Gewerbeverein Brackel

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Kümmern sich um Gewerbetreibende: Thomas Kisters (r.) und Frank Wahl (2.v.r.) vom Brackeler Gewerbeverein. (Foto: Schmitz)
 
Zwei Leerstände weniger: Am Brackeler Hellweg tut sich etwas.
Dortmund: Brackeler Hellweg | "Das ist wie in einem Dorf hier. Man ist unterwegs, trifft Leute, grüßt sich und unterhält sich." Frank Wahl und Thomas Kisters sind mit ihren Betrieben mittendrin im Dorf. Thomas Kisters als Rechtsanwalt, Frank Wahl als Besitzer des Geschäfts "Wahlfisch".

Frank Wahl ist erster Vorsitzender des Brackeler Gewerbevereins, Thomas Kisters der Geschäftsführer. Beide arbeiten ehrenamtlich daran, in Brackel etwas zu bewegen. Dabei wollen sie ganz bewußt über den Tellerrand der Händler- und Gewerbeperspektive hinausschauen. "Es ziehen ja ganz bewusst zum Beispiel junge Familien nach Brackel. Denen möchten wir etwas bieten", erklärt Thomas Kisters.

Gemeinsam mit der Politik in Gestalt von Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka ziehen sie an einem Strang, und haben auch schon einiges bewegt, und zwar mit ganz konkreten Beispielen: Der Leerstand des Rewe-Supermarkts an der Kirche endet im Sommer.

Gemeinsam gegen Leerstände


Dann wird dort der Biosupermarkt einziehen. Und auch direkt gegenüber konnten zwei Ladenlokale vermietet werden: Eine Boutique mit Damenmode wird dort einziehen, auf der anderen Seite bietet demnächst ein An- und Verkaufsgeschäft der Oberklasse zum Beispiel seltene Sammlerstücke an.

Brackel kämpft wie andere Vororte auch mit Leerständen bei den Ladenlokalen.
"Leider haben einige Immobilienbesitzer noch Mietbeiträge im Kopf, die sich heute nicht mehr erzielen lassen", erklärt Frank Wahl. So steht das ehemalige Kaufhaus Weber zwar noch leer, "aber da ist endlich Bewegung drin. Wir bleiben da dran."
Begonnen haben Wahl und Kisters mit dem simplen Knüpfen von Kontakten.

"Als ich aus Köln hierhergezogen bin, habe ich erstmal angefangen, mich privat anzufreunden." Es wurde zusammen gegrillt, gefeiert. "Auch als Gewerbeverein pflegen wir mehr Freundschaften als Geschäftsbeziehungen. Wir versuchen, Aufträge im Ort zu lassen", erklärt Kisters. Mit dem "Made in Brackel-Logo hat man eine Marke geschaffen.

"Beim Weihnachtsdorf zum Beispiel gibt es einen eigenen, kostenfreien Stand für Produkte aus Brackel, auch für Anbieter, die nicht im Gewerbeverein sind", schmunzelt Kisters. Honig aus Brackel wird dort vorgestellt, oder die Boshi-Mützen, die von Tolle Wolle in Brackel gefertigt werden.


Tolerantes Brackel

"Wir sind als Gewerbeverein kein Sparverein. Wir schreiben schwarze Zahlen und arbeiten wirtschaftlich", so Kisters. Den Einsatz für den guten Zweck schließt das nicht aus. Es gibt einen Sozialfonds, der nach Möglichkeit für Projekte in Brackel eingesetzt wird.

"Als die ersten Flüchtlinge hier in die Einrichtung gekommen sind, haben wir sofort reagiert und ein Plakat drucken lassen." Es zeigt eine schwarze und eine weiße Hand, ineinander verschränkt, darunter das typische "B" und die Aufforderung: "Be tolerant!".

Pläne für die Zukunft


Für die Zukunft haben sich Kisters und Wahl noch einiges vorgenommen. Aktuell stricken sie an einer Gutscheinkarte, die gekauft werden kann und den Besitzer verschiedene Vorteile wie beispielsweise feste Rabatte in einzelnen Geschäften bietet. Für die kommende Mitgliederversammlung soll die Satzung des Vereins geändert werden, so dass er sich auch nach außen weiter öffnen kann.

Der Gewerbeverein ist an den verkaufsoffenen Sonntagen
beteiligt, die an bekannte Brackeler Traditionsveranstaltungen gekoppelt sind. So gibt es am 13. März wieder zum Frühlingsfest von S&E, dem Summer Sale am 26. Juni, zum Oktoberfest am 2. Oktober und am 11. Dezember wieder das Weihnachtsdorf vor der Buchhandlung Niehörster mit offenen Geschäften.

Mehr Platz für Radfahrer


Für ein großes Anliegen könnten die beiden Brackeler Wahl und Kisters noch einen längeren Zeitraum brauchen: "Wir wünschen uns hier am Hellweg mehr Platz für Fahrräder. Die Straßenbahn sollte hier nicht so durchbrettern, sondern wie eine Bimmelbahn fahren, so dass man auch mal Zeit hat, nach rechts und links zu gucken", findet Frank Wahl. "Es wäre doch schön, wenn man in Zukunft mit seinem Pedelec gemütlich von der Stadt aus nach Brackel radeln könnte", meint auch Thomas Kisters. Dafür müssen die beiden aber noch einige dicke Bretter bohren.
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