Poschmann warnt vor Ausverkauf der Stahlindustrie

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Dortmund: Hörde | „Das wird ein heißer Herbst.“ Mit diesen Worten kommentiert Sabine Birkenfeld, die Dortmunder Betriebsratsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel, Meldungen, nach denen die Verhandlungen für eine Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Tata-Konzern unmittelbar vor dem Abschluss stehen. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie Standorte und Arbeitsplätze in Gefahr geraten“, sagt Birkenfeld. Mit 1.350 Beschäftigten auf der Westfalenhütte „sind wir in Dortmund personell auf Kante genäht“, erklärt Birkenfeld. Der Standort Dortmund sei „voll ausgelastet.“ Eine Fusion der Stahlsparten von Thyssenkrupp und Tata gefährde mögliche Investitionen für eine zweite Feuerbeschichtungsanlage auf der Westfalenhütte, warnt die Betriebsratsvorsitzende. Eine Fusion sei daher keine Option. „Das werden wir bei der Groß-Demo am 22. September in Bochum sehr deutlich machen“, kündigt Sabine Birkenfeld an.

Vor „einem beginnenden Ausverkauf der deutschen Stahlindustrie“ warnt die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann (SPD). Das Management und die Anteilseigner von TKS dürften keine Entscheidungen gegen die Interessen der Arbeitnehmer treffen. Es sei absurd, wenn die weltweiten Überkapazitäten am Stahlmarkt ausgerechnet dort abgebaut würden, wo die besten Standorte seien: in Deutschland. Zudem sei unklar, ob der Vorstand von Thyssenkrupp Alternativen zu einer Fusion mit Tata geprüft habe. Es lasse „tief blicken“, dass sich Thyssenkrupp bislang zu keiner Erklärung zur Sicherung der Stahlstandorte, ihrer Arbeitsplätze und zum vollständigen Erhalt der Mitbestimmung habe durchringen können, betont Poschmann. Darüber hinaus bekräftigt sie, dass die SPD-Bundestagfraktion hinter den Arbeitnehmern steht. Die NRW-Landesgruppe hatte auf Initiative von Poschmann bereits zu einem Gespräch in den Bundestag eingeladen, an dem Betriebsräte der thyssenkrupp-Stahlsparte und die Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries teilgenommen hatten. Birkenfeld bedankt sich für die Unterstützung und den engen Kontakt.

NRW-weit sind rund 20.000 Arbeitnehmer in der Stahlsparte von Thyssenkrupp Steel beschäftigt. Davon rund 1.350 am Dortmunder Standort auf der Westfalenhütte, wo Bleche für die Autoindustrie gefertigt werden.
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