"Wir sind die Wohlfühloase" // SV Brackel 06 mit neuem Personal

Am Sonntag (21.2.) - bereits um 14.15 Uhr (!) - endet am Hallenbad die Winterpause für den SV Brackel 06 mit dem Heimspiel gegen SV Horst-Emscher 08. Nicht nur sportlich hat sich der Westfalenligist einiges vorgenommen fürs Jahr. Lesen Sie mehr über die Perspektiven im Interview mit den Vereinsverantwortlichen. | Foto: Alexander Nähle
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  • Am Sonntag (21.2.) - bereits um 14.15 Uhr (!) - endet am Hallenbad die Winterpause für den SV Brackel 06 mit dem Heimspiel gegen SV Horst-Emscher 08. Nicht nur sportlich hat sich der Westfalenligist einiges vorgenommen fürs Jahr. Lesen Sie mehr über die Perspektiven im Interview mit den Vereinsverantwortlichen.
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Perspektivgespräch von ALEXANDER NÄHLE mit Verantwortlichen des Westfalenligisten im Vereinsheim am Hallenbad

Der Sportliche Leiter Wolfgang Römer (62) ist ein Brackeler Urgestein, Ralf Glanert (61) ein Geschäftsführer, der sich einfach nur "ums Administrative" kümmert, Olaf Schäfer (52), der seit zwölf Jahren als Vorsitzender offen zu seinem kontroversen Auftreten steht, packt an und bringt nicht nur die Infrastruktur des Westfalenligisten voran - klingt alles nach einem gewöhnlich, leicht verrückten Vorort-Verein.

Doch der der SV Brackel 06 will jetzt einen Weg gehen, in dem er nicht nur die relativ vielen Fans des Vereins mitnimmt, sondern auch die Juniorenspieler. Der ehemalige und neue Trainer Jörg Lange (38) kennt die Brackeler und will die oft beschworene, aber nicht immer gelebte Verzahnung von 1. Mannschaft, 2. Mannschaft und Junioren leben. Eine wichtige Stütze ist ihm der neue Sportliche Leiter Thomas Behlke (53.). Die Brackeler Verantwortlichen trafen sich im Vereinsheim mit Alexander Nähle zum Perspektivgespräch.
Unter Trainer Axel Schmeing stieg der Verein in die Westfalenliga auf. Brackel funktionierte sehr gut, wurde zu einer der besten Adressen im Dortmunder Amateurfußball. Da es viele Klubs gibt, die auf diesem Niveau spielen, hat den steilen Aufstieg der Rot-Weißen aber etwas in den Hintergrund gedrängt. Am Hallenbad aber tut sich so viel, dass es ganz Fußball-Dortmund interessiert.

Jörg Lange, trauen Sie sich die Westfalenliga zu?
Jörg Lange: Ich traue mir sie nicht nur zu, ich freue mich auf sie. Ich war ja schon mal kurz hier. Das ist ein gut geführter Verein, ein Klub zum Wohlfühlen.
Olaf Schäfer: Darum geht es uns. Unser Vereinsheim ist immer gut besucht, die Spieler bleiben noch gerne auf ein Getränk. Wir haben Kunstrasen, eine funktionierende Gaststätte mit eigenem Koch, einen Verpflegungsstand und bald auch neben den neuen Kabinentrakt einen kleinen Biergarten.

Thomas Behlke, wie kommen Sie ins Spiel?
Thomas Behlke: Ich habe mit Jörg zusammengespielt, war sein Trainer. Der Kontakt ist nie abgerissen. Ich wollte nicht mehr viermal die Woche auf dem Sportplatz stehen. Ich möchte Jörg einfach unterstützen, sei es als Spiele- und Spielerbeobachter, sei es als Teilnehmer an den Gesprächen mit den Spielern.

Wolfgang Römer, das lässt sich in einem Großverein nicht alleine bewältigen, oder?
Wolfgang Römer: Wir kümmern uns ja auch um die 2. Mannschaft, um die Frauen und die A-Junioren. Thomas, der so viele Leute kennt, ist als Mit-Sportlicher Leiter ein echter Gewinn.
Ralf Glanert: Olaf hat immer gute Leute geholt.
Römer: Dass jetzt Christopher Kruse, der bei Westfalia Wickede nicht mehr spielen kann, Co-Trainer wird, ist eben so ein Glücksgriff. Er hat mit 25 Jahren schon die B-Lizenz. Und Peter Neuhaus, unser Coach der 2. Mannschaft, ist sehr gut ausgebildet. Aber ja, nachdem uns zwölf Leute plötzlich verlassen hatten, haben wir in der Reserve Nachholbedarf.

Jörg Lange, zum Sportlichen: Sind Sie gekommen, um in der Westfalenliga zu bleiben?
Lange: Natürlich. Dass in Dortmund bekannte Spieler den Verein verlassen, weil sie den Aufwand nicht mehr betreiben können, verstehen wir. Das haben wir immer offen kommuniziert. Es sind gute Namen darunter, aber wir stellen kommende Saison schon eine gute Mannschaft.
Behlke: Wir arbeiten daran, das zu kompensieren. Und wir sind in unserer Kaderplanung schon sehr weit.

Olaf Schäfer, viel hat sich hier verändert am Platz, jetzt gibt es auch im sportlichen Bereich Neues. Wohin soll das führen?
Schäfer: Zu Nachhaltigkeit in einer Wohlfühloase. Erstmal zur ersten Mannschaft: Die Leistungsträger, die wir halten wollen, bleiben. Dazu kommen Neue. Und wir wollen im Nachwuchsbereich wieder zur sehr guten Adresse werden, das auch mit sehr gut ausgebildeten Trainern. Wir wollen der Verein sein, in dem sich Spieler wohlfühlen und auch nach dem Training noch zusammenbleiben.
Behlke: Ich möchte mit Wolfgang Jörg alles abnehmen, so dass er in Ruhe arbeiten kann. Ich denke, dass der Verein Potenzial hat, um gute Spieler zu halten und zu holen. Ich rede dann mit Jörg, ob es passt.
Schäfer: Wir waren mal federführend im Juniorenbereich, nach dem Landesliga-Abstieg vor drei Jahren lief es nicht mehr so gut. Wir haben aber gute B-Junioren, die wollen wir unbedingt halten. Dazu gehört auch eine starke 2. Mannschaft.

Jörg, Sie sind es gewohnt, mit jungen Leuten zu arbeiten. Das haben Sie in Husen-Kurl schon gemacht. Was trauen Sie Ihrer neuen Mannschaft zu?
Lange: Sie soll offensiven Fußball spielen, das Potenzial an Zuschauern hier halten und am besten nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben, gehen wir mal davon aus, dass wir in der Liga bleiben. Die Leute sollen einfach merken, dass die Mannschaft Spaß am Spiel hat. Und auch dass wir Neuzugänge wie Cem Yagli, Max Müller und ganz aktuell Marc Wiegand verpflichtet haben, spricht doch dafür, dass wir bald wieder einen starken Kader haben.
Glanert: Und dafür, dass die Leute dem Verein gewogen bleiben, wollen wir mit Events wie einem Hüttenfest oder dem Oktoberfest sorgen.
Schäfer: Wir sind in Brackel eine Größe. Wir wissen, dass die Leute gerne kommen. Und das muss auch so bleiben.Alexander Nähle SVB-Vorsitzender Olaf Schäfer (hinten) und Sportlicher Leiter Wolfgang Römer präsentierten den neuen Kabinentrakt hinterm Brackeler Hallenbad, der Ende März bezugsfertig sein und neben dem es bald auch einen kleinen Biergarten geben soll.

WESTFALENLIGA-START

- Am Sonntag (21.2.) endet für die beiden Ost-Westfalenligisten die Winterpause.
- Anstoß für den SV Brackel gegen SV Horst-Emscher ist bereits früh um 14.15 Uhr am Hallenbad.
- Liga-Mitbewerber Westfalia Wickede erwartet dann im Pappelstadion um 15 Uhr den FC Iserlohn. Liga-Start

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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