Abriss droht: Oespeler Gemeindehaus kaum noch zu retten

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Wie geht es weiter mit dem ev. Gemeindehaus in Oespel? Genaue Auskunft konnten (v.l.) Pfarrer Thomas Weckener, Superintendent Michael Stache, Jochen Schade-Homann (VKK), Presbyteriumsvorsitzender Gert Steding und Pfarrerin Stefanie Elkmann bei einer Gemeindeversammlung nicht geben. Foto: Stephan Schütze
 
Bei einer Gemeindeversammlung wurden die Möglichkeiten einer Nachfolgelösung vorgestellt.

Zu alt, zu groß, zu baufällig: Dem evangelischen Gemeindehaus in Oespel droht die Abrissbirne. Was danach kommt, ist ungewiss. Sicher ist dagegen, dass der Elias-Kindergarten erweitert wird.

Es war nicht viel Konkretes, was die Verantwortlichen der Elias-Gemeinde bei einer Gemeindeversammlung vorzutragen hatten. „Im Moment ist alles im Fluss. Wir prüfen Alternativen“, so Pfarrer Thomas Weckener bei einer Pressekonferenz im Vorfeld.

Fakt ist: Das Gemeindehaus an der „Linnert“ ist kaum zu halten. Der Zahn der Zeit nagt heftig an dem gut 100 Jahre alten Gebäude. Risse in den Wänden, Wasser im Keller, marode Fenster und eine ständig defekte Heizung – das sind nur einige Punkte auf der Mängelliste. „Eine Sanierung ist nach Ansicht der Architekten unwirtschaftlich“, so berichtet Weckener. Hinzu kommt: Das zweigeschossige Gebäude ist mit gut 600 Quadratmetern Fläche viel zu groß nur für Gemeindezwecke.

Zurzeit wird die erste Etage noch von einer Kindergartengruppe genutzt. Eher eine Notlösung, die „längs nicht mehr dem Standard entspricht“ und organisatorische Probleme mit sich bringt, berichtet Jochen Schade-Homann, Leiter des Fachbereichs „Jugend und Erziehung“ bei den Vereinigten Kirchenkreisen.

Da kommt das Angebot gerade Recht, den Elias-Kindergarten durch einen 300 Quadratmeter großen Anbau zu erweitern. Man könnte Platz schaffen für eine fünfte Gruppe mit 20 Kindern sowie die U3-Gruppe aus dem Gemeindehaus. Und: Das Ganze gibt es praktisch zum Nulltarif, berichtet Schade-Homann: „Die Kosten tragen Stadt und Land. Wir stellen lediglich das Grundstück zur Verfügung.“ Schon zum Kindergartenjahr 2014/2015 sollen die Pläne umgesetzt werden.
Die Kindergarten-Pläne verschärfen den Druck, auch eine Lösung für das Gemeindehaus finden. Da sich ein Abriss „abzeichnet“, werden derzeit mehrere Nachfolgemodelle diskutiert. „Wichtig ist, dass es einen Treffpunkt für die Gemeinde nach dem Gottesdienst und die einzelnen Gruppen gibt“, erklärte Stefanie Elkmann, Pfarrerin des Bezirks Oespel-Kley.

Wofür sich das Presbyterium letztlich entscheidet, ist nicht zuletzt eine Kostenfrage. „Wir wollen die Gebäudekosten langfristig reduzieren“ , sagt Prebyeriumsvorsitzender Gert Steding. „Das kann bedeuten, dass wir uns von Träumen verabschieden müssen“, ergänzte Thomas Weckener. „Aber wir können garantieren, dass alle Gruppen hier vor Ort unterkommen.“

Die Modelle

Modell 1: Auf den neuen Kindergartenanbau wird ein Geschoss drauf gesattelt. Dieses Geschoss wäre den Gruppen der Gemeinde vorbehalten. Eine gute, aber teure Lösung, die mit insgesamt einer Million Euro zu Buche schlägt.

Modell 2: In unmittelbarer Nähe zur Kirche wird ein Pavillon als Treffpunkt für die Gemeindegruppen gebaut. Vermutlich preiswerter als Modell 1, aber auch mit geringerem Platzangebot.

Modell 3: Die Kirche wird so umgebaut, das sie auch von den Gemeindegruppen genutzt werden kann. Wohl die preiswerteste, aber auch die nutzerunfreundlichste Lösung. Denn dann gäbe es wahrscheinlich nicht einmal mehr eine Teeküche.

So geht es weiter: In den nächsten zwei Monaten will sich die Gemeindeleitung zumindest auf einen „Trend“ verständigen. Die Entscheidung fällt im Presbyterium. Üblicherweise wird die Gemeinde in Form einer Gemeindeversammlung eingebunden.


Mit Fotos von Stephan Schütze
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