Interview: BVB-Sportdirektor Zorc über Odds BK, Champions League und die Bayern

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Die Europa League als lohnenswertes Ziel vor Augen, die Champions League für die nächste Saison im Hinterkopf: Im Interview spricht BVB-Sportdirektor Michael Zorc vor dem Hinspiel der Play Offs zur Europa League bei Odds BK in Norwegen am Donnerstag (20.8.) über die Saisonziele der Borussia - und zu große Ehrfurcht vor den Bayern.

Nach vier Jahren in der Champions League tritt der BVB in dieser Saison in der Europa League an. Bei Gegnern wie Florenz, Liverpool oder Marseille klingt das auch lohnenswert...
Michael Zorc: Wir müssen erst mal hinein in die Europa League. Eine Hürde liegt mit Odds BK Grenland noch vor uns. Wir sind in diesem Duell der klare Favorit. Und unser Anspruch ist es ohne Wenn und Aber, das zu schaffen. Man hat in den Spielen gegen Wolfsberg die Ernsthaftigkeit der Mannschaft gesehen, unbedingt in die Gruppenphase zu wollen. Wenn das geschafft ist, stellt die Europa League für Borussia aus vielerlei Gründen einen lohnenswerten Wettbewerb dar. Auch für unsere Spieler – die haben doch auch keine Lust, die internationalen Spiele alle vom Sofa aus zu verfolgen.

Auch wenn einige sicher lieber am Mittwochabend die Hymne der Champions League live hören würden.
Natürlich ist die Champions League der eigentliche Anspruch von Borussia Dortmund. Aber wir haben es dieses Mal sportlich nicht geschafft und dann muss man eben das nehmen, wofür man sich qualifiziert hat. Und das ist allemal ein Top-Wettbewerb, der in den letzten Jahren immer weiter aufgewertet wurde. Für den BVB muss es einfach der Anspruch sein, permanent international vertreten zu sein.

Ist die Teilnahme an der Europa League auch fast schon notwendig, um den großen Kader bei Laune zu halten?
Natürlich ist das auch ein Punkt. Der Kader bietet uns dann die Chance, die Belastung ein bisschen zu verteilen. Und anders herum bekommen alle Profis die Möglichkeit auf mehr Spielanteile.

„Klare Kante gegen die Bayern“


Sie haben das Selbstverständnis des BVB angesprochen, in der Champions League zu spielen. Aki Watzke hat dies auch als Saisonziel formuliert – obwohl zunächst nur von einer Rolle als Herausforderer die Rede war.
Wenn man alle Aussagen entsprechend übersetzt, dann landet man am Ende bei der Champions League als Wunschziel. Wenn wir es schaffen würden, wäre es eine große Leistung. Wir waren im Februar noch Tabellenletzter der Bundesliga, das ist noch nicht lange her. Und zumindest in meinem Gedächtnis ist das noch nicht vergessen.

Sie selbst haben den BVB als Herausforderer der Bayern-Herausforderer charakterisiert. Mats Hummels hat kürzlich empfohlen, nicht zu viel Ehrfurcht vor den Bayern zu zeigen. Vertragen sich diese Aussagen?
Das passt sehr gut zueinander, wenn man sich genau anschaut, was Mats gesagt hat. Er hat kritisiert, dass nach seinem Gefühl von einigen in vorauseilendem Gehorsam die Punkte abgeliefert werden. Und wenn es schön aussah, bedankt man sich am besten noch für die Vorführung, die man bekommen hat. Wir als Borussia Dortmund haben immer klare Kante gegen die Bayern gezeigt und versucht, das Maximale herauszuholen. Wir haben nie Spieler geschont, weil wir ein Spiel vorher schon abgeschenkt haben. Darum ging es Mats. Und da stimme ich ihm absolut zu.
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