Grußwort zum neuen Jahr von Karl-Heinz Czierpka, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Brackel

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Karl-Heinz Czierpka, inzwischen schon seit über 20 Jahren im Amt als Bezirksbürgermeister des Dortmunder Stadtbezirks Brackel.
 
So könnte das neue Kino in Hohenbuschei aussehen: Das moderne und offene Design lädt die Besucher zum gemütlichen Kinoabend oder zum Verweilen auf einer der großzügigen Außenterrassen ein. (Foto: Visualisierung: Architekturbüro Hansske-Architekten)

"Schon wieder ein Jahr vorbei, ein gutes Jahr!

Symptomatisch für den Stadtbezirk Brackel: Kino Hohenbuschei! Beim Neujahrsempfang Januar 2014 im Konzerthaus wurden parteiübergreifend Rats- und Ausschussmitglieder gebrieft - und wenige Tage später gab es das erste grüne Licht für ein Projekt, dass die Planungsverwaltung überall, aber nicht in unserem Stadtbezirk verorten wollte! Über das ganze Jahr begleiteten uns Gutachten, Bebauungsplanänderungen und Änderungen der Änderungen, Stellungnahmen, Diskussionen - fast wie immer: Brackel gegen den Rest der Welt.

Premium-Kino auf Hohenbuschei kommt


Am Ende dann die Entscheidung: Gewonnen, das Kino kommt! Kurz vor der Weihnachtspause die letzte Vorstellung im Gestaltungsbeirat und die Gewissheit: Da kommt ein Premium-Kino nach Brackel, dass seinen Namen verdient! Schöne Säle mit bequemer Besesselung (Bestuhlung wäre hier ein völlig falsches Wort), gemütlich zum Kuscheln wenn´s unheimlich oder unheimlich romantisch wird, viel Platz für lange Beine und endlich können auch rollstuhlfahrende Kineasten unter uns sein. Nicht irgendwo an der Seitenrampe abgestellt, auf Hohenbuschei können sie da sitzen, wo sie hingehören: mitten zwischen ihren Freunden und ihrer Familie. So ein Kino passt gut zu uns!

Dass es dazu noch eine schöne Außengastronomie gibt, dass Firmen endlich attraktive Räume für eine Bilanz-Pressekonferenz oder Produkt-Vorstellungen finden - weitere schöne Aspekte. Der wichtigste aber: WIR haben es geschafft, alle zusammen, parteiübergreifend. Darauf sind wir zu Recht stolz!

Natürlich spannend: Die Kommunalwahl 2014. Einige neue Mitglieder kommen in die Bezirksvertretung und sogar eine neue Partei schafft den Sprung: Die Piraten. Kritisches Beäugen in den ersten Sitzungen, aber schnell wird klar: Dieser Freibeuter passt zu uns, der rudert kräftig mit, willkommen im Boot! Dass zur Wahl des Bezirksbürgermeisters wieder alle Kandidaten auf einer Liste stehen, ist keine Überraschung mehr. Auch andere Bezirksvertretungen haben uns das mittlerweile gleich getan und alle fahren gut damit!

Wichtig: der Erhalt der Brackeler Jugendfreizeitstätte


Nagelprobe Haushalt: Wir alle müssen sparen, die Verwaltung macht konstruktive Vorschläge - und alle schreien NEIN! Brackel entscheidet klipp und klar: Uns ist der Erhalt der Jugendfreizeitstätte Brauks wichtig, wir wollen nicht den Erfolg jahrzehntelanger guter Jugendarbeit mit ungewisser Prognose aus der Hand geben. Allen anderen Sparvorschlägen stimmen wir zu, einhellig. Manches tut weh, aber wir sehen das ganz pragmatisch. Niemand kann auf Dauer mehr Geld ausgeben als er einnimmt, diese alte westfälische Tugend (nicht die Schwaben haben's erfunden!) gilt auch für die Kommune!

Der Paukenschlag kommt dann kurz vor Jahresende. Der ständig steigende Zustrom von Flüchtlingen erfordert durchgreifende Maßnahmen. Überall müssen Unterbringungsmöglichkeiten entstehen, die Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf. So auch in Wickede. Die Aktiven im Ort setzen sich sofort zusammen, planen Hilfsangebote. Die ewig Gestrigen rufen NRW-weit zum Widerstand auf, sechs Nazis hetzen schließlich über Lautsprecher - doch sie dringen nicht durch. Das Sturmgeläut der altehrwürdigen Johannes-Kirche übertönt das wütende Gebrüll, dramatische Szenen am Wickeder Hellweg.

2015 ist in Teilen vorgezeichnet


Und so ist 2015 in Teilen vorgezeichnet. 150 Flüchtlinge werden an der Morgenstraße erwartet. Sie aufzunehmen, zu betreuen und wieder auf eigene Füße zu stellen - das Wickeder Netzwerk wird sich dieser Aufgabe stellen und gemeinsam mit der AWO als Träger der Wohneinrichtung versuchen, ihnen hier bei uns einen neuen Start zu verschaffen.

Das sind wir den Flüchtlingen schuldig, denn was einige unserer Mitmenschen völlig vergessen haben: Wir dürfen seit 70 Jahren in Frieden leben, ohne Krieg im eigenen Land, ohne Hunger, ohne Angst vor Bombenterror und Kriegsgewalt. Dieses ungeheure Privileg verpflichtet uns, genau wie unsere Geschichte, und wir sollten alle gemeinsam daran arbeiten, dann bleibt uns auch der innere Frieden erhalten. Und dann kann man auch die wenigen Verwirrten ertragen, die nicht viel wissen und noch weniger nachdenken.

In diesem Sinn ein erfolgreiches Neues Jahr, alles Gute, das nötige Quäntchen Glück - und Gesundheit!"

Karl-Heinz Czierpka
Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Dortmund-Brackel
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