Känguru-Paradies in Lütgendortmund

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  Kängurus im Garten? Gibt‘ s nicht. Doch, das gibt es. In Lütgendortmund. Benjamin Jäger ist überzeugter Hobby-Züchter. Seit acht Jahren gehören Kängurus als Haustiere zur Familie.

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein ganz normaler Garten: ein Platschbecken, Spielzeug und eine gemütliche Terrasse. Von Kängurus ist weit und breit nichts zu sehen und zu hören. Erst auf den zweiten Blick fällt der hohe blickdichte Zaun am Ende des Gartens auf. Am Tor lässt ein Türschild erahnen, was sich dahinter verbirgt: Australien 16776 Kilometer. „Die meisten glauben zunächst gar nicht, dass wir wirklich Kängurus haben“, schmunzelt Benjamin Jäger.

„Bei über 25 Grad ist den Kängurus zu heiß“

Umso überraschter die Reaktion, als sich das Tor öffnet. Auf über 1000 Quadratmetern tummeln sich derzeit 13 Bennett-Wallaby Kängurus in einem wahren Paradies. Einige schlafen unter den Bäumen oder im Stall, andere fressen und die Kleinsten verkriechen sich noch im Beutel der Mutter. Es ist Sommer, die Wärme mögen doch die Kängurus oder? „Bei Temperaturen über 25 Grad ist ihnen trotz des Sommerfells zu heiß. Wallabys kommen aus Tasmanien. Dort herrscht ein ähnliches Klima wie hierzulande“, weiß Benjamin Jäger.


Bock Bruno und Weibchen Susi

Seit acht Jahren halten die Jägers Kängurus. Eine Haustierallergie seiner Frau machte den tierlieben Schlosser erfinderisch. Warum keine Kängurus im parkähnlichen Garten ansiedeln? „Vieles spricht für die Beuteltiere. Als Vegetarier betätigen sie sich im Garten als Rasenmäher, sind ruhige und sehr friedliebende Tiere“, so der 33-Jährige. Gesagt.Getan. Statt aus Tasmanien kaufte er sich Kängurus von verschiedenen Züchtern in ganz Deutschland. Der zehnjährige Bock Bruno und das neunjährige Weibchen Susi sind am längsten bei der Familie. „Die Muttertiere der beiden kamen ursprünglich aus Zoos“, weiß Jäger. Nach und nach wuchs die Kängurufamilie an. Heute teilen sich Bock Bruno und der Albino-Bock die sechs Weibchen.

"So klein wie ein Gummibärchen"

Einmal im Jahr gibt es Nachwuchs. „Sie sind erst klein wie Gummibärchen und saugen sich für fünf Monate an der Zitze der Mutter fest. Erst dann gucken die nackigen Kleinen aus dem Beutel“, weiß der siebenjährige Sohn Maximilian. Für ihn und seinen fünfjährigen Bruder Alexander sind Kängurus im Garten völlig normal. „Die sind langweilig, weil man mit denen nichts anfangen kann“, berichtet der Grundschüler. Nur Susi und Bruno lassen sich von Hand füttern, am liebsten fressen sie getrockenetes Brot. Aber streicheln? An diesem Punkt hört die Zuneigung der Fluchttiere auf. Die Jägers haben fünf Jungtiere. Einige sind noch im Beutel, andere schnuppern herum. Noch ein paar Monaten dann heißt es Abschied nehmen. Die Jungtiere werden in gute Hände abgegeben. „Dem Nachwuchs geben wir keine Namen, sonst würden wir es nicht mehr übers Herz bringen, sie wegzugeben“, so Christina Jäger.

Die Chemie stimmt

Abends ist Fütterungszeit. Das übernimmt Benjamin Jäger. „Ich setze mich nach der Arbeit zu den Kängurus und lege das Futter zu meinen Füßen. Wenn ich die Tiere beobachte, entspannt mich das.“ Spätestens jetzt ist klar, warum der 33-Jährige auf das Känguru gekommen ist. Die Chemie zwischen dem Liebhaber exotischer Haustiere und den tasmanischen Wallabys stimmt eben.
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