„Unter anderem hat sich mit Ludger Wilde auch der Amtsleiter des Planungsamtes angesagt. Da sollten keine Fragen offen bleiben“, hofft Brackels Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka, als Anwohner der Steinbrinkstraße von den Plänen nördlich des Flughafens auch persönlich betroffen. Der Ost-Anzeiger sprach mit ihm...
Ost-Anzeiger: Herr Czierpka warum gibt es diese Veranstaltung bereits im Vorfeld der Planverfahren?
Karl-Heinz Czierpka: Die Erfahrung zeigt, dass solche Planungen schnell eine Eigendynamik entwickeln. Und wenn erst einmal rechtskräftige Beschlüsse vorliegen, kommt Widerstand zu spät. Daher wollen wir bereits vor Eintritt in solche Planungsphasen zeigen, dass eine derartige Flächenpolitik nicht verträglich durchzusetzen ist.
Die Informationsveranstaltung wurde zunächst von der Aktionsgemeinschaft „Grün statt Grau“ geplant, nun führt sie die Bezirksvertretung durch. Warum?
Die Bezirksvertretung hat Idee und Termin von der Aktionsgemeinschaft übernommen, weil es ihr als Gremium der kommunalen Selbstverwaltung besser möglich ist qualifizierte Gesprächspartner aus den Stadtämtern für die Erläuterungen und Fragen an den Tisch zu bekommen. So erhoffen wir uns eine ertragreiche und informative Veranstaltung, in der alle offenen Fragen beantwortet werden können.
Warum misst die Bezirksvertretung den Planungen eine derart hohe Bedeutung bei?
Es geht hier nicht um Planungen für eine kleine Gewerbefläche oder ähnliches, hier soll ein riesiger Freiraum bebaut werden und u.a. ein schon durch die Flughafennähe belastetes Wohngebiet völlig von Gewerbeflächen umschlossen werden. Eine solche Planung hat es in Dortmund noch nie gegeben. Und man sucht auch bundesweit vergebens nach Beispielen.
Die neuen Gewerbeflächen würden neue Arbeitsplätze schaffen und der Stadt helfen von ihren Schulden herunter zu kommen, heißt es...
Der Stadtbezirk Brackel ist immer ganz vorn mit dabei wenn es um die Schaffung neuer Arbeitsplätze geht. Nicht ohne Grund sind wir schon heute der Stadtbezirk mit dem höchsten Gewerbe-Flächenanteil. Und selbst in der jetzigen Situation hat sich die Bezirksvertretung mit 9 ha neuen Gewerbeflächen am Buddenacker direkt an der Trasse der B 1 einverstanden erklärt. Aber Stadtplanung kann sich nicht nur an der Frage der Arbeitsplätze ausrichten, die Attraktivität von Wohnsiedlungen und ganzer Ortschaften darf nicht unter dem alleinigen Gesichtspunkt der Wirtschaftsförderung zerstört werden. Das gleiche gilt für finanzielle Überlegungen - auch hier kann man nicht allein darauf schauen, wo man Geld durch Flächenverkäufe erzielen kann, man muss auch die Folgen und die Folgekosten im Blick haben.







