Neue Heimat für jugendliche Flüchtlinge in Kley und Lütgendortmund: "Brücken schlagen"

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Volles Haus in der Kirche „Christus unser Friede“: Viele Bürger waren gekommen, um sich über die geplante Unterbringung der jugendlichen Flüchtlinge und konkrete Hilfsmöglichkeiten zu informieren.
 
Daniela Schneckenburger, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, stellte die Planungen für Kley und Lütgendortmund vor.

Ab Montag werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in die ehemalige Grundschule am Kleyer Weg und in das Gebäude des Wohn- und Pflegeheimes St. Barbara an der Limbecker Straße einziehen.

Jugend- und Familien-Dezernentin Daniela Schneckenburger informierte darüber im Rahmen eines Bürgerdialogs. Der STADT-ANZEIGER sprach im Anschluss mit ihr über die Stimmung vor Ort, Hilfsangebote und die neuen Bewohner.

Frau Schneckenburger, wie haben Sie die Stimmung bei diesem Bürgerdialog wahrgenommen?
Daniela Schneckenburger: Es war eine sehr konstruktive Veranstaltung. Natürlich gab es kritische Nachfragen, aber das ist völlig in Ordnung. Insgesamt hat sich auch an diesem Abend in Kley gezeigt, dass die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sehr groß ist.

Kann man schon im Detail sagen, ab wann und in welcher Zahl unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen werden?
Wir werden beide Einrichtungen ab Montag belegen. In die ehemalige Grundschule in Kley ziehen 36 Jugendliche ein, betreut von der St. Vincenz Jugendhilfe. Sie werden nur vorübergehend vier bis fünf Wochen dort wohnen, da das Gebäude dann ja zu einer Übergangsunterkunft umgebaut werden soll.

Was wird konkret in Lütgendortmund passieren?
Dort ziehen 40 jugendliche Flüchtlinge ein, die vom Träger St.Elisabeth betreut werden. Sie können dort auch längere Zeit bleiben.

Wie alt sind die Jugendlichen und wo kommen sie her?
Konkret ist uns die Nationalität noch nicht bekannt, da in Kley und Lütgendortmund auch Jugendliche eine Unterkunft finden, die jetzt am Wochenende erst ganz neu in Dortmund eintreffen. Aber generell lässt sich sagen, dass der Großteil der Minderjährigen aus Syrien und dem Irak stammt. Viele sind vor der Terrororganisation ISIS geflohen, weil sie sich nicht anwerben lassen und nicht in den Krieg ziehen wollen. Rund ein Drittel der Jugendlichen ist zwischen 16 und 18 Jahren alt, ein gutes Drittel zwischen 14 und 16 Jahren - der Rest vor allem bei den syrischen Flüchtlingen ist noch jünger.

Sie haben die große Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort in Kley und Lütgendortmund angesprochen. Wie kann man ganz praktisch helfen?
Beide Einrichtungen haben signalisiert, das sie sich über jede ehrenamtliche Unterstützung freuen. Man kann zum Beispiel helfen, die Jugendlichen in die Gesellschaft unserer Stadt zu integrieren und in das Leben hier vor Ort. Sie mal mitnehmen in Sportvereine oder zu anderen Aktivitäten - so lassen sich Brücken bauen.

Sprache spielt auch eine Rolle?
Das stimmt, wir suchen immer auch Menschen, die beide Sprachen sprechen und so als Mittler auftreten können. Und ehrenamtliche Sprachlehrer, die den Jugendlichen bei dem Erlernen der deutschen Sprache helfen.

Wo kann man sich melden, wenn man die jungen Flüchtlinge unterstützen möchte?
Die Bürger können sich direkt an die beiden Einrichtungen in Kley und Lütgendortmund wenden oder aber auch an die evangelische und die katholische Kirchengemeinde. Beide Gemeinden haben sich bereit erklärt, als Anlaufstelle für Ehrenamtler zur Verfügung zu stehen.
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