S04 eröffnet Spieltag - herbe Kritik an BVB vor nächstem Spitzenspiel

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André Schürrle schoss für den BVB am Donnerstagabend zwar ein Tor. Doch auch er konnte damit nicht verhindern, dass die Dortmunder über RB Salzburg stolperten. (Foto: Stephan Schütze)
 
Spötter sagen, dass der offizielle Abschied von Marc Batra vor dem Anpfiff das BVB-Highlight am Donnerstagabend war. Bartra ist in Dortmund Publikumsliebling, wechselte aber in der Winterpause zu Betis Sevilla. (Foto: Stephan Schütze)

Seit Christian Heidel von Mainz 05 zum S04 gewechselt ist, gab es für Schalke nur Siege. So auch am Freitagabend? Beim BVB hielt die kritische Pause genau vier Tage an, ehe das Europa League-Spiel am Donnerstag verloren ging. Vier abstiegsbedrohte Klubs haben Auswärtsspiele, während Bayer Leverkusen die Borussia aus Mönchengladbach zum vermeintlichen Spitzenspiel empfängt. In der 2. Liga kommt es derweil zu einem Revierderby.

Zwei Jahre lang war Borussia Dortmund in Heimspielen ungeschlagen. Am vergangenen Donnerstag setzte es dann aber bereits die sechste Niederlage auf eigenem Terrain in dieser Saison. Dieses Mal gewann RB Salzburg mit 2:1 (0:0) in Dortmund und verschaffte sich somit eine gute Ausgangslage vor dem Rückspiel im Europa League-Achtelfinale. Für den BVB endete somit wieder sehr schnell die Pause mit kritischen Beiträgen von Spielern und Medien. War in Leipzig beim 1:1 vor einer Woche noch vieles gut, so präsentierten sich die Schwarz-Gelben gegen Salzburg schwach. Für Peter Stöger war es die zweite Niederlage im zwölften Pflichtspiel. Die erste gab es noch im DFB-Pokal gegen Bayern München. In der Liga ist er hingegen noch ungeschlagen, seit er das Trainer-Amt in Dortmund übernommen hat.

Unangenehme Frankfurter kennen knappe Siege

Die Bilanz von fünf Siegen und fünf Unentschieden sind allerdings für die BVB-Ansprüche noch ausbaufähig. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Borussia in der kommenden Saison wieder in der Champions League spielen will. Am kommenden Sonntag kommt es nun erneut zu einem Heimspiel und das auch noch gegen die punktgleiche Eintracht aus Frankfurt. Die werden kein Problem mit einem engen Spiel zu haben. Neun ihrer zwölf Siege feierten die Frankfurter mit nur einem Tor Vorsprung.

Deutlicher sind da schon die Unterschiede zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC Schalke 04. Nicht nur tabellarisch. Schließlich stehen die Mainzer auf dem Relegationsplatz 16 und die Königsblauen auf Rang zwei. Unabhängig davon haben die 05er die vergangenen drei Duelle mit den Schalkern allesamt verloren. Allesamt ohne einen eigenen Treffer erzielt zu haben. Ausgerechnet seit Christian Heidel Manager bei den „Knappen“ ist. Jener Heidel, der nach 24 Jahren im Sommer 2016 vom FSV zum S04 wechselte. „Selbstverständlich wünsche ich Mainz den Klassenerhalt“, macht Heidel keinen Hehl daraus, dass die Partie am Freitagabend eine besondere für ihn ist. „Dazu möchte ich mit dem S04 aber nicht beitragen. Wir wollen auswärts alle drei Punkte mitnehmen. Danach kann Mainz jedes Spiel gewinnen.“

Für das Unterfangen Auswärtssieg wird Trainer Domenico Tedesco die Qual der Wahl haben. Schließlich hat Thilo Kehrer seine Erkältung überwunden, Leon Goretzka hat keine Schmerzen mehr in seinem rechten Fuß und Guido Burgstaller ist nicht mehr gelbgesperrt. Das Trio fehlte noch vor einer Woche beim Heimspiel und -sieg gegen Hertha BSC und ermöglicht Tedesco noch mehr Optionen für die Startelf.

HSV-Krise geht weiter: Bruchhagen und Todt entlassen

Welche für den Hamburger SV aufläuft, ist beinahe egal, könnte man provokant sagen. Denn seit Bernd Hollerbach Trainer bei den abstiegsbedrohten Hanseaten ist, gewann der HSV kein einziges Spiel - und das ist schon seit sechs Wochen der Fall. Da Hollerbach bei seiner vorletzten Station in Würzburg keinen einzigen Erfolg in der Rückrunde der Saison 2016/2017 feiern konnte, wartet er schon seit 23 (!) Partien auf einen Sieg. Ausgerechnet jetzt geht es für den Tabellenvorletzten zum FC Bayern München. Verlieren Hollerbach und Co. dort auch, könnte bald ein trauriger Rekord eingestellt werden. Der letzte Bundesliga-Trainer, der nach seinem Debüt so lange auf einen Sieg warten musste, war Gertjan Verbeek mit dem 1. FC Nürnberg. Damals klappt es im neunten Anlauf. Ob sich aber der HSV überhaupt auf das Sportliche konzentrieren kann? Unter der Woche waren mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und dem Manager Jens Todt zwei wichtige Mitarbeiter entlassen worden.

Ob es in der Fremde für Borussia Mönchengladbach besser laufen wird, ist fraglich. Die „Fohlenelf“ spielt im Top-Spiel 26. Spieltags in Leverkusen bei Bayer 04. Verlieren die Gladbacher, wäre es die 400. Auswärtsniederlage im 848. Auswärtsspiel. Drei von sechs Teams erreichten diese Marke schneller. Nicht nur deswegen dürfte die Borussia angespannt sein. Schließlich hat sie aus der Hinrunde noch etwas gut zu machen. Im Borussia-Park führte man schließlich zwischenzeitlich mit 1:0, ehe die Leverkusener in der zweiten Halbzeit aufdrehten und noch fünf (!) Tore schossen. Eine Motivation könnte aber sehr hilfreich sein: Gewinnt Mönchengladbach, beträgt der Rückstand auf den derzeitigen Tabellenfünften nur noch drei Zähler.

MSV empfängt Fortuna zum Derby

Wenig Zähler Differenz ist auch das richtige Stichwort für die 2. Liga. In der könnten spätestens in zwei Wochen zwischen Platz 1 und 18 weniger Punkte liegen, als in der 1. Liga zwischen dem Tabellenersten und -zweiten. Für die Revierklubs Fortuna Düsseldorf (Tabellenführer) und MSV Duisburg (Aufsteiger, derzeit auf Rang vier) sind das gute Nachrichten. Für die abstiegsbedrohten Bochumer gar nicht. Doch der VfL könnte Revierhilfe leisten. Am Samstag gastiert der Aufsteiger Holstein Kiel „anner Castroper“. Die „Störche“ liegen derzeit auf dem Relegationsrang drei, haben sieben Punkte Rückstand auf Düsseldorf und drei Zähler Vorsprung auf Duisburg. Kurios: Gewinnen die Bochumer, die derzeit Tabellen-14. sind, beträgt der Rückstand zum Relegationsplatz drei „nur noch“ sieben Zähler.

Warum eine mögliche Bochum-Hilfe für die Revierklubs aber nur zu Teilen zum Tragen käme, liegt daran, dass der MSV und die Fortuna direkt aufeinandertreffen. In der Hinrunde war es ein klare Angelegenheit, als Düsseldorf deutlich mit 3:1 gewann. Die Vorzeichen haben sich aber etwas gewandelt, wenngleich die Fortuna vor einer Woche die Tabellenführung übernommen hat und die Duisburger beim 0:5 in Kiel unter die Räder gerieten. Ein Heimsieg der „Zebras“ würde auf jeden Fall die 2. Liga noch spannender werden lassen - und die Differenz zwischen Platz 1 und 18 noch mehr minimieren.
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