Zankapfel Groppenbruch: Tauziehen in Mengede geht weiter

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Die Zukunft des Groppenbruch sorgte für Demonstrationen und Diskussionen - Letzteres immer noch. Foto: Archiv
Naturschutz oder doch Gewerbe? In das monatelange Tauziehen um die Zukunft des Groppenbruch hat die Bezirksvertretung Mengede jetzt noch einen drauf gesetzt. Einig sind sich die Parteien nur, dass sie sich noch immer nicht einig sind.

Eigentlich hat die Verwaltung den Plänen für ein neues Gewerbe- und Industriegebiet im Groppenbruch eine Absage erteilt. Zu hohe Entwicklungskosten, keine Rentabilität, lautet das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Die Wirtschaftsförderung hält sich aber ein Hintertürchen offen und will das Gelände im Flächennutzungsplan weiter als Gewerbegebiet ausweisen lassen.

Und genau diesen Teil der Vorlage, über die jetzt die Bezirksvertretung (BV) Mengede und später der Rat beschließen sollen, lehnen die Grünen entschieden ab. „Wir wollen, dass der Groppenbruch im Flächennutzungsplan als Natur- und Grünfläche ausgewiesen wird - und zwar bis zum St. Nimmerleinstag“, ließ Sprecherin Isabella Knappmann keinen Zweifel. Vielmehr sollte man prüfen, ob die Naturschutzflächen im Gebiet nicht sogar ausgeweitet werden können.

„Jeder vernünftige Mensch muss sich sagen, dass das Vorhaben auf lange Zeit nicht realisierbar ist, also können wir das Gebiet auch endgültig heraus nehmen“, warb Knappmann um Zustimmung.

Für die CDU signalisierte Sprecher Joachim Farnung - im Gegensatz zur eigenen Ratsfraktion - Sympathie für den Vorstoß der Grünen. Mit Blick auf die Arbeitsplätze habe sich die CDU in Mengede zwar immer schwer getan mit einer Entscheidung zum Groppenbruch. „Aber mich persönlich freut es, dass eine Entwicklung nicht wirtschaftlich ist und auch nicht realisiert wird“, gab Farnung offen zu. „Jetzt müssen wir darauf dringen, dass der Groppenbruch auch aus dem Flächennutzungsplan herauskommt und wirklich dauerhaft ein Naturschutzgebiet wird.“

Das klang nach großer Einigkeit in der BV, zumal auch Werner Locker für die SPD die Vorlage der Verwaltung verbal in der Luft zerpflückte. Sie sei absolut falsch, zeuge von Unkenntnis, sei schlecht gearbeitet. „Alles wird nur in eine Richtung geschoben, um Industrie da hin zu bekommen“, wetterte der SPD-Sprecher, „Wir denken aber auch an die Natur. Darum tragen wir das so nicht mit. Diese Vorlage kann man in die Tonne werfen!“

Klare Worte, doch umso mehr irritierte Locker dann mit seiner Schlussfolgerung: „Etwas Gutes ist es nicht, aber wir werden eine Empfehlung für die Vorlage aussprechen.“ Vor allem die Grünen reagierten verstört. „Diese Argumentation ist doch absolut widersprüchlich“, schüttelte Manfred Jockheck den Kopf.

Für die Sozialdemokraten aber erklärte sich Werner Locker nicht mehr, sondern bat jetzt um Vertagung von Thema und Beschluss. Isabella Knappmann mahnte zwar noch an, „jetzt und hier endlich Tacheles zu reden“. Sie musste sich aber von Bezirksbürgermeister Bruno Wisbar ausbremsen lassen. „Es ist Brauch in der Bezirksvertretung, in Thema zu schieben, wenn eine Fraktion darum bittet.“ Jetzt steht der Groppenbruch 2013 erneut auf der Tagesordnung.
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