Shari-Ola Edobor unterstützt für ein Jahr soziale Projekte in Bolivien

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„Natürlich habe ich mir als Erinnerung eine bolivianische Flagge mitgebracht“, sagt Shari-Ola Edobor. Ein besonders Andenken, denn ihre Freunde aus Bolivien haben ihre Glückwunsche dort verewigt. (Mechsner)
 
Die begeisterte Kung-Fu-Sportlerin Shari-Ola Edobor organisierte im Kloster von Maracheti Sportaktionen. (privat)
Unbekannte Welt, fremde Kultur und ein anderes Klima: Mit ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr in Bolivien hat sich Shari-Ola Edobor einen Kindheitstraum erfüllt.

Was muss in den Koffer, wenn man für ein Jahr verreist? „Als ich losfuhr, war die Dauer der Reise für mich unvorstellbar“, erinnert sich Shari-Ola Edobor. Ein Koffer und eine Stofftasche: Das musste reichen. „Mit der Stofftasche bin ich dann auch wirklich ein Jahr lang herumgelaufen“, schmunzelt die Studentin der Romanistik und Orientalistik. Kaum in Bolivien angekommen, ging die Reise weiter nach Machareti, einem 2000-Seelen-Ort im südlichen Teil des Landes.
Während die anderen Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres der Volunta gGmbH Probleme mit der Klimaumstellung hatten, fühlte sich Shari-Ola Edobor in der Trockensteppe bei bis zu 50 Grad auf Anhieb wohl. Ihr Reiseziel: das Internat des Ortes, in dem ca. 40 Mädchen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren leben. „Die Kinder kommen aus den kleineren Dörfern der Umgebung“, berichtet Shari-Ola Edobor. „Eine einzige Erzieherin muss sich nach der Schule um alle kümmern. Die war froh, dass ich ihr dabei ein bisschen zu Hand gegangen bin.“

Traum seit der fünften Klasse
Nach zwei Monaten im Internat, wechselte sie zusammen mit einer anderen Volunteerin zu einer Gastfamilie. „Jeder kannte uns in Machareti, wir waren die absoluten Stars und immer willkommen“, erinnert sich Shari-Ola Edobor. Ihre täglichen Aufgaben: vormittags Englisch-Unterricht für Grundschulkinder und nachmittags Freizeitprogramm für Jugendliche im Nonnenkloster. Verständigungsprobleme? Immerhin leben in Bolivien neben den Menschen, die im Laufe der verschiedenen Einwanderungswellen ins Land kamen, insgesamt 40 indigene Völker, die 35 verschiedenen Sprachfamilien angehören. „Bolivien war über Jahrhunderte spanische Kolonie, deshalb ist die Amtssprache spanisch“, weiß Shari-Ola Edobor, die „schon seit der fünften Klasse davon träumt, einmal Südamerika zu bereisen.“ Mit zwei Volkhochschulkursen und einer Spanisch AG in der Schule überwand die ehemalige Schülerin des Reinoldus-Schiller-Gymnasiums in Wischlingen die Sprachhürden spielend.

„Bolivianer sind offen und herzlich“
„Mein Tag begann um sechs Uhr und endete früh. Die Uhren ticken in Bolivien eben ganz anders als in Deutschland“, berichtet die 20-Jährige. Besonders genossen habe sie die Mentalität der Bolivianer. „Die Menschen dort sind offen und lachen viel. Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen. Ihre Gelassenheit werde ich vermissen“, schwärmt Shari-Ola Edobor. „Genauso wie die vielen Feierlichkeiten. In Bolivien wird oft und gerne gefeiert. An Karneval herrscht bis ins entlegenste Dorf hinein vier Tage lang Ausnahmezustand.“
Nur in puncto bolivianisches Essen angereichert mit viel Fleisch aus eigener Tierhaltung stieß die überzeugte Vegetarierin bei den Einheimischen eher auf Unverständnis. „Da habe ich gelernt, dass Bohnengerichte auch sehr schmackhaft sein können“, erzählt Shari-Ola Edobor.


In den Ferien Bolivien erkunden
Das Land Bolivien erkundete sie in den Schulferien allein. „Für 80 Bolivianos kann man 24 Stunden mit dem Bus fahren. So habe ich mir den Regenwald, die Berge und auch das Amazonasgebiet angeschaut“, berichtet Shari-Ola Edobor stolz. „Man fuhr zwei Stunden und war plötzlich in einer komplett anderen Klimazone, das war sehr beeindruckend.“ Auch nach sechs Wochen wieder zu Hause in Dortmund ist ihre Euphorie über das Erlebte noch deutlich spürbar: „Der Aufenthalt war für mich eine ganz besondere Erfahrung, die mich bereichert hat. Viele Dinge wie zum Beispiel den Leistungsdruck in meinem Studium sehe ich jetzt viel gelassener.“

Info:
Die Volunta gGmbH ist eine Tochtergesellschaft des Deutschen Roten Kreuzesund seit 2004 als Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres im Inland und Ausland tätig.
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