ALDI in Bodelschwingh: "Klarer Bürgerwillen für den Neubau"

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Der ALDI-Markt an der Bodelschwingher Straße möchte gerne umziehen, modernisieren und seine Fläche vergrößern. Foto: Schütze
 
Bruno Wisbar

Soll der Discounter ALDI in Bodelschwingh die Straßenseite wechseln und sich räumlich vergrößern dürfen? Die Verwaltung ist dagegen, die Bezirksvertretung Mengede zum Großteil vehement dafür.

„Die Politik im Rat soll endlich auch mal unsere Sachen akzeptieren!“ Mit klaren Worten hat CDU-Fraktionssprecher Joachim Farnung zum Ausdruck gebracht, was die Mehrheit der Bezirksvertretung Mengede denkt: Der örtliche ALDI in Bodelschwingh soll neu bauen und dabei auch seine Gesamtfläche vergrößern dürfen. Der Rat entscheidet darüber indirekt in seiner Sitzung am 12. Dezember. Baudezernent Martin Lürwer empfiehlt in seiner Vorlage eine generelle Ablehnung derartiger Pläne.

Die Verwaltung will den Einzelhandelsbestand in seiner jetzigen Form festschreiben, zunächst mit einer zweijährigen Veränderungssperre. „Ziel ist es, mit dieser Begrenzung der Verkaufsfläche an der Bodelschwingher Straße den zentralen Versorgungsbereich Westerfilde zu schützen und zu stärken“, argumentiert Lürwer.

Die Bezirksvertreter hingegen wollen Westerfilde und Bodelschwingh nicht gegeneinander ausspielen - ganz im Gegenteil. „Auch die Westerfilder gehen quasi zu ihrem ALDI, wenn sie nach Bodelschwingh kommen“, weiß Dorothea Moesch (SPD). Auch die CDU sieht durch einen Umzug des Discounters alles andere als eine Schädigung der vorhandenen Struktur. „Es gibt vor Ort auch einen klaren Bürgerwillen für den Neubau“, berichtete Joachim Farnung. Für Grünen-Sprecherin Isabella Knappmann nachvollziehbar: „Die einkommensschwächere Bevölkerung braucht einen Discounter mit entsprechender Presisstruktur. Wir müssen den Bedarf hier decken. Ohne ALDI hätten wir eine Unterversorgung.“

Dass die Verwaltung einen ALDI-Neubau kontraproduktiv für das Gesamtkonzept Westerfilde/Bodelschwingh hält, kann sie ebenso wie weite Teile der SPD-Fraktion nicht nachvollziehen: „Das ist eine Luftblase! Was wir stattdessen unter allen Umständen verhindern müssen, ist eine Abwanderung des ALDI in die Nachbarschaft, etwa nach Castrop.“

Einzige Forderung der Grünen für eine Zustimmung: Für die künftige Alt-Immobilie an der Bodelschwingher Straße soll ein ansprechendes Nutzungskonzept vorgelegt werden - oder sie soll abgerissen werden. SPD-Fraktionssprecherin Gudrun Feldmann unterstrich zudem, dass die Verkaufsfläche am Standort auch nach Umzug und Neubau nicht vergrößert werden solle. Dirk Reddig (CDU) mahnte allerdings die Zustimmung zu einer größeren Gesamtfläche an, da der Discounter aus wirtschaftlichen Gründen künftig auf eine größere Lagerfläche setzen wolle.

Am Ende lehnte die Mehrheit der Bezirksvertretung die Vorlage von Stadtrat Lürwer ab und erwartet dies nun auch vom Rat. Werner Locker stimmte für die Vorlage, Bruno Wisbar und Axel Thieme enthielten sich.

Gespaltene SPD-Fraktion

Die Bedenken der sozialdemokratischen Mandatsträger Locker und Wisbar hatten dabei eine intensive Diskussion ausgelöst. Beide fürchten durch die Zustimmung zum Neubau negative Auswirkungen auf Fördermaßnahmen im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. „Als Westerfilder muss ich sagen, ich kann mich mit der vorgeschlagenen Veränderungssperre der Verwaltung anfreunden. Dann wäre genügend Zeit, alle Förderanträge zu stellen.“

Werner Locker verwies zur Bedarfsdeckung auf den örtlichen Discounter LIDL und teilte zudem die Bedenken Wisbars: „Wenn durch die Genehmigung des ALDI-Neubaus am Ende die Förderung für Westerfilde nicht genehmigt wird, wäre das sehr traurig.“

Sorgen, die Isabella Knappmannn (Grüne) nicht nachvollziehen kann. „Das Konzept und der Förderbereich umfasst ausdrücklich Westerfilde und Bodelschwingh. Da wird es keine Probleme geben.“ Diese Auffassung schloss sich die Mehrheit der Bezirksvertretung an.
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