Otto-Wels-Preis der SPD - Kein Fingerspitzengefühl bei der Namensgebung

Anzeige
Beim Otto Wels Preis zeigt die SPD wenig Fingerspitzengefühl.

Der "Otto-Wels-Wettbewerb" der SPD, bei dem sich engagierte Jugendliche dieses Jahr kreativ mit der Zukunft Europas auseinandersetzen sollen, ist gerade in der heutigen Zeit sehr sinnvoll.

Eine bittere Ironie ist allerdings die Wahl des Namensgebers. Otto Wels hat im Jahr 1914 zusammen mit der gesamten SPD-Reichstagsfraktion ausgerechnet den Kriegskrediten zustimmte, welche jene Waffen finanzierten, mit denen das Deutsche Kaiserreich Europa dann in den ersten Weltkrieg stürzte. Auch in der Kolonialfrage hatte der parteirechte Wels reaktionäre Ansichten.

Otto Wels Preis

Sein Lebenslauf besteht leider nicht nur aus der Reichstagsrede in der Wels das unvergessene Nein der SPD zu Hitlers Ermächtigungsgesetz begründete, während die KPD-Abgeordneten ihre Mandate nicht mehr ausüben konnten und die bürgerlichen Parteien diesem sogar zustimmten.

Auch während der Novemberrevolution 1918 hat Wels als Stadtkommandant von Berlin am 6. Dezember den Befehl gegeben, das Feuer auf demonstrierende Arbeiter zu eröffnen, was 16 Todesopfer zur Folge gehabt hat.

Das ändert natürlich nichts an dem unterstützenswerten Anliegen des eigentlichen Europa-Wettbewerb. Bei der Namensfindung hätte man sich nur etwas mehr Fingerspitzengefühl von der SPD gewünscht.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.