Kehl will in Wembley den Pokal: Krönung für den Kapitän?

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In neun der bislang zwölf Spiele in der Champions League stand Sebastian Kehl in dieser Saison für den BVB auf dem Platz, hier beim Auftaktspiel gegen Ajax Amsterdam. Foto: Schütze

Er ist mit dem BVB drei Mal Deutscher Meister geworden und hat das Double geholt - das hat vor ihm noch kein Borusse geschafft. Jetzt kann Sebastian Kehl am Samstag (25.5.) die Champions League gewinnen und träumt seinen großen Traum ganz offen: „Ich glaube daran, dass wir die Bayern schlagen können. Wir glauben alle daran.“

Aber Sebastian Kehl ist viel zu sehr Realist, um nicht auch gute Gründe zu haben, an einen Erfolg über den neuen Deutschen Meister zu glauben: „Wir haben einen Plan. Wir wissen, wie wir sie schlagen können. Und das wissen die Münchner auch. Und das ist etwas, das sie im Kopf haben werden.“

Zwar macht der Kapitän des BVB keinen Hehl draus, dass auch er die Leistung der Bayern auf nationaler Ebene absolut beeindruckend findet. Dass man selbst allerdings in diesem Jahr in der Bundesliga erneut zwei Mal nicht gegen die Bayern verloren habe, „zeigt, dass wir eine Spielweise haben, die München weh tun kann.“ Eine Spielweise, die Bayern so in dieser Champions-League-Saison von den Gegnern bislang noch nicht erfahren habe. „Daher gehen wir mit sehr viel Vorfreude in dieses Spiel und zugleich mit dem großen Glauben, dass wir es gewinnen können.“

Dass Kehl in Wembley dabei ist, dass er überhaupt noch Fußball auf diesem hohen Niveau spielen kann, ist nicht selbstverständlich. Am seidenen Faden hing seine Karriere, als sie gerade ihren vermeintlichen Höhepunkt erreicht hatte. Kehl war Nationalspieler, hatte mit Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2006 gerade den dritten Platz geholt und ein deutsches Sommermärchen geschrieben.

Dann foulte ihn Bayerns Hasan Salihamidczic am ersten Spieltag der neuen Saison mit einer brutalen Grätsche. Die Fleischwunde heilte nur langsam, es gab immer wieder Komplikationen, Kehl fehlte dem BVB monatelang.

„Das Thema ist für mich abgeschlossen, darüber mache ich mir keine Gedanken mehr“, sagt Dortmunds Kapitän heute „Ich bin nochmal auf den Zug aufgesprungen und das macht mich wahnsinnig happy.“ Die Deutsche Meisterschaft 2011 erlebte Kehl verletzungsbedingt noch mehr von Außen, das Double 2012 trug dann ganz deutlich seine Handschrift. In dieser Saison teilt er sich die Rolle neben Ilkay Gündogan auf der zentralen Mittelfeldposition quasi mit Sven Bender.

Wenn er am 25. Mai den begehrten Pokal in die Höhe recken sollte, dann wäre das nicht nur ein persönlicher Triumph für den 33-Jährigen. Für Sebastian Kehl wäre es auch ein weiterer Beweis dafür, dass Borussia Dortmund sportlich neben dem FC Bayern auf einer Stufe steht: „Der BVB hat so viel Strahlkraft und Power, um der der zweite große Leuchtturm in Deutschland zu sein.“

Dietmar Nolte
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