Das Hobby zum Beruf gemacht

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Dominik Lipkis Büro ist eine Planungs- und Ideenwerkstatt.
 

Wenn Dominik Lipki (27) aus dem Fenster blickt, sieht er einen seiner Arbeitsplätze. Auf dem anderen sitzt er, im Büro im Vereinsheim des Fußball-Westfalenligisten FC Brünninghausen. Der Klub geht neue Wege. Er stellt seinen Spieler und Juniorentrainer hauptamtlich als Sportdirektor fest ein.

Sein Thema ist die Nachwuchsarbeit, seine Stärke sind Ideen. Wenn er von einem „Acht-Jahres-Konzept“ redet, das der Verein mit ihm entwickelte, klingt das alles sehr professionell. „Wir haben kein offizielles Ziel, wo wir mit unseren Mannschaften hinwollen, aber klar: Es soll so hoch wie möglich gehen.“ Vereine wie der Hombrucher SV und TSC Eintracht seien den Brünninghausern in vielen Dingen voraus.

Der FCB will eine Top-Adresse im Nachwuchsbereich werden, „dazu müssen wir einerseits im Leistungsbereich die Arbeit intensivieren, wollen aber auch den Breitensport nicht vernachlässigen“. Lipki berichtet, wie das alles funktionieren soll: „Ganz klar, Schule, Beruf und Ausbildung bleiben das erste Standbein unserer Spieler.“ Und da ist er beim ersten Thema, das ihm am Herzen liegt. Der FCB organisierte eine Ausbildungsbörse, lud Firmen ein, die sich am Platz den Spielern präsentierten. Zudem plant er eine Hausaufgaben- und Nachhilfe.
Soziales Engagement

Indem der Verein sich sozial engagiert, will er sich auch für Sponsoren interessanter machen. Denn die Unternehmen unterstützen damit nicht nur einfach einen Fußballverein, sondern auch ein gutes Werk. Der FCB kooperiert zudem mit der Robert-Koch-Realschule. Lipki will das „große Potenzial der Eltern“ nutzen. „Wenn eine Mutter Lehrerin ist, käme sie für die Hausaufgabenbetreuung in Frage. Eine andere Mutter ist Journalistin, sie schreibt für unseren Internetauftritt, den wir bald komplett erneuern.“ Wieder eines der vielen Projekte, die er vor der Brust hat.

Im Zentrum aber steht der Fußball: „Wir wollen bereits in den jungen Jahren der Spieler den Grundstein legen, damit die Spieler dann bleiben, später den Sprung in den Seniorenbereich schaffen. Die Verpflichtung der A-Lizenztrainer Peter Wazinski und Markus Gerwien soll nur der Anfang gewesen sein. „Wir brauchen auch in den jüngeren Jahrgängen gute Trainer, um unsere Ziel zu erreichen.“

Aber es gibt noch viel mehr, dass zeigt, wie viel der FCB vorhat. So hat der Klub einen Scout verpflichtet. Er arbeitet mit der Software Soccer Collection, womit jeder Trainer Spielerdaten, deren Leistungen und Ergebnisse der Leistungsdiagnostik eingeben kann. Außerdem lassen sich damit dann Trainingseinheiten und spezielle Übungen planen.
2017 wäre Marko Schott bei Westfalia Wickede zehn Jahre im Amt.

„So erfahren die Trainer, wie sich die einzelnen Spieler entwickeln, zum Beispiel ihre Sprungkraft oder Schnelligkeit, sie sehen, wo es noch Steigerungsbedarf gibt.“ Welche Daten die Spieler auf ihrer App sehen dürfen, entscheiden die Trainer.

Dass die Brünninghauser das nicht machen, um nur in die Nähe von Vereinen wie TSC Eintracht und Hombruch zu kommen, dürfte klar sein. Diese Art der Juniorenarbeit ist außergewöhnlich. So plant ein Verein, der irgendwann ganz nach oben will. Ganz oben ist die Junioren-Bundesliga. Davon will Lipki aber nicht sprechen. Er redet lieber über seine Aufgabe: „Wir benötigen das Ehrenamt, ohne es kann ein Verein gar nicht funktionieren. Aber die Aufgaben, die auf uns zukommen, kann ein Ehrenamtler kaum schaffen.“

Lipki hat Zeit für Ideen, aber auch Zeit, diese umzusetzen. Momentan beherrscht die Büroarbeit wie die Planungen der neuen Juniorenteams seinen Alltag. Auch die 2. Mannschaft plant er mit. Dann ist er auch noch C-Juniorentrainer, und abends trainiert er dann mit dem Westfalenliga-Team. „Ich lebe für den Fußball.“ Wer jeden Tag von morgens bis abends am Platz verbringt, darf dies sagen.“ Da hat einer sein Hobby, seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.
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