Platz für 650 Flüchtlinge: Stadt will alte Schulen in Bövinghausen und Kley nutzen

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In die alte Grundschule in Kley sollen Asylsuchende einziehen.

Bei der Suche nach Unterkünften für die rapide steigende Zahl von Flüchlingen in unserer Stadt ist die Verwaltung im Dortmunder Westen fündig geworden: Die leerstehende Hauptschule Bövinghausen soll Platz für rund 600 Menschen bieten, in der alten Kleyer Grundschule könnten rund 50 Asylsuchende unterkommen.

Vor der Bezirksvertretung Lütgendortmund schilderte Sozialamtsleiter Jörg Süshard die dramatische Situation. Die „weltweite Flüchtlingswelle“ habe noch einmal angezogen. Mit unmittelbaren Folgen für Dortmund. „Die Situation spitzt sich zu. Allein in dieser Woche sind 136 Menschen zu uns gekommen.“ Hält der Trend an, kämen bis zum Jahresende weitere 2000 Flüchtlinge nach Dortmund, die es gelte, „menschenwürdig unterzubringen“.
Derzeit betreibt die Stadt eine Zentrale Kommunale Unterkunft (ZKU) im Grevendicks Feld mit 350 Menschen, sieben Übergangsunterkünfte sowie eine Notunterkunft. Weitere zehn Übergangsunterkünfte sind geplant. „Aber all das wird nicht reichen“, erklärte Süshard.
Bei der Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten ist die Verwaltung im Westen fündig geworden.

In Bövinghausen auch Container aufstellen

So soll die leerstehende Hauptschule in Bövinghausen Platz für rund 600 Asylsuchende bieten. Der Plan ist, nicht nur das alte Schulgebäude zu nutzen, sondern auf dem weitläufigen Gelände auch noch Container aufzustellen. „Wann es soweit ist, kann ich noch nicht sagen“, erklärte Süshard. Das Gebäude müsse erst entsprechend hergerichtet werden. Bei Wohncontainern gebe es derzeit erhebliche Lieferschwierigkeiten. Gut möglich, dass zunächst nur das Gebäude genutzt werde und die Container später folgen. Süshard sicherte zu, dass im Vorfeld bei Anwohnerversamlungen über das Vorhaben informiert wird. „Wir wollen die Bürger mitnehmen.“
Gleiches gelte auch für Kley, wo die leerstehende Grundschule am Kleyer Weg zur Übergangsunterkunft umgebaut werden soll. „Wir werden hier rund 50 Menschen unterbringen können“, erklärte Süshard. Auch hier müssten noch die sanitären Einrichtungen sowie Rettungswege geschaffen werden.

Unterstützung aus der Politik

Unterstützung erhielt Süshard von allen Seiten der Bezirksvertretung. „Wir hatten zwar andere Pläne für Kley und Bövinghausen“, , erklärte SPD-Fraktionschef Andreas Lieven. Aber man trage den „Kraftakt“ bei der Unterbringung von Flüchtlingen mit. Ebenso CDU-Sprecher Jürgen Schröder: „Wir tragen das aus vollem Herzen mit.“
Andreas Lieven verwies auch auf die guten Erfahrungen, die man mit der Unterkunft im Grevendicks Feld gesammelt habe, wo die Kirchengemeinden, aber auch viele Bürger die Bewohner unterstützen. Ein ähnliches „zivilgesellschaftliches Engagement“ erhofft sich Lieven auch in Bövinghausen und Kley.
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