Pro Sportplatz - Bürgerinitiative erhielt Besuch von Spiegel TV

Filmteam und Protestierende.
 
Kamera und Protest am Feld.
husen kurl: sportplatz | Trotz des kurzfristigen Drehtermins am Donnerstagmorgen waren viele Mitglieder und Unterstützer der BI gekommen.
Besonders hat sich die Bürgerinitiative gefreut, dass nicht nur direkte Anlieger, sondern auch viele weiter entfernt wohnende Bürger des Stadtteils sich gegen die Naturzerstörung engagierten.
35 Bürger trafen sich trotz des schlechten Wetters am Ort des neu geplanten Sportplatzes an der Kurlerstr. Im dortigen Umfeld fanden dann die Dreharbeiten von Spiegel- Online TV statt.

Vor laufender Kamera kam natürlich in erster Linie die Sorge um das Naturschutzgebiet zur Sprache. Eine ältere Nachbarin machte als langjähriges NABU- Mitglied deutlich, was mit dem Naturschutzgebiet geschieht, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft ein Sportplatz entstehen sollte.

Da die Siedlung Hohenbuschei neuerdings direkt an der anderen Seite des Waldes im Bau ist, weichen viele Waldbewohner in Richtung Husen- Kurl aus. Fast täglich werden Rehe auf dem Feld gesehen. Auch Raubvögel und Fledermäuse werden sich kaum mit Tribüne am Waldrand, Flutlicht- und Lautsprecheranlage arrangieren können.

Aktuell brüten dort viele Vögel und Kanadagänse weiden regelmäßig am Waldrand. Zwei davon ließen sich sogar während der Dreharbeiten sehen und konnten somit auch gefilmt werden.

Dortmund hat viele, viele Industriebrachen, eine davon perfekt gelegen für eine neue Sportanlage, im Zentrum von Husen. Auch der riesige Deilmann- Parkplatz an der Husener Straße könnte für das nachmittägliche Training wunderbar umgebaut werden.
Das alles wäre wesentlich sinnvoller und Zentrumsnäher, als die jetzige Idee, in direkter Nähe eines Naturschutzgebietes und mitten im Landschaftsschutzgebiet zu bauen und dafür erneut Freiraum zu opfern. Genau dies brachten einige Protestler und natürlich Astrid Grolla von der Bürgerinitiative auch zum Ausdruck.

Natürlich sind die unmittelbaren Anwohner an der Kurler Straße auch besorgt um ihre Ruhe und fürchten Vandalismus. Kostproben, als sie öffentlich gegen den Standort protestieren, haben sie ja bereits bekommen – Sachbeschädigungen, nächtliche Drohanrufe, unverlangte Pizza- und Taxibestellungen, Verleumdungen. Das ganze Programm an unschönen Meinungsäußerungen wider die Gegner des Sportplatzes an dieser Stelle.

Die Bürgerinitiative und die Anwohner schätzen die Jugendarbeit des Sportvereines sehr. In Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit und damit verbundener Perspektivlosigkeit, ist die Jugendarbeit der Vereine immer wichtiger geworden. Diese Arbeit wird daher von der BI auch unbedingt anerkannt. Niemand würde sich, und das wurde mehrfach betont, aufregen, wenn nur ein Bolzplatz für die Kinder im Feld entstünde.

Aber eine professionelle Anlage mit Tribünen etc. kann die Natur dort nicht verkraften.


Es ist schon mehr als bedenklich, wenn in der heutigen aufgeklärten Zeit immer noch nicht von SPD und CDU verstanden wird, das Natur- und Umweltschutz zunehmend wichtigere Errungenschaften sind.
Diese gilt es daher auch hier mehr denn je zu verteidigen.
Ein verträgliches Miteinander von Anwohnern, Sport und Natur wäre auch in Husen- Kurl, nur eben an anderen Stellen, durchaus möglich.

Angesprochen wurde auch, dass in der Nähe von Krankenhäusern Schilder auf der Straße zur Ruhe ermahnen. Hier jedoch soll auf das in unmittelbarer Nähe gelegene Pflegeheim und Krankenhaus keine Rücksicht genommen werden.

Geradezu grotesk ist es, wenn ausgerechnet auch in direkter Nachbarschaft zum Körnebach ein derartiges Projekt verwirklicht werden soll. Den Körnebach hat die Emschergenossenschaft gerade mit Millionenaufwand erfolgreich renaturiert. Mit der positiven Folge, das sich dort bereits viel schützenswertes aus Fauna und Flora angesiedelt hat. Und jetzt will man das alles wieder gefährden?

Eine Familie, die im letzten Jahr erst ein Haus an der Kurler Straße gekauft hatte, sagte, dass, wenn sie von den Plänen vorher gewusst hätten, sie woanders hingezogen wären.

Nach fast einer Stunde Drehzeit gingen Filmteam und Protestierende wieder auseinander und die Protestierenden sind jetzt sehr gespannt, was davon demnächst im TV zu sehen sein wird.

Die bisher bekannten Sendetermine sind:

29.4.2012 auf RTL ab ca . 22:00 Uhr
und
30.4.2012 auf NTV um 19:10
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2 Kommentare zum Beitrag
6
Bea Priebe aus Dortmund-Ost am 16.05.2013 um 16:55 Uhr  
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