser Stelle nun weiter genau beobachten. Auf mögliche weitere Rechtsbrüche müsse man entsprechend reagieren“, so Auffahrt.
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