A45: Modellversuch beendet - Tempolimit schützt nicht vor Lärm

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Ein generelles Tempolimit von 100 km/h bringt auf der A45 keine wesentliche Lärmreduzierung, sagt die Untersuchung. Ein Problem bleibt der Schwerverkehr. Archivfoto: Meier

Der „Modellversuch Tempolimit“ auf der A45 ist Vergangenheit. Weil eine signifikante Lärmreduzierung nicht nachgewiesen werden konnte, gilt ab sofort wieder die ursprüngliche Geschwindigkeit statt der zwischenzeitlichen 100 km/h.

„Eine signifikante Minderung sowohl der Dauerschallpegel als auch der Pegelspitzen konnte nicht belegt werden.“ Das ist die Kernaussage der wissenschaftlichen Untersuchung, die von der Bezirksregierung Arnsberg in Auftrag gegeben worden war. Sie sollte klären, inwieweit Tempolimits Lärm reduzieren können.

Probleme macht der Schwerverkehr


Das für den Modellversuch vorgesehene Gebiet umfasste beide Richtungsfahrbahnen der A 45 südlich des Autobahnkreuzes Dortmund-West bis südlich des Autobahnkreuzes Dortmund/Witten - insgesamt rund zwölf Kilometer. Gemessen wurde von Anfang 2013 bis Mitte 2015 an zwei stationären Stellen, mit und ohne Tempolimit. Parallel dazu wurden Anwohner systematisch befragt.
Die Ergebnisse des Modellversuchs dürften so manchen erstaunt haben. Denn ein erweitertes Tempolimit an sich bringt nichts. Probeme macht vor allem der Schwerverkehr - für den gilt aber ohnehin ein Tempolimit von 80 km/h.

Ergebnisse im Einzelnen:

• Sowohl in Eichlinghofen als auch in Kruckel/Persebeck sind die stündlichen Mittelungspegel durch Verkehrsgeräusche mit der Beschränkung auf 100 km/h an den Wohngebäuden im Vergleich zum Voruntersuchungszeitraum durchschnittlich nicht gesunken.
• Fassadenimmissionspegel über 60 dB(A) liegen nur an einzelnen, nahe an der A45 stehenden Häusern im Nachtzeitraum vor. In der deutlich überwiegenden Zahl der Fälle liegt die Lärmbelastung im Nachtzeitraum klar darunter, in Eichlinghofen oft unter 50 dB(A)

Motorräder als Lärmquelle?


• Im Hinblick auf einzelne Verkehrsgeräusche auf der A 45 sind es vor allem Motorräder und schnell fahrende Fahrzeuge, die in den Befragungen vor und nach Einführung des Tempolimits als Belästigung genannt werden – obwohl bei den gemessenen Pegelspitzenwerten Motorräder eigentlich keine Rolle spielten.
• Die Kurzzeit-Lärmbelästigung (bezogen auf eine zurückliegende Stunde oder Nacht) fällt geringer aus als die in der Befragung zur längerfristigen Lärmbelästigung (bezogen auf 12 Monate). Der Anteil der durch A 45-Lärm belästigter und – nach Selbstberichten – im Schlaf gestörter Personen nimmt trotz ähnlicher Lärmexposition nach Einführung des Tempolimits um rund 10 Prozent ab.
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