Historische Grüße aus Dorstfeld

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Ja, so schön war Dorstfeld. Diese Postkarte aus Jahr 1889 zeigt den Wilhelmplatz mit dem Amtshaus und der Rentei. Viele alte Bauwerke sind erhalten geblieben, viele wurden aber zerstört. Ein historischer Rundgang informiert heute an das alte Dorstfeld. (privat)
 
Noch zwei weitere Tafeln sollen den historischen Rundgang ergänzen. Dafür sorgen die Mitglieder des Vereins für Orts- und Heimatkunde (v.l.) Ralf Stoltze, Gerda Haus, Uwe Frintrup, Friedhelm Schröder und Peter Franke. (Schütze)
Dorstfeld ist alt. Uralt. Über 1100 Jahre. In dieser Zeit hat sich im Ortsteil viel verändert. Damit Altes nicht in Vergessenheit gerät, lassen sich engagierte Heimatforscher immer wieder etwas einfallen.

Sie sind ein Blickfang für Spaziergänger: die 50 x 50 cm großen Acryl-Schilder an Hauswänden und Wegen überall im Dorf. Allesamt gehören sie zum historischen Rundgang, den der Verein für Orts- und Heimatkunde (ehemals Förderverein Altdorstfeld) 2007 mit Unterstützung des VHS-Arbeitskreises „Erzählte Geschichte Dorstfeld“ verwirklicht hat. Zehn historische Tafeln sind es insgesamt. Zwei weitere sowie ein Flyer, der über den kompletten Rundweg informiert, sind für dieses Jahr geplant.

„An verlorene Orte erinnern“

„Die historischen Tafeln erinnern an verlorene Orte“, berichtet Uwe Frintrop, Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde. Und von denen hat das alte Dorstfeld einige zu bieten. Ob durch Bomben, Brände oder aus anderen Gründen: Immer wieder verschwanden im Laufe der Jahre alte Gebäude und neue wurden aufgebaut. Zum Beispiel das 1893 erbaute Amtshaus, das Sitz des Amtsbezirks Dorstfeld mit den Dörfern Huckarde, Marten, Rahm und Wischlingen war.

Tafeln informieren

Nach der Eingemeindung Dorstfelds 1914 wurde das Haus bis zum Abriss 1966 als allgemeines Verwaltungsgebäude verwendet. Oder der Bauernhof Thiemann nahe der Wittener Straße, der erstmals um 1400 erwähnt wird. Von 1951 bis zu dem Abriss 1983 befand sich hier die Dorstfelder Post. All diese Hintergrundinformationen sind auf den Tafeln nachzulesen. Der VHS-Arbeitskreis „Erzählte Geschichte“ hat sie zusammengetragen. Historische Fotos und Zeichnungen, ein Auszug aus dem Stadtplan, der zeigt, wo die Gebäude früher gestanden haben, ergänzen die Tafeln.

Historische Broschüren schnell vergriffen

„Unser Ziel war und ist es auch heute noch, mit diesen Informationen über das historische Dorstfeld das Identitätsgefühl der Anwohner zu stärken. Je mehr man über sein Wohnumfeld weiß, desto größer ist die Verbundenheit“, hofft Uwe Frintrop. Wie die Menschen früher in Dorstfeld gelebt und gearbeitet haben, steht bei den Recherchen des VHS-Arbeitskreises im Mittelpunkt. Zwei Broschüre über die Bauern und die Zechen in Dorstfeld hat Arbeitskreis „Erzählte Geschichte“ 2008 und 2011 veröffentlicht. Das Interesse daran war groß. Die Auflagen waren schnell vergriffen.

Chronik Dorstfeld

„In diesem Jahr planen wir die Chronik Dorstfelds von der Urgeschichte bis zur Eingemeindung 1914 herauszugeben. Eventuell bietet sich in dem Zuge eine Neuauflage der beliebten Broschüren an“, sagt der Leiter des VHS-Arbeitskreises Heinz-Bernd Michalski. Alle 14 Tage mittwochs treffen sich die engagierten Heimatforscher ab 17 Uhr im Schulte-Witten-Haus und recherchieren für ihre Projekte wie Broschüren, Ausstellungen und Vorträge.

„Dorstfelder Kalender gestern- heute“

Noch nicht ganz vergriffen sind einige wenige Exemplare des „Dorstfelder Kalenders 2015 gestern -heute“, den der Förderverein St. Barbara aufgelegt hat. „Im Kalender werden historische Motive den aktuellen Ansichten gegenübergestellt“, berichtet Initiator Jan De Bondt. Bislang wurden über 250 Stück verkauft. Der Erlös fließt direkt in die Arbeit der Gemeinde St. Barbara.„Aha, so sah es früher `mal aus!“ - Diese Reaktion rufe der Kalender bei vielen Menschen hervor. Er rege die Menschen an, sich zu erinnern und miteinander ins Gespräch zu kommen, so Jan De Bondt. Wegen der steigenden Nachfrage ist auch 2016 ein neuer Kalender geplant. Anregungen können gerne per E-Mail an client@jdbondt.com gesandt werden. Die Restexemplare werden über das kath. Pfarrbüro St. Barbara, Arminiusstraße 12, verkauft.

Wer Dorstfeld mit ganz anderen, historischen Blickwinkel sehen möchte, dem bieten sich also viele Möglichkeiten. Das sei gut, denn „speziell für Dorstfeld, das oft gegen sein negatives Image ankämpfen muss, ist wichtig zu zeigen: Es geht auch anders, “ betont Uwe Frintrop.

Hintergrund

- Dorstfeld wurde um 880 in einem Werdener Urbar als „dorstidfelde“ erwähnt.
- Der Dorstfelder „Helewege“ wurde bereits 1345 urkundlich genannt.
- Die Emscher war im Osten die Grenze zwischen den Grafschaften Mark und Dortmund.
- 1388 ließ Graf Engelbert III. von der Mark eine Befestigungsanlage in Dorstfeld errichten.
- 1886 wurde das Amt Dorstfeld mit den Gemeinden Dorstfeld, Huckarde, Marten, Rahm und Wischlingen selbstständig.
- Seit dem 10. Juni 1914 ist die Dorstfeld eingemeindet. (Quelle: Wikipedia)
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