Drei Lokalkompass-Bürgerreporter fiebern ihrem ersten Marathon entgegen

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Gemeinsam trainieren, das schweißt die selbsternannten Ruhrpottläufer zusammen. Während der letzten zwölf Monate haben sich in der Gruppe auch Freundschaften gebildet, sagen Alex Reiners, Benjamin Wolbert und Melanie Timp (v.l.). (Schütze)
 
Auf der Rückseite der Ruhrpottläufer Trikots stehen die wichtigsten Wettkampf-Stationen des Jahres. (Schütze)
Seit einem Jahr begleitet der Stadt-Anzeiger drei Hobbyläufer bei ihrem Projekt „Von Null auf 42“ des CJD-Sport- und Gesundheitszentrums in Oespel. Zusammen mit 22 bereiten sie sich auf ihren ersten Marathon vor. Am 4. Oktober beim Rhein-Energie-Marathon in Köln ist es für die Bürgerreporter Alex, Melanie und Benjamin so weit.

Es war ein langes Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. Da sind sich die Drei einig. Sie haben geschwitzt, gekämpft und gezweifelt. Ihr Anker: die Gruppe.

„Früher habe ich immer alleine trainiert. Jetzt in der Gruppe mit dem regelmäßigen Austausch ist das eine ganz andere Motivation“, berichtet Benjamin Wolbert. „Sich jeden Montag am Gesundheitszentrum zu treffen und zusätzlich der regelmäßige Stammtisch, das hat mir beim harten Training geholfen“, ergänzt Melanie Timp.

Fast jeden Tag trainieren

Über das wöchentliche Training hinaus haben sich unter den Teilnehmern schnell kleine Laufgruppen gebildet. „Laufen verbindet Jung und Alt. Das habe ich durch das Projekt gelernt. Und zusammen schaffen wir das Training und die Wettkämpfe viel leichter“, so Benjamin Wolbert. Fast jeden Tag Laufen oder Radfahren, zusätzlich Kraft- oder Ausgleichstraining und eine gesunde Ernährung: Das zehrt an den Kräften. Aber aufhören?Daran dachte Melanie Timp nach dem Viva-West-Halbmarathon im Mai. „Ich war absolut unmotiviert und wollte eigenlich gar nicht mehr laufen“. Erst nach zwei Wochen sei es wieder bergauf gegangen.

Tiefpunkt in Duisburg

Benjamin ereilte der Tiefpunkt beim Halbmarathon in Duisburg im Juni. „Plötzlich war der vielbeschworene Mann mit dem Hammer da und es ging nichts mehr. Doch nach einer Pause habe ich mich wiederaufgerafft. Das Adrenalin und die Gruppe beflügelten mich weiterzumachen.“ Doch nicht jeder aus der Gruppe hat es bis hierhin geschafft. „Nur die Hälfte unserer Truppe hat durchgehalten. Einige hatten Verletzungen, andere keine Kraft mehr“, weiß Alex Reiners, die selbst vor kurzem durch eine Verletzung im Trainingspensum zurückgeworfen wurde. Ihre letzten Laktatwerte waren entsprechend schlechter.

Zweimal im Trainingsjahr - einmal im November 2014 und im August 2015 - wurden Messungen bei den Läufern durchgeführt. Laktat, also das Salz der Milchsäure, gilt als ein Indikator für die körperliche Leistungsfähigkeit. Danach wird der Plan für den Marathon festgelegt. Alex und Melanie größtes Ziel beim Marathon: „Hauptsache ankommen“. „Die Tagesform ist entscheidend“, weiß Alex Reiner aus Erfahrung. Anders Benjamin. Er hat für seinen ersten 42,195-Kilometer-Lauf klare Ziele: „Ich habe eine bestimmte Zeit im Kopf, die ich erreichen möchte.“
Für die letzten Wochen heißt es noch viele Kilometer laufen, bevor es in Köln an den Start geht. Alle wollen noch mindestens einen 30-Kilometer-Lauf bis dahin absolvieren. Man merkt, trotz der intensiven Vorbereitung ist die Nervosität groß.

Freunde und Familie feuern an

„Unser Trainer begleitet uns beim Marathon mit dem Roller. Das ist ein tolles Gefühl und bringt mentale Stärke“, sagt Alex. Benjamin weiß schon heute, dass er bestimmten Streckenabschnitten entgegen fiebern wird. „Dort stehen Freunde und Familie und feuern mich an.“ Der Countdown läuft. Die Drei scharren mit den Laufschuhen. Keine Zeit mehr für weitere Gespräche. Es ist Zeit für die letzten Trainingskilometer.


Hintergrund
Das ist der dritte Vorbereitungskurs „Von Null auf 42“, den das CJD Sport- und Gesundheitszentrum in Oespel durchführt.
Ein Trainingsplan, die Laktatmessung, Videoanalyse und Ernährungsberatung ergänzen die Trainingseinheiten in der Gruppe. Weitere Infos: www.dortmund-sgz.de.
Das nächste Marathon-Projekt über sechs Monate startet im Oktober 2015. Die Info-Veranstaltung findet am Montag (28.9.) um 20 Uhr im Sport- und Gesundheitszentrum, Am Oespeler Dorney 41- 65 statt.
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