Das Megatheater

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Theater-Chef Kay Voges in der neuen Ausweichspielstätte in Hörde. Foto: Klinke
 

Das Schauspiel bekommt eine neue Heimat. Es geht in den ehemaligen Megastore nach Hörde. Dorthin, wo früher BVB-Fanartikel verkauft wurden. Seit dem 1. Oktober ist das Theater in seiner neunen Außenstelle Mieter und hat noch eine Menge Arbeit vor sich. Aus Megastore und Theater wird, so verspricht es Intendant Kay Voges, das „Megatheater.“

Wo ab dem 11. Dezember die erste Premiere über die Bühne gehen soll, ist derzeit noch große Leere. Oder, um es positiver auszudrücken: noch viel Platz für Fantasie. Denn so mühsam der Umzug für das Schauspiel auch sein wird, er verspricht auch neue Möglichkeiten. Zwei Hallen werden für Aufführungen zur Verfügung stehen, die eine 2000 Quadratmeter groß, die andere 1500. Jeweils 200 Zuschauer werden dort Platz finden. Eher nicht in der klassischen Form der „Guckkastenbühne“, sondern experimenteller, der neunen Umgebung angepasst. „Wir wollen eine neue Form des Theaters mit verschiedenen, neuen Perspektiven“, wünscht sich Theater-Chef Kay Voges.

Über 100 Menschen wechseln Arbeitsplatz


Bis es dazu kommt, muss noch eine Menge gearbeitet werden. Es ist genauso mühsam wie es sich anhört: Ein komplettes Schauspiel zieht um. Mit Schauspielern, Technik, Requisiten, der Verwaltung. Über 100 Menschen werden ihren Arbeitsplatz nach Hörde verlegen. Und quasi nebenbei geht es mit einigen Produktionen am alten Standort in der Innenstadt weiter.
In der Außenstelle in Hörde, die vermutlich bis Ende November 2016 genutzt werden wird (so lange soll die Modernisierung der Theater-Werkstätten am Hiltropwall dauern), müssen sich die Theatermacher mit Problemen beschäftigen, die sie vorher so nicht hatten. Regen zum Beispiel. Platscht der auf das Blechdach der Halle, gibt‘s eine schöne Geräuschkulisse. Allerdings eine, die nicht gewollt ist. Oder der Nachhall. Auch der ist in einer großen, leeren Halle deutlich länger zu hören. Oder die kleinen Fenster in der Dachkonstruktion der Halle, die mehr Licht hereinlassen, als gewünscht ist. Hinzu kommen noch die anderen, technischen Kleinigkeiten: „Ich wusste gar nicht, wie viele Starkstromkabel wir brauchen, um unsere Scheinwerfer anzubekommen“, sagt Kay Voges.

Fünf Premieren in Hörde


Fünf Premieren plant der Intendant für die Ausweichspielstätte in Hörde. Am letzten Tag der vergangenen Spielzeit hat das Theater die endgültige Zusage für die Ausweichspielstätte bekommen („Dafür bin ich der Dortmunder Kulturpolitik dankbar“, so Voges, „es ist ein Bekenntnis zur Kultur“), erst ab diesem Zeitpunkt konnten sie mit der konkreten Planung beginnen.
Noch ist aber das alte Schauspielhaus nutzbar, dreieinhalb Monate. Was Voges gleich mit einer Einladung verbindet: „Besuchen Sie das Schauspielhaus, so lange das noch geht.“

INFO
 Bereits am 11. Dezember kommt die erste Premiere im Megastore in Hörde heraus. Es ist „Das schweigende Mädchen“ von Literaturnobelpreis-Trägerin Elfriede Jelinek, inszeniert von Michael Simon.
 Ab Februar 2016 folgen im Megastore das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Stück „Geächtet (Disgraced)“ in Regie von Kay Voges, die Uraufführung „Die Liebe in Zeiten der Glasfaser - Ein Stück Skype von Ed Hauswirth“, die Uraufführung „Die Borderline Prozession“ sowie „Das Bildnis des Dorian Gray“ nach Oscar Wilde, dem neuesten Stück des Dortmunder Sprechchors.
 Präsentiert werden insgesamt acht neue Premieren für die beiden Hallen im Hörder Megastore sowie für das Studio am Hiltropwall.
 Das Studio am Hiltropwall wird bis zum Sommer 2016 in Betrieb bleiben – für alle Repertoire-Vorstellungen sowie für vier Premieren: „Die Reise nach Petuschki“ von Wenedikt Jerofejew (Regie: Katrin Lindner), der neue Live-Film von Klaus Gehre „RAMBO plusminus ZEMENT“ (nach Heiner Müller und Sylvester Stallone), das neueste Stück des Jugendclubs „Die Theaterpartisanen“ und die Uraufführung „Der goldene Schnitt – Ein Fest rund um die Vorhaut“ von Tuğsal Moğul.
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