Huckarde gibt Gas: "Wir wollen Welterbe!"

Anzeige
Die Pläne für das Standortmarketing Hansa Revier Huckarde stellten (v.l.) Carsten Hensel, OB Ullrich Sierau, Bezirksbürgermeister Harald Hudy, Ursula Mehrfeld von der Stiftung Industriekultur und Frank Führer vor. (Foto: Schütze)
 

Mit einer Vielzahl von Aktionen, Veranstaltungen und Konzerten will das Hansa Revier Projekt in Huckarde „Gas geben“ beim Standortmarketing. Im Fokus steht die ehemalige Kokerei Hansa und das Motto: „Wir wollen Welterbe!“

Es ist schon ein starkes Stück Dortmund, das sich den Besuchern im östlichen Huckarde auf nur wenigen hundert Metern Entfernung bietet. Da ist eine Kletterhalle, die bundesweit zu den Topadressen zählt, ein Museum mit prächtigen alten Straßenbahnen, der Deusenberg mit seiner Mountainbike-Arena und dem Panoramablick über Dortmund und nicht zuletzt der Dortmnd-Ems-Kanal, an dem entlang man nicht nur radeln oder spazieren gehen, sondern auch den Goldachter bei der Trainingsarbeit be­obachten kann. Und mitten drin die alte Kokerei Hansa, ein imposantes Stück Industriegeschichte. „So schnell findet man so etwas anderswo nicht“, schwärmt da nicht nur Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Diese manchmal noch „versteckten Perlen“ stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, das ist der Sinn des Marketingprojektes Hansa Revier Huckarde, das nun so richtig ins Rollen kommt.
Im Zentrum steht die Kokerei Hansa, einst Arbeitsplatz für 1000 Menschen, heute ein ambitioniertes Stück Industriegeschichte. „Wir wollen UNESCO-Weltkulturerbe werden“, sagt Ursula Mehrfeld, Chefin der Stiftung Industriegeschichte, die ihren Sitz auf Hansa hat. Insgesamt 20 „signifikante Objekte der Industriekultur“ aus dem ganzen Ruhrgebiet bemühen sich gemeinsam um die Auszeichnung.
Da kommt der Rückenwind durch das Standort-Marketing gerade recht. Kokerei, Kletterhalle und Verkehrsmuseum zählen schon jetzt 150 000 Besucher, berichtet Projektleiter Carsten Hensel. Und das sei längst nicht das Ende der Fahnenstange. „Wir rechnen mit Zuwachsraten von jährlich bis zu 25 Prozent.“
Dazu beitragen soll ein ganzes Bündel von Veranstaltungen und Aktionen. So wird es ab Mai in der Kompressorenhalle eine bunte Konzert­reihe geben, die von Rock bis Irish Folk und Klassik eine breite Palette bietet. „Bühne frei“ heißt es im Begegnungszentrum Deusen, das eine Bürgerinitiative in der alten Ortskirche geschaffen hat. Das Begegnungszentrum wird zum „Talentschuppen“, der Dortmunder Nachwuchsakteuren eine Plattform bietet, berichtete Frank Führer vom Huckarder Stadtbezirksmarketing. Abgerundet wird das Angebot durch industriegeschichtliche Wanderungen und Radtouren, Mountainbike-Kurse und weitere Aktionen, an denen sich auch Ruderzentrum, Verkehrsmuseum und das Kulturzentrum Alte Schmiede beteiligen. Die Kletterhalle setzt ein weiteres Ausrufezeichen. Dort will man die größte Boulderhalle der Welt eröffnen, in der Extremsportler Hochleistungsklettern ohne Seil und Gurt erproben können.
„Das wird ein ereignisreiches Jahr und wir sind stolz darauf, dass wir in Huckarde so etwas hinkriegen“, freute sich Harald Hudy. Der Bezirksbürgermeister erinnerte daran, dass die alte Kokerei schon vor dem Abriss stand. Es sei eine „sehr, sehr kluge Entscheidung gewesen“, hier doch keinen Autobahnzubringer zu bauen. Denn so wird Huckarde „vielleicht noch Weltkulturerbe“.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.