Fairtrade wächst in Deutschland um 26 Prozent - Morddrohungen in Mexiko

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Die Produzentenorganisationen erhalten bei Fairtrade neben einem stabilen Mindestpreis eine zusätzliche Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Sie stieg durch die Verkäufe auf dem deutschen Markt um 30 Prozent auf 12,3 Mio. Euro. (Foto: TransFair e.V.)
 
Ein reichhaltiger Warenkorb mit fair gehandelten Produkten. (Foto: TransFair e.V.)

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Verkäufe Fairtrade-zertifizierter Produkte das stärkste absolute Wachstum seit Bestehen des Siegels: Insgesamt 827 Millionen Euro gaben Verbraucher und Verbraucherinnen 2014 für Fairtrade-Waren aus, 173 Millionen mehr als im Vorjahr. Ein Plus von 26 Prozent.

"Der deutsche Fairtrade-Markt entwickelt sich sehr dynamisch. Die absatzstärksten Produkte Kaffee, Bananen, Blumen und Kakao legen weiter kräftig zu", so TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Die Produzentenorganisationen erhalten neben einem stabilen Mindestpreis eine zusätzliche Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Sie stieg durch die Verkäufe auf dem deutschen Markt um 30 Prozent auf 12,3 Millionen Euro.

"Nachhaltige Entwicklung ist ein komplexer Prozess, der Zeit braucht und auch von vielen externen Faktoren abhängt. Der Diskurs mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist daher ein wichtiger Arbeitszweig von Fairtrade, um die Erfahrungen aus dem Fairen Handel auch in die Politik einzubringen", sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Heinz Fuchs. "Für Produktion und Handel braucht es soziale, ökologische und menschenrechtlich verbindliche Standards – und dafür ist die Politik zuständig. Als freiwilliger Standard belegt der Faire Handel, dass die Umsetzung möglich ist." Elementar sei zudem der Aufbau starker Strukturen im Süden, betonte Larry Attipoe, Direktor für Entwicklung bei Fairtrade International.

Morddrohungen in Mexiko

"Die Konkurrenz sieht solche Entwicklungen nicht gern: Inge Marcus, ehrenamtliche Fachreferentin im "Forum Fairer Handel", berichtete im Gespräch mit der Tageszeitung junge Welt von der Lage der Kaffeebauernkooperativen in Mexiko. Diejenigen, die sich zertifizieren lassen, Saisonarbeiter fair bezahlen und dafür die entsprechenden Preisaufschläge bekommen, würden von Behörden drangsaliert, von Logistik- und Handelsfirmen boykottiert und erhielten sogar Morddrohungen.", meldete die Tageszeitung junge Welt (jW) am 15. Mai 2015. Den gesamten Artikel "Inseln des Fortschritts" in der jungen Welt finden Sie hier: https://www.jungewelt.de/2015/05-15/017.php?sstr=f...

Die stärksten Produkte: Kaffee, Bananen, Blumen, Kakao

Der Gesamtabsatz von Fairtrade-Produkten stieg um 44 Prozent auf über 102.990 Tonnen. Kaffee, nach wie vor das Fairtrade-Produkt Nummer eins, legte um 18 Prozent auf 13.020 Tonnen zu. Der Marktanteil liegt bei 2,9 Prozent. Auch zu Fairtrade-Bananen griffen Verbraucher vermehrt: Der Absatz stieg um 62 Prozent auf rund 51.180 Tonnen. Damit tragen gut acht Prozent aller in Deutschland verkauften Bananen das Fairtrade-Siegel. Insgesamt 7.590 Tonnen Fairtrade-Kakao wurden eingesetzt, eine Versechsfachung gegenüber 2013. Dies ist vor allem auf die Einführung des Rohstoffprogramms für Kakao zurückzuführen. Mit knapp 336 Millionen verkauften Stielen und einem Marktanteil von 25 Prozent bleibt Deutschland größter Markt für Fairtrade-Rosen. Positiv entwickelten sich auch weitere Produktbereiche, darunter Honig, Baumwollprodukte oder Softdrinks. 79 Prozent der Fairtrade-Lebensmittel trugen im vergangenen Jahr auch ein Bio-Siegel. Weitere Informationen im Jahresbericht.

Zehn Euro pro Kopf

"Die Bekanntheit von Fairtrade wächst. 83 Prozent kennen das Siegel und 95 Prozent der Käufer vertrauen ihm“, sagte Dieter Overath. Dies ergab eine aktuelle GlobeScan-Studie. "Dank der guten Verfügbarkeit und Vielfalt stiegen die Pro-Kopf-Ausgaben auf zehn Euro pro Jahr." Overath sieht aber noch Potenzial: "In Großbritannien und der Schweiz geben die Verbraucher drei bis viermal so viel für Fairtrade-Waren aus." Da dürfte in Deutschland also noch viel Luft nach oben sein.

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