„Das Produkt sofort sehen“: Bäcker-Azubi Daniel Saturnus hat viel Spaß in der Bäckerei Grobe in Brackel

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Steht schon früh am Ofen: Bäcker-Azubi Daniel Saturnus. (Foto: Schmitz)
 
Auch Käsebrötchen bereitet Daniel Saturnus für den Ofen vor. (Foto: Schmitz)
Dortmund: Grobe |

Früh aufstehen, handwerkliches Arbeiten: Nicht für jeden ist der Beruf des Bäckers geeignet. Für Daniel Saturnus schon. Der Azubi in der Grobe-Zentrale in Brackel kann seine Ausbildungszeit aufgrund guter Leistungen sogar verkürzen.

„Das Bäckerhandwerk war nie mein Traumberuf“, gibt Daniel Saturnus zu. „Ich wusste lange Zeit nicht genau, was ich machen soll. Nachdem ich vor dem Abi­tur von der Schule abging, brauchte ich eine Ausbildung. Auf jeden Fall wollte ich etwas Handwerkliches machen. Erst dachte ich an Schreiner, aber durch eine Bekannte, die Lehrerin am Berufskolleg ist, kam ich auf das Bäckerhandwerk.“ Saturnus‘ Freunde waren anfangs eher skeptisch. „Sie meinten: ‚Das machst Du zwei Monate.‘ Mein Entschluss kam ja sehr plötzlich“, so der 24-Jährige.

Das Bäckerhandwerk ist nichts für Langschläfer, weiß auch Saturnus. „Heute habe ich beispielsweise um 1 Uhr nachts angefangen. Da derzeit Puddingplätzchen im Angebot sind, mussten wir jede Menge Pudding kochen. Normalerweise reicht ein Kessel, heute brauchten wir drei. Zwischendurch habe ich immer wieder Kuchen belegt, Spritzgebäck für den nächsten Tag vorbereitet und aufgeräumt“, so der Lütgendortmunder.

Trotz ungewöhnlicher Arbeitszeiten ist Saturnus auch in seiner Freizeit ausgelastet. „Dienstags und donnerstags bin ich als Trainer bei der Jugendfußballmannschaft des FC Hellweg Lütgen­dortmund aktiv“, erzählt er. Letztes Jahr hat er sogar noch eine Kindergruppe in der St. Magdalena-Gemeinde in Lütgendortmund betreut. Trotzdem muss er sich seine Zeit gut einteilen, um etwa genug Schlaf zu bekommen. „Es gibt Tage, an denen bin ich beim Aufstehen noch müde, an anderen hellwach.“

„Herr Saturnus ist einer unserer besten Azubis“, lobt Philipp Kleditzsch, Assistent der Geschäftsleitung. „Aufgrund seiner guten Leistungen kann er seine Ausbildungszeit verkürzen“, sagt er. „Wir könnten noch mehr Azubis einstellen. Momentan haben wir 14 Azubis im Verkauf, ebenso viele im Betrieb und fünf im Büro.“ Einige haben sich sogar positiver entwickelt als anfangs erwartet.
Aber nicht jeder wolle. „Generell gibt es Probleme mit dem Nachwuchs im Handwerk“, erklärt Hans-Rainer Auffenberg, Obermeister der Bäcker-Innung Ruhr. „20.000 Stellen sind nicht besetzt. Das Problem ist, dass viele Eltern ihren Kindern vermitteln, nur ein Hochschulabschluss sei etwas wert. Wenn ein Kind am Gymnasium etwa nicht gut mitkommt und stattdessen eher handwerklich begabt ist, wird lieber Nachhilfe organisiert. Beim Bäcker ist der Haupthinderungsgrund, dass die meisten nicht in der Nacht arbeiten wollen. Die Technik nimmt einem aber schon viel ab.“ Die Bäcker bemühen sich, das Imageproblem zu lösen. „Das Bäckerhandwerk bekommt langsam den Ruf eines ehrlichen, regionalen Handwerks“, so Anne Keller vom Marketing.

Die Arbeit mache Spaß, wenn man dafür geboren sei, so Saturnus. „Ein Vorteil ist, dass man hier im Betrieb viel in Bewegung ist“, so Kleditzsch. „Es gibt immer wieder etwas anderes zu tun. Es wird nie langweilig.“ Auch Auffenberg lobt, dass das Bäckerhandwerk sehr kreativ sei. Schön sei auch, dass man das fertige Endprodukt gleich sehen könne. „Man kann seinen Freunden zeigen: Schau mal, das hab ich gemacht“, sagt Saturnus scherzend.
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