Hallenbad Dorstfeld: Jetzt wird neu gerechnet

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Über die Zukunft des Westbades diskutierten (v.l.) der Chef der Sport- und Freizeitbetriebe Bernd Kruse , Sportdezernentin Birgit Zoerner und Stadtdirektor Jörg Stüdemann mit den Betroffenen. (Foto: Schütze)

Zurück auf die Startblöcke: In Sachen Hallenbad Dorstfeld hat Stadtdirektor Jörg Stüdemann einen Neustart der Diskussion zugesagt. Vor einer Entscheidung sollen drei Varianten durchgerechnet werden: Sanierung, Neubau in Wischlingen oder Neubau am Kortental.



14 000 Unterschriften für den Erhalt des Westbades und das Protestschwimmen haben offensichtlich Wirkung gezeigt bei der Verwaltungsspitze. Bei einer Diskussionsveranstaltung, zu der die Stadteltern eingeladen hatten, waren Stüdemann, Sportdezernentin Birgit Zoerner und der Geschäftsführer des Stadtbetriebs Sport und Freizeit spürbar bemüht, die Wogen zu glätten.

Wunderschön, gut besucht - und teuer

Das Dorstfelder Hallenbad sei „unzweifelhaft wunderschön“ und eines der „bestbesuchten“ in der Stadt, räumte Stüdemann ein. Aber es sei auch teuer: Rund 1,2 Millionen Euro steckt die Stadt jährlich als Bezirkskostenzuschuss in das Bad, ebenso viel wie in das viel größere Südbad. Zum Vergleich: Ein neues Bad ließe sich heute mit 500 000 bis 600 000 Euro betreiben. Und: Das Westbad muss dringend saniert werden. Die Dachkonstruktion aus Holz ist marode, die Bad­technik brauche ebenfalls eine Runderneuerung – die Sanierungskosten gehen in die Millionen. Die Grundidee, über einen Neubau in Wischlingen nachzudenken, „sei nicht deshalb verkehrt. Dazu stehe ich“, so Stüdemann.

Eintrittspreise nicht verändern

Zumal man auch bei den Eintrittspreisen den Bürgern und Vereinen entgegen kommen wolle, so Birgit Zoerner. „Der normale Schwimmer“ werde in einem neuen Bad in Wischlingen so viel zahlen wie jetzt im Westbad. Und auch mit den Vereinen werde man eine Regelung finden, so die Dezernentin.


Standort Kortental erhalten

Nur: Ein Umzug nach Wischlingen ist für viele kein Ersatz für das Westbad. „Ins Westbad gehe ich Fuß, nach Wischlingen müsste ich auf jeden Fall mit dem Auto fahren“, kommentierte eine Mutter. So sieht es auch Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß. Seine Forderung: „Sanieren oder Neubau an gleicher Stelle – alles andere ist keine Lösung.“ Hans-Peter Hirsch, Vorsitzender der DLRG Dorstfeld, warnte davor, den Neubau in Wischlingen „schönzurechnen“. Auch die Abrisskosten müssten in die Kalkulation mit eingehen.

Drei Varianten prüfen

Rechnen, genau das wird man jetzt in der Verwaltung tun und für alle drei diskutierten Varianten die Kosten ermitteln: Die Sanierung des Westbades, den Neubau eines Hallenbades an gleicher Stelle und ein Neubau in Wischlingen. Begleitet werden soll der Prozess von einem Arbeitskreis, dem die Vereine DLRG und ATV sowie Vertreter der Schulen und Elternschaft angehören sollen.
Man habe in kommenden Monaten ausreichend Zeit, alle Varianten zu prüfen, so Stüdemann. „Aber bis Mai brauchen wir eine Entscheidung.“

Mit Fotos von Stephan Schütze
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