Brisantes Hellweg-Derby am Hallenbad

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Brackels Yamoussa Sylla (vorne) und Wickedes Christian Fröse kämpfen am Sonntag um Derby-Punkte. (Foto: Schmitz)
Dortmund: SV Brackel 06 | Hellweg-Derby, Trainer gegen Ex-Klub, Freunde im Duell gegeneinander und Abstiegskampf - das zweite Ostderby im Ligabetrieb nach vielen Jahren in unterschiedlichen Ligen zwischen SV Brackel 06 und Westfalia Wickede ist nochmal um einiges brisanter als das Hinspiel.
Am Brackeler Hallenbad geht es am Sonntag um 15 Uhr darum, wer sich im Keller etwas Luft verschafft und wer wohl bis zum Schluss gegen Abstieg kämpft.

Von Alexander Nähle

Im Osten. Brackels Coach Axel Schmeing erklärt: "Für mich zählen jetzt nur die drei Punkte, und sonst nichts." Natürlich ist ein Spiel gegen den Klub, für den er jahrelang aufblieb irgendwo immer noch etwas Besonderes. Die prekäre Lage seiner Mannschaft (ein Punkt Differenz zu den Abstiegsrängen) aber drängt die bloße Existenz seiner Mannschaft in der Liga in den Vordergrund. Andreas Toetz, Routinier im Trikot von Westfalia Wickede, kennt als ehemaliger Brackeler beide Vereine bestens. Er sagt schon: "Wir wissen, dass Axel seine Mannschaften gegen uns immer besonders heiß macht, wobei ich auch glaube, dass es ihm um den Erfolg seines Teams geht."

Um bei der Person Schmeing zunächst zu bleiben: Der Holzwickeder SC, Schmeings künftiger Verein, ist ebenfalls in den Abstiegskampf verwickelt. Aber der Coach versichert: "Wie gesagt: Es geht jetzt nur um Brackel." Und einer, der es wissen muss, bestätigt, den Eindruck. Marius Lau, Ur-Brackeler kehrte nach Jahren in anderen Vereinen zum SV zurück und erlebt Schmeing: "Für ihn lege ich die Hand ins Feuer. Er ist nur fokussiert auf uns, er macht Meter an der Außenlinie und lebt für unseren Erfolg."

Das Besondere an diesem Duell ist eigentlich die Tabellensituation. Wickede ist punktgleich mit Brackel und damit ebenso gefährdet. Und doch sind es die persönlichen Geschichten, die diese Vergleiche so besonders machen. Brackels Sechser Lau kennt Wickedes Offensivmann Andreas Toetz seit seiner Jugend. Marius' älterer Bruder Julian ist einer der besten Kumpels von Toetz. Letztgenannter witzelt: "Vor ihm hätte ich Angst, vor dir nicht." Lau kontert: "Um dich zu stoppen, benötige ich keine unfairen Mittel. Das gelingt mir auch so." Und nachher, versichern beide, trinken sie gemeinsam ein Bierchen. "Das in Brackel schmeckt sehr gut", weiß Toetz. Worte, die sie an der Oesterstraße gerne hören.

Brackel gegen Wickede - das ist auch nicht das Derby, in dem die ganz große Rivalität oder gar Abneigung zum Vorschein kommt. Dennoch haben die Brackeler das 0:4 im Hinspiel noch im Hinterkopf. "Wir müssen als Mannschaft auch auf dem Platz funktionieren. Wenn das gelingt, gewinnen wir auch Derbys". sagt Lau. Wickede gilt eher als Derby-Spezialist. Toetz aber sagt: "Gerade, weil Brackel sich jetzt beweisen will, nehmen wir sie so ernst." Einig aber sind sich dann doch beide: "Egal, wie das Derby ausgeht, keiner von uns steigt ab."
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