Vierspuriger Hellweg in Brackel nicht mehr nötig // Bürger und Politiker machen sich Gedanken beim Aufwertungs-Workshop "Hellweg 2020"

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Der Brackeler Hellweg muss sich verändern, damit er künftig geänderte Aufgaben wahrnehmen kann. Wie? Damit befasste sich der Workshop "Hellweg 2020". (Foto: Thomas Lau)
Dortmund: café balou |

Im Wintergarten des Brackeler "café balou" gingen am Samstag (4.3.) unter Regie der Bezirksvertretung (BV) Brackel 30 interessierte Menschen aus Politik und Bürgerschaft beim Workshop "Hellweg 2020" das komplexe Thema der geplanten Aufwertung des Brackeler Ortskerns an.

Klare Fragestellung: Wie muss sich der Hellweg verändern, damit er in Zukunft geänderte Aufgaben wahrnehmen kann?

Die Stadtverwaltung, vertreten durch den Bereichsleiter der Mobilitätsplanung Winfried Sagolla und sein Team, steht vor der Aufgabe, die Haltestellen der Stadtbahn barrierefrei zu gestalten. Dies schreibt der Gesetzgeber bis zum Jahr 2020 vor. Das allein ist ein Prozess, der tiefgreifende Änderungen am Hellweg erforderlich macht: es wird daher zu vielen Baumaßnahmen kommen müssen, die Straßenachse wird geändert werden, die Bordsteine müssen angefasst und die Schienen verlegt werden.

Das ist dann aber auch die große Chance für weitere Anpassungen. Die Anregungen und Ideen hierzu waren vielfältig. So soll der "Hellweg 2020“ für Radfahrer durchgängig passierbar sein, ohne auf Kollisionskurs mit der Straßenbahn-Schiene zu liegen. An den kritischen Stellen kann der Gehweg verbreitert werden und natürlich wird es auch weiterhin Parkflächen im Ortskern geben. Mehrere Mitglieder des Gewerbevereins brachten hier die Wünsche der Kaufmannschaft zur Geltung.

Wenn dann der Platz ausreicht, wird auch an Grün im Ortskern gedacht. Gutes Beispiel etwa ist der Hellweg-Verlauf in Asseln, wo ähnliche Voraussetzungen vorlagen. Winfried Sagolla zeigte aber auch Beispiele aus anderen Städten, denn Leipzig und Düsseldorf haben die gleichen Probleme lösen können - mit unterschiedlichen Varianten.

Workshop-Moderator Thomas Renzel hatte den Ortskern in vier Bereiche aufgeteilt, das Planungsamt war mit dem entsprechenden Kartenmaterial zur Stelle und so arbeiteten sich die Gruppen durch den Ort.

In der anschließenden Diskussion wurden die einzelnen Ideen erläutert. Eine Bewertung fand nicht statt, letztlich soll versucht werden, vieles von den Vorschlägen in die endgültige Planung mitzunehmen. Die soll schnell beginnen, denn das Genehmigungsverfahren wird sehr umfangreich sein. Und das Geld für die großen Baumaßnahmen muss dann auch noch gesichert werden.

Brackels Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka sammelte in seinem Schlusswort alle die Punkte, die man sofort und ohne bauliche Veränderungen verwirklichen könnte, denn der Antrag des Gewerbevereins, der den Anstoß zu diesem Workshop gab, sah ja auch ausdrücklich Sofortmaßnahmen vor.

Hier will sich die Bezirksvertretung bis zum Sommer Klarheit verschaffen, ob bereits vor Realisierung der großen Lösung einzelne Punkte umgesetzt werden können. So waren u.a. die Reduzierung auf zwei Spuren und ein grundsätzliches Tempolimit auf 30 km/h Thema. Die Verwaltung jedenfalls konnte mit den aktuellen Verkehrszahlen signalisieren, dass eine vierspurige Straße auf jeden Fall nicht mehr nötig ist.
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