SC Husen-Kurl und Westfalia Wickede schließen Kooperationsvertrag

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Erste Kooperationsaktion: Matze Nowak (2.v.l.), Frauen-Fußballtrainer bei Bayern München, zeigt Husen-Kurler und Wickeder Jugendtrainern seine Tricks. (Foto: Schmitz)
Dortmund: Pappelstadion |

Nach fast 95 Jahren Rivalität wollen Westfalia Wickede und der SC Husen-Kurl nur noch im sportlichen Wettkampfmiteinander stehen. Zu diesem Zweck haben die Vereinsvorstände einen Kooperationsvertrag abgeschlossen.

In drei Arbeitsgruppen (Jugend; Administration und Ehrenamt sowie Übergang Jugend/Senioren) haben die Mitglieder der Vereine miteinander diskutiert. „Wir haben schnell erkannt, dass eine Kooperation für beide Seiten gut ist“, erklärt der Vorsitzende der Westfalia Wickede, Hans Walter von Oppenkowski. „Wir wollen von den Besten lernen“, so Andreas Edelstein, Vorsitzender des SC Husen-Kurl. „Die Kooperation ist nicht nur auf ein oder zwei Jahre ausgelegt.“ Beide Vereine seien im Dortmunder Amateurfußball gut aufgestellt und würden beide davon profitieren. Sportliche Ressourcen sollen gestärkt und personelle Strukturen erweitert werden.

Die Möglichkeiten der Kooperation sind vielfältig. So könnten zum Beispiel Spieler, die bei einem der Vereine unter Vertrag stehen, an den anderen ausgeliehen werden, um dort etwa in einer anderen Liga spielen zu können, so von Oppenkowski. Ein ganz profaner Vorteil könne zudem sein, Bierzelte auszuleihen. „So muss keiner der Vereine zusätzliche Zelte kaufen oder mieten.“

Früher gab es noch eine größere Rivalität zwischen beiden Vereinen. „Diese Animositäten gibt es aber eigentlich nicht mehr“, so Werner Becker, Vorstandsmitglied von Westfalia Wickede. „Früher waren die Vereine reine Dorfclubs“, erklärt Edelstein. „Spieler aus anderen Stadtteilen wurden selten akzeptiert. Das Größte war immer: Wir haben den Nachbarverein geschlagen!“ Und Becker ergänzt lachend: „Wäre damals jemand von Wickede nach Husen gewechselt, er wäre exkommuniziert worden.“

Die Kooperation hat bereits eine erste Frucht getragen: Am Tag der Vertragsunterzeichnung haben etwa 30 Jugendtrainer beider Vereine eine Unterrichtsstunde von Matze Nowak, Frauen-Fußballtrainer bei FC Bayern München, erhalten. Nowak wurde unter anderem unter Michael Skibbe bei Borussia Dortmund zum Jugendtrainer ausgebildet. Nowak machte die Trainer mit den modernsten Facetten des Jugendtrainings vertraut. „Wir haben schon vor einigen Jahren mit Matze Nowak ein Training gemacht“, erzählt Edelstein. „Für nur zehn bis 15 Trainer lohnen sich der Aufwand und die Kosten aber kaum.“ Anders sei dies aber bei jetzt etwa 30 Trainern aus beiden Vereinen, so von Oppenkowski.

Das nächste Projekt, das die Vereine gemeinsam angehen, werden die Hallenstadtmeisterschaften sein. Die Kooperation wird regelmäßig um neue Impulse ergänzt. „Es wird halbjährliche Treffen geben, bei denen neue Anforderungen formuliert werden“, so von Oppenkowski. „Die Kooperation wird lebendig bleiben.“

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Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost | 26.10.2014 | 14:43  
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