Berghofer leiden unter Baustellen-Hickhack - Kommt der Kreisverkehr jetzt doch?

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Die Berghofer Straße soll ihr Gesicht komplett verändern. Darin sind sich alle einig. Nur das "Wie" ist ein höchst umstrittenes Thema. (Foto: Klinke)
 
Robert Lettermann ist 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Berghofer Gewerbetreibender. (Foto: privat)

Schaut man sich die Berichterstattung über Berghofen der letzten Jahre an, hat man schon den Eindruck, als sei die Zeit stehengebleiben. Nach der Fertigstellung des Tunnels der B236n blieben die Berghofer zurück - mit einer vom umgeleiteten Schwerlastverkehr marode gewordenen Fahrbahn auf der Berghofer Straße und einem Konzept, dass wenig mit den Wünschen der Berghofer gemein hat.

Die Berghofer Gewerbetreibenden sind gemeinsam mit ihren Kunden die Leidtragenden dieser Situation. „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen, für unsere Kunden und für ganz Berghofen werden wir uns weiter für eine sinnvolle Neugestaltung des Ortskerns einsetzen“, verspricht der 1. Vorsitzende der IG Berghofer Gewerbetreibende, Robert Lettermann.

Das Unheil begann mit dem langwierigen Bau des Berghofer Tunnels der B236n und der ebenso langen Umleitung des Schwerlastverkehrs durch Berghofen. „Damals haben wir viel verloren“, weiß Stefanie Schneider, Inhaberin der Berghofer „Blumenwerkstatt“. Dann war der Tunnel endlich fertig und die Berghofer dachten, es gehe nun aufwärts.

Doch statt einer umfangreichen Straßensanierung kamen erst einmal die Kanalbauer. „Da haben wir uns schon gefragt, ob man das nicht hätte besser abstimmen können“, erinnert sich Robert Lettermann. Doch - natürlich - die Kostenfrage hatte eine komplette Sanierung verhindert. „Und die wissen doch bis heute nicht wirklich, wie das alles bezahlt werden soll. Und die Anlieger haben nun die große Sorge, über Gebühr belastet zu werden“, kennt der Sanitär- und Heizungsmeister die Nöte seiner Mitbürger.

Denn woran es ebenfalls all die Jahre gemangelt hat, ist die Information der Bürger. „Wir wären gerne an dem ganzen Planungsprozess beteiligt worden“, bekräftigt Lettermann die grundsätzliche Bereitschaft der Berghofer zur Zusammenarbeit.

Schlecht bis gar nicht informiert

Eine Meinung, die Stefanie Schneider voll unterstützen kann. „Wir sind doch von Anfang an nur schlecht bis gar nicht informiert worden“, so die Floristin. Und fühlt sich von Politik und Verwaltung im wahrsten Sinne des Wortes „abgehängt“. „Wenn man durch den Tunnel Richtung Schwerte fährt, gibt es nicht einmal mehr ein Hinweisschild auf Berghofen“, weiß die Geschäftsfrau.

Statt Absprachen wurden Pläne über die Köpfe der ansässigen Kaufleute hinweg gemacht. „Statt wie von uns gefordert, mehr Parkplätze, soll es nun weniger geben“, nennt Robert Lettermann nur ein Beispiel. Und weiter: Die Radwegespur auf der Berghofer Straße - wo doch nur wenige Meter weiter ein Radweg entstanden ist. Vom - nach Lettermanns Meinung - überdimensionierten Kreisverkehr an der Einmündung Ostkirchstraße über in einer Kurve platzierten Bushaltestelle - die Liste der Kritikpunkte ist lang, die der 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft aufzählt.

„Man hätte uns ja einfach mal fragen können“,
ärgert er sich, „dann hätten viele Fehlplanungen vermieden werden können.“ Seiner Meinung habe man auch völlig die Bürger aus den Augen verloren. „Wir leben in einer alternden Gesellschaft, und Senioren laufen nun einmal nicht gerne hunderte von Metern zum Einkauf. Deshalb wären gerade auf der langen Berghofer Straße Parkplätze so wichtig.“


Kreisverkehr vor katholischer Kirche kommt - oder?

Und es kommen neue Sorgen auf die Berghofer zu: Stefanie Schneider hat erst jüngst beobachtet, wie ein Vermessungsteam der Stadt an der Berghofer Straße/Einmündung Busenbergstraße gearbeitet hat - Arbeiten für den hier geplanten Kreisverkehr. „Wir haben geglaubt, der sei als Projekt längst gestorben. Das ist uns jedenfalls so versprochen worden“, wundert sich Stefanie Schneider. Und auch Robert Lettermann sit ertaunt. "Unser Bezirksbürgermeister, Herr Mader, hat uns doch persönlich mitgeteilt, dass der Kreisverkehr an der Busenbergstraße nicht gebaut wird", wundert er sich.

Doch tatsächlich, Stadtpressesprecher Thomas Kampmann bestätigt die Arbeiten - „vor den Sommerferien soll der Bezirksverwaltung der Bauplan zum Beschluss vorgelegt werden“, erläutert er. Wieder eine Entscheidung über die Köpfe der Berghofer hinweg?
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