Einmal Südpol und zurück: Gymnasiallehrer aus Nette auf Polarexpedition

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Torsten Nitsch (Schütze)
Pinguine, Wale oder Robben, dazu die einzigartige Eislandschaft: Das war für zwei Monate Dr. Torsten Nitsch’s Welt. Der Lehrer des Heinrich-Heine Gymnasiums nahm an einer wissenschaftlichen Polar-Expedition teil.

„Das Wasser ist unglaublich blau und die Eisschollen strahlend weiß, wenn die Sonne darauf fällt“, schwärmt Dr. Torsten Nitsch. Auch einen Monat nach seiner Rückkehr schwingt das Erlebte bei ihm nach.

Mitte August startete der 48-Jährige mit dem Eisbrecher Polarstern und 47 weiteren Wissenschaftlern von Punta Arenas, der nördlichsten Spitze Chiles, in Richtung Weddelmeer und Antarktische Halbinsel. Sein Auftrag: Die Erforschung der Lebensräume des Antarktischen Krills. „Es ist kaum zu glauben, wie viele Lebewesen im Eis zu finden sind“, berichtet Dr. Torsten Nitsch. Damit das Eis mikroskopisch untersucht werden konnte, entnahm Dr. Torsten Nitsch mithilfe eines Eisbohrers der 60 bis 120 Meter dicken Eisdecke Eisproben. „Nur der Süßwasseranteil friert zu Eis. Dadurch entstehen winzig kleine Wasserkanäle mit einem sehr hohem Salzwasseranteil. Und in denen leben über 100 Arten, zum Beispiel Kieselalgen, in tausendfacher Anzahl“, weiß der Experte für Ökologie in Polargebieten. „Das ist die Nahrungsgrundlage der Krilllarven.“

Je nachdem, wo das Expeditionsschiff des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) gerade anlegte, hatte der ambitionierte Biologie- und Chemie-Lehrer auch andere Aufgaben zu erfüllen. Legte der Eisbrecher an einer Eisscholle an, hieß es, das Eiscamp aufzubauen. Stand die Planktonuntersuchung auf dem Programm, engagierte sich Dr. Torsten Nitsch am Mikroskop.

„Der 24 Stunden-Betrieb musste laufen. Ich habe genauso Schichten übernommen wie alle anderen Wissenschaftler“, erzählt Dr. Torsten Nitsch von seinem Schiffsalltag nicht ohne Stolz. Er habe es sehr genossen, als Teil des Teams internationaler Wissenschaftler anerkannt worden zu sein.

Material für den Unterricht erstellen


Seine Aufgabe nach der Reise: Alle Ergebnisse und Erlebnisse der Polarforschungsreise für den Schulunterricht aufzuarbeiten. Darüber hinaus stehen in seinem Terminkalender einige Lehrerfortbildungen. Dabei zeigt der Polarexperte, wie das Thema Ökologie der Polargebiete in den Unterricht integriert werden kann. „Ich sehe mich als Schnittstelle zwischen der Wissenschaft und der Schule“, so der Lehrer des Heinrich-Heine-Gymnasiums.
Aber auch privat hat die Reise ihre Spuren hinterlassen. Über 3000 Fotos hat er mitgebracht und zum ersten Mal Pinguine, Wale und Robben in ihrer natürlichen Umgebung erleben dürfen.

Sein Fazit: „Die Welt dort ist so faszinierend und farbig. Gleichzeitig so zerbrechlich und gefährdet. Mir ist klar geworden, wie begrenzt und unwichtig mein eigenes Leben ist.“

Weitere Eindrücke schildert Dr. Torsten Nitsch auf seinem Blog.
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