Günter Kahl: Ein Leben für den Karneval

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1976 unterhielt Günter Kahl als Prinz Günter I mit seiner Lieblichkeit Martina I das närrische Volk. (privat )
Dorstfeld. Mit seiner Frau Irmgard gemeinsam entdeckte Günter Kahl 1956 seine Leidenschaft für den Karneval. Die Liebe zu beiden hält bis heute an. Jetzt ist Schluss. Aber nur mit den offiziellen Ämtern bei den Karnevalsgesellschaft der Roten Funken. Sein letzter Auftritt nach 36 Jahren als Sitzungspräsident, ist am Samstag (14.2.) bei der Prunksitzung der Roten Funken in Kirchlinde.

Jedes Jahr volles Haus

Wenn am Samstag (14.2.) um 20.11 Uhr die traditionelle Prunksitzung in der Aula des Bert-Brecht-Gymnasiums startet, liegt die meiste Arbeit bereits hinter Sitzungspräsident Günther Kahl. Seine wichtigste Arbeit: die Gestaltung des Gala-Programms. Dafür besucht Kahl mit seiner Frau schon im Vorfeld viele Karnevalsshows. „Jeden einzelnen Künstler, der bei uns auf der Bühne stand, habe ich mir persönlich vorher angeschaut“, verrät der 77-Jährige. Ebenfalls arbeitsintensiv sei die Aufgabe, die Aula voll zu bekommen. „Auf meiner langen Telefonliste stehen eine Menge Namen, die ich gesammelt habe. Die telefoniere ich von oben bis unten ab, von früh morgens bis spät abends“, erzählt Günter Kahl. Viel Arbeit. Immerhin passen fast 500 Menschen in die Aula. Was treibt ihn an?

Vom Tresen in die Bütt

„Wir leben für den Karneval!“ sagen Irmgard und Günter Kahl fast gleichzeitig. Den Termin vergessen? Unmöglich. Am 11.11.1937 geboren, fällt der Beginn der fünften Jahreszeit immer mit Günther Kahls Geburtstagsfeier zusammen. Im Blut habe er die jecke Zeit deshalb aber nicht. „Erst 1956 bin ich auf den Karneval aufmerksam geworden. Meine Frau und ich haben bei unserer ersten Verabredung am Valentinstag den Rosenmontagszug besucht. Das hat uns gleich gut gefallen“, erinnert sich Günter Kahl. Bis zur ersten Büttenrede dauerte es noch bis zum Jahr 1965. „Meinem damaligen Chorleiter des MGV Tivoli gefielen meine Sprüche am Tresen nach der Probe. Prompt verpflichtet er mich als Büttenredner für die Karnevalsfeier“, erzählt der passionierte Sänger. So begann seine Karriere als Büttenredner.

„Hör‘ doch auf Mann!“

Ob im Goldsaal, bei den Veranstaltungen „Lachende Hallen“ oder im Samba-Zug: Günter Kahl wurde über die Grenzen Dortmunds hinaus bekannt. „Hör‘ doch auf Mann“ - Das war sein Markenzeichen. „Ich konnte mich damals vor Auftritten nicht retten“, so Günter Kahl.
Nach zehn Jahren wechselte er seine Rolle im Karneval: aus der Bütt, auf die Bühne. Erst schmückte Kahl als Tollität Prinz Günter I den Dortmunder Karneval, dann als Sitzungspräsident die Bühne der Rote Funken Gala.
Wo liegt für ihn der Reiz des Karnevals? „Es ist das Flair gepflegter Veranstaltungen und das bunten Durcheinander, das mir immer wieder gefällt“, sagt Günter Kahl. Außerdem haben sich im Laufe der Jahre viele Freundschaften entwickelt, die er nicht missen möchte.

Mehr Zeit für die Familie

Warum dann das Ende? „Der Zahn der Zeit macht auch vor mir nicht halt,“ witzelt der Dorstfelder. „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge.“ Der Wunsch, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, habe für ihn den Ausschlag gegeben. Aber auf den Karneval wollen seine Frau und er nicht verzichten. Den Roten Funken stehe das närrische Paar weiterhin immer zu Seite.

Karten für die Prunksitzung der Roten Funken am Samstag (14.2.) um 20.11 Uhr in der Aula des BBG, Bockenfelder Straße 56, gibt es unter 175666.
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