E-Mobilität wird orkanartige Umwälzungen zuerst in der Autoindustrie mit sich bringen

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Ein Elektroauto braucht keine Zündkerzen, keinen Auspuff, keine Ventile, keine Verbrennungsmotoren, keinen Anlasser, keine Lichtmaschine, kein Getriebe...

Die Massenanfertigung von E-Autos, E-Bussen und E-Lkws wird dazu führen, dass ca. 60 Prozent aller Tätigkeiten in der Automobilindustrie fast überflüssig werden. In der Zuliefererindustrien dürfte sich dann diese Zahl vervierfachen!

Die Gewerkschaften haben zwar die Gefahr erkannt, aber ihre Forderungen zeigen, dass sie noch nicht wissen, wohin die Reise insgeheim geht. "Wir brauchen die Elektrifizierung des Antriebsstrangs hier in Deutschland, um Rationalisierungseffekte zumindest teilweise auszugleichen" sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. Was er damit meint, versteht wahrscheinlich kaum ein normal gebildeter Gewerkschafter aus der Automobilindustrie.

Durch die komplette Digitalisierung (Stichwort: Industrie 4.0) der modular-autonomen und voll vernetzen Produktion benötigt eine Autohersteller in naher Zukunft höchstwahrscheinlich nur noch max. 20 Prozent der ursprünglichen Belegschaft. Heute schon werden Autos mit 3D-Druckern in 20 Minuten gedruckt. Zumindest die Karbonkarosserie. Den Rest kann man auch bald mit 3D-Druckern drucken.

Die Beschäftigten der Autoindustrie müssen sich sogar nach Einschätzung der IG Metall wegen der E-Mobilität und Digitalisierung auf massive Umwälzungen bei den Anforderungen im Job gefasst machen. Von der bevorstehenden Massenarbeitslosigkeit dürfen die Gewerkschaften heute natürlich noch nichts erwähnen, denn es geht ja am Endeffekt auch um ihre Jobs. Die SPD-treuen Gewerkschaften wissen aber heute schon, dass auch Ihre Mitgliederzahlen sich dann radikal reduzieren werden. Es stellt sich damit heute schon die Frage für die Zukunft, wann das Einkommen für ein menschenwürdiges Leben von einer bald ausgestorbenen Erwerbstätigkeit für die große Masse der Menschen endlich entkoppelt wird?!

Es dürfte laut Gewerkschaftschef Jörg Hofmann schwieriger werden, die minimalen Chancen neuer Aufgaben mit der wohl sinkenden Zahl an klassischen Tätigkeiten im Bau von Verbrennungsmotoren und Getrieben voll auszubalancieren.

Der Gewerkschaft IG-Metall zufolge arbeiten etwa 250.000 der 880.000 im Fahrzeugbau beschäftigten Menschen in der Antriebstechnik. Werden Antriebe nicht mehr benötigt, benötigt man auch keine Beschäftigten mehr... Es dürfte damit zu rechnen sein, dass ca. 90 Prozent der Beschäftigten in der Antriebstechnik in naher Zukunft ihren Job verlieren werden, oder sie lassen sich ganz schnell zu Pflegepersonal umschulen.

"Jede Menge Beschäftigte müssen so schnell wie möglich umqualifiziert werden", erklärte der Betriebsratschef von Daimler. Man versuche aber, so viele Mitarbeiter wie möglich in die neue Zeitepoche mitzunehmen. Welche werden wohl da wie mitgenommen wäre eine interessante Frage? Es gebe aber Grenzen. Die Grenzen dürfte wohl meistens das Alter, das Können und die Beziehungen sein, sowie die Befähigungen der jüngeren Mitarbeiter sich schnell anzupassen oder zu verstellen.

Der Vize-Betriebsratschef von Bosch, Hartwig Geisel, ist da eher skeptisch, ob sich der Trend weg vom Verbrennungsmotor ohne großen personellen Aderlass vollziehen lässt: "25.000 Arbeitsplätze bei Bosch in Deutschland hängen am Verbrennungsmotor. Wir werden da ein enormes Problem bekommen." Viele Zulieferer gerieten besonders unter Druck, weil Autobauer immer mehr Teile der neuen Themen an sich zögen. "Der Kuchen wird neu verteilt." Und, wer zu spät kommt, dem bestraft wohl das Leben.

Wer heute noch auf "Verbrenner" und Getriebe setzt ist entweder verrückt, oder ein Spieler!
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Hasan Eker aus Dortmund-West | 29.11.2016 | 12:21  
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