Verkaufsoffen - und kaum einer öffnet // Wohl nur wenige unmittelbare Anlieger des Brackeler Oktoberfest-Geländes werden sich beteiligen

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Trubel auf der Einkaufsmeile Brackeler Hellweg - wie hier im Advent 2014 - wird's am Sonntag wohl nicht geben. (Foto: Günther Schmitz)
 
Frank Wahl, 1. Vorsitzender des Brackeler Gewerbevereins. (Foto: Günther Schmitz)

Stell' dir vor, es ist verkaufsoffener Sonntag und kaum ein Geschäft macht auf. So wird's wohl am 2. Oktober sein in Brackel.

Frank Wahl, 1. Vorsitzender des Brackeler Gewerbevereins (BGV), kann nur verständnislos mit dem Kopf schütteln, dass das Ordnungsamt in seiner kurzfristigen Genehmigung des vom Gewerbeverein beantragten verkaufsoffenen Sonntags zum Brackeler Oktoberfest am 2. Oktober restriktiv die Flughafenstraße als Shopping-Grenze nach Westen gezogen hat. Auch weil die Arbeitsgemeinschaft Brackeler Vereine (ABV) als Festveranstalterin "nur" 1000 Festbesuchern pro Tag erwartet, ein verkaufsoffener Sonntag von 13 bis 18 Uhr in ganz Brackel jedoch deutlich mehr Kunden in den Ort locken würde.

Lediglich unmittelbare Anlieger des Festgeländes und der Blumenhandel am östlichen Brackeler Hellweg neben der Kommende dürften morgen tatsächlich öffnen, schätzt Wahl. Doch nicht einmal der Edeka-Markt, der mitmachen dürfte, werde sich beteiligen.

Wahls Vorgänger im BGV-Vorsitz, Drogist Hans Borgmann, der mit seiner Parfümerie ebenfalls nicht öffnen darf, habe extra noch mal nachgerechnet, berichtet Wahl: Insgesamt sechs Geschäfte dürften laut Vorgaben der Stadt öffnen, über 40 entlang der eigentlichen Einkaufsmeile des östlichen Brackeler Hellwegs usw. dürfen es dagegen nicht.

Zum Brackeler Weihnachtsdorf im Advent sehe es ganz anders aus, merkt indes Brackels Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka in Sachen verkaufsoffener Sonntag an: "Da werden viel mehr Besucher erwartet und da wird es dann auf dem gesamten Hellweg möglich sein, die Geschäfte zu öffnen. Das hat die Verwaltung bereits signalisiert." Auch die besondere Situation der Straßendörfer am Hellweg mit ihren langgestreckten Einkaufsmeilen werde die Verwaltung berücksichtigen.

Frank Wahl kann indes nicht nachvollziehen, warum dann der verkaufsoffene Sonntag am 2. Oktober in der Dortmunder City weniger restriktiv genehmigt worden ist: "Das Pfefferpotthast-Fest dürfte doch deutlich weniger Besucher anlocken als die geöffneten Geschäfte Kunden..."

Czierpka verweist aber auch auf Folgendes: "Letztlich hat uns der vielfache Missbrauch der letzten Jahre die nun geltenden harten Regelungen eingebracht. Vor allem Einkaufszentren haben hier offensichtlich skrupellos einfache Tanz- und Musikdarbietungen von teilweise fragwürdiger Qualität zu ,Brauchtumsfesten' hochstilisiert und daran ihre verkaufsoffenen Sonntage festgemacht. Kein Wunder, dass diese Praxis erfolgreich beklagt wurde."

Der Bezirksbürgermeister, der sich in seiner Leitungsfunktion im Stadtbezirksmarketing Brackel stets auch für die Gewerbetreibenden stark gemacht hat, ergänzt: "Nun müssen sich alle an die geltende Rechenregel halten. Da bringt es auch nichts, Zahlen für ein Brauchtumsfest im Vorfeld ,hochzulügen'. Künftig wird die Verwaltung die realen Zahlen der letzten Jahre auswerten. Es gibt nur eine Lösung, um einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigt zu bekommen: Ein attraktives Fest mit interessanten Angeboten. Das lockt viele Menschen ins Dorf, und dann wird auch der verkaufsoffene Sonntag automatisch ein Erfolg."

P.S.: Frank Wahl, Chef im Fischrestaurant "wahl fisch", nicht weit ab vom Oktoberfest-Areal am Hellweg gelegen, wird sich übrigens auch an seine üblichen Öffnungszeiten halten. Und da heißt es: Sonntag und Montag geschlossen...
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