Umbau abgeschlossen: Schönaustraße wird zur "Mischverkehrsfläche"

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Das Ende der Bauarbeiten: Politik und Bürger schauten sich die neugestaltete Schönaustraße an. (Foto: Foto: Andreas Klinke)
 
Anwohner und Politiker machten auch auf die - gerade für Rettungs- oder Feuerwehrwagen - brisante Parksituation aufmerksam. (Foto: Foto: Andreas Klinke)

Die Kanal- und anschließenden Straßenbauarbeiten im Bereich der Schönaustraße und der Straße Am Talenberg sind nach etwa 16 Monaten abgeschlossen. Am 26. Mai des vergangenen Jahres hatte das Tiefbauamt zusammen mit dem Eigenbetrieb Stadtentwässerung mit der Neugestaltung der Schönaustraße/Am Talenberg begonnen.

Es fanden Tiefbauarbeiten zur Neuverlegung des Kanals (inklusive der Grundstücksanschlussleitungen an den neuen Kanal, Leitungsum- und -neuverlegungen der beteiligten Versorgungsunternehmen) sowie Arbeiten zur Neugestaltung des Verkehrsraums als Mischverkehrsfläche in Asphaltbauweise statt. Das bisherige Trennungsprinzip aus Gehweg, Bordstein und Fahrbahn wurde damit aufgegeben. Die Straßenentwässerung erfolgt durch eine neue Betonrinne in der Straßenmitte.
„Mit der Umgestaltung der Schönaustraße als Mischverkehrsfläche mit markierten Parkbuchten haben wir gute Voraussetzungen geschaffen, um die Verkehrssituation im Umfeld des beliebten Veranstaltungszentrums von Westfalenhallen und Stadion eindeutig zu regeln“, sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Besichtigung der umgebauten Schönaustraße. Damit die neue Verkehrsregelung greifen kann, appelliert er an Autofahrer, diese einzuhalten und bei großen Veranstaltungen wie BVB-Heimspielen die umfangreichen Park+Ride-Möglichkeiten zur entspannten An- und Abreise zu nutzen.

Straßen zugeparkt

Der gesamte Bereich wurde zuvor durch Arbeiten der Emschergenossenschaft sowie an der darüber liegenden Schnettkerbrücke in Mitleidenschaft gezogen. Nicht nur der Baustellenverkehr der beiden Großbaustellen durch Baustellenfahrzeuge beeinträchtigte die Anwohner. Durch die Nähe zum Veranstaltungszentrum wurden die Straßen auch immer wieder durch Besucher der Veranstaltungen zugeparkt. Auch dieser Zustand wurde bei den Umbauplanungen berücksichtigt.
Unter den alten Voraussetzungen war es rechtlich nicht möglich, einen verkehrsberuhigten Bereich anzuordnen oder Parkplätze auf öffentlicher Fläche anzubieten. Um dem tatsächlich bestehenden Bedarf an Parkraum so weit wie möglich gerecht werden zu können, wurden dennoch vor ca. zehn Jahren Parkstände eingerichtet, bei denen die gesamte Gehwegbreite zum Parken mitbenutzt wurde. Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens und aufgrund der Tatsache, dass Fußgänger ohnehin überwiegend die Fahrbahn benutzen, hielt die Verwaltung die Umsetzung dieser Maßnahme – ebenfalls in detaillierter Abstimmung mit den Anwohnern – für vertretbar. Diese Maßnahme sollte zudem zur Minderung der Belastungen beitragen, die Anwohner im Zuge des Ausbaus der Schnettkerbrücke zu ertragen hatten. Allerdings zeigte es sich, dass auch die Belastung bei Veranstaltungen in den Westfalenhallen und bei Spielen des BVB zunahm und die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes eingreifen musste.

Anforderungen der Rettungsfahrzeuge

Die Situation vor Ort war nicht nur für die Anwohner unbefriedigend. Auch Rettungsfahrzeuge hatten erhebliche Probleme, im Rahmen eines Einsatzes schnell und ohne Probleme zum Einsatzort zu gelangen. Da Feuerwehrfahrzeuge in der Regel auf LKW-Fahrgestellen aufgebaut sind, benötigen sie eine Mindestfahrbahnbreite von fast drei Metern und beim Instellungbringen der Drehleiter sogar ein Platzangebot von mindestens 5,40 Metern. Da der zweite Rettungsweg eines Gebäudes nach der Bauordnung im Regelfall durch Leitern der Feuerwehr sichergestellt ist, ist diese freie Aufstellfläche immer zwingend notwendig. Durch die Parksituation vor Ort konnte ein problemloser Einsatz für die Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge aber nicht immer sichergestellt werden. Dies sollte bei der Neugestaltung ebenfalls berücksichtigt werden.

Intensive Diskussion

In mehreren Einwohnerversammlungen der Bezirksvertretung Hombruch wurde die Ordnung des ruhenden Verkehrs in den engen Straßenbereichen der Schönaustraße sowie der Straße Am Talenberg intensiv diskutiert. Die Straßenverkehrsbehörde des Tiefbauamtes schlug die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches (Spielstraße) mit gekennzeichneten Stellplätzen nach Fertigstellung der Baumaßnahmen vor. Dieser Vorschlag fand breite Zustimmung bei zahlreichen Anwohnern und der Politik. Ebenfalls mit den Anwohnern grob abgestimmt wurde eine entsprechend vorgestellte Planung zu den Parkständen.
Nach dem Ausbau des Bereichs als Mischverkehrsfläche können die Parkstände nun eingerichtet und markiert werden. Damit ist rechtlich eindeutig dargestellt, dass das Parken ausschließlich auf den markierten Parkständen zulässig ist.
Das Tiefbauamt hält sich an die Zusage, dass die Markierungen so vorgenommen werden, dass anschließend auch noch Änderungen möglich sind, wenn sich hierfür in der Praxis die Notwendigkeit ergibt. Daher wurden zunächst Parkstände im Bereich der Schönaustraße markiert. Derzeit findet die Abstimmung mit den Anwohnern der Straße Am Talenberg statt. Danach werden die restlichen Parkplätze markiert – wie vereinbart zunächst mit einem Material, das noch Veränderungen zulässt.

Verkehrsüberwachung an neuralgischen Punkten

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst sind generell (nicht nur bei BVB-Spielen) auf eine Anfahrt ohne Behinderungen angewiesen. Dies gilt für Schnellstraßen und Autobahnen (Rettungsgasse) genauso wie im innerstädtischen Bereich bei Feuerwehrzufahrten, Feuerwehrbewegungsflächen und Parkzonen. Die Feuerwehrzufahrten/-flächen sind gesondert gekennzeichnet und dürfen auch nicht kurzzeitig zugeparkt oder zugestellt werden. Dennoch behindern Falschparker den Einsatzfall – und das, obwohl Sekunden über Leben und Tod entscheiden können. Daher gilt der dringende Appell an alle, den Vorschriften entsprechend zu parken.
Die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes hat bereits seit einiger Zeit verschiedene Schwerpunktmaßnahmen anlässlich von BVB-Heimspielen durchgeführt.
Dabei wurden an vier Spieltagen seit Ende April 2016 insgesamt 889 Verwarnungen ausgesprochen. Außerdem wurden 89 Fahrzeuge abgeschleppt. Auffällig war insbesondere beim ersten Heimspiel der Saison 2016/17 gegen Mainz die Hartnäckigkeit einiger Fahrzeugführer, die in denselben Bereichen falsch parkten, in denen sie vorher schon einmal abgeschleppt worden waren. Die Verkehrsüberwachung wird ihre Aktionen an den neuralgischen Punkten weiter fortsetzen.
Letztlich gilt es, an die Vernunft der Autofahrer zu appellieren, den Vorschriften entsprechend zu parken und möglichst die vorhandenen Park-and-Ride-Parkplätze und den ÖPNV zu nutzen. Eine weitere gute Alternative ist auch der Shuttlebusverkehr von der Universität Dortmund zum Stadion. Die Uni bietet ausreichend legale Parkflächen.

INFO
Zwei Millionen Euro Baukosten

Die Gesamtkosten für den Kanal- und Straßenbau betragen rund zwei Millionen Euro.
Hauptmassen:
Rund 4.700 m³ vorhandene Befestigung aufgenommen
Rund 3.000 t Frostschutzschicht aus Recyclingmaterial
Rund 2.500 t Schottertragschicht aus natürlicher Gesteinskörnung
Rund 7.000 m² Asphalteinbau neue Fahrbahn
Rund 800 m Kanäle mit einem Durchmesser DN 300 bis DN 600
Rund 800 m dreireihige Rinne
Rund 1.500 m Abschlussbahnen
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