30 Jahre EKO-Haus

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Der buddhistische Tempel und das Holzhaus im traditionellen japanischen Stil als Begegnungsstätte wurden 1992 eröffnet. Der knapp 30 Meter lange und 17 Meter hohe Tempelbau entstand in nur drei Monaten Bauzeit streng nach japanischem Vorbild. Foto RB-Archiv: Stefanie Siegel
Der Verein „EKO-Haus der japanischen Kultur“ feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Die gemeinnützige, kulturelle Einrichtung dient nicht nur der buddhistischen Religionsausübung, sondern ist Zentrum des Kulturaustausches und für jeden interessant, der sich für Japan und japanische Künste interessiert.

Oberkassel. Es ist der erste und einzige von Japanern erbaute buddhistische Tempel in Europa. Man wähnt sich im malerischen Asien, nicht jedoch am Rhein. Die Anlage des EKO-Hauses, um den Tempel gruppieren sich mehrere Bauwerke, darunter Kindergarten und Bibliothek, ist etwas wahrlich Außergewöhnliches.
Durch ein schweres Tor betritt man die eigentliche Tempelanlage, steigt durch eine eindrucksvolle japanische Gartenanlage hinauf zum Glockenturm, zum Tempel mit den Veranstaltungsräumen im Unterbau und zu einem traditionellen japanischen Holzhaus.
Sponsor und Bauherr der Anlage am Brüggener Weg 6 in Niederkassel ist die Buddhist Promoting Foundation, eine weltweit tätige Organisation, die sich um die Verbreitung der Lehren Buddhas und um die Völkerverständigung bemüht. Bereits 1965 wurde die Organisation von dem japanischen Industriellen Yehan Numata, der das auch in Deutschland aktive Meßgeräteunternehmen Mitutoyo aufgebaut hat, in Tokyo ins Leben gerufen. Zur Grundsteinlegung für das EKO-Haus der Japanischen Kultur 1988 reiste der damals 91-jährige Numata eigens aus Japan an.

Gemeinnützige, kulturelle Einrichtung

Das EKO-Haus ist eine gemeinnützige, kulturelle Einrichtung, die nicht nur der buddhistischen Religionsausübung dient, sondern vielmehr ein Zentrum des Kulturaustausches ist, das jeder besuchen kann, der sich für das Land Japan, die Japaner und die japanischen Künste interessiert.
Im Kulturzentrum werden für Düsseldorfer und Japaner gleichermaßen Ausstellungen, Kurse und Konzerte angeboten. Das Spektrum geht über Blumenstecken, Schönschreibkunst, Teezeremonie und Meditation weit hinaus.
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Vereins „EKO-Haus der japanischen Kultur“ bietet das Zentrum zahlreiche kulturelle, wissenschaftliche und buddhistische Veranstaltungen und Kurse an. Interessierte können das Programm einsehen unter www.eko-haus.de/de/veranstaltungen-und-kurse.
Vier Jahre nach der Grundsteinlegung, 1992, wurde der buddhistische Tempel und das Holzhaus im traditionellen japanischen Stil als Begegnungsstätte eröffnet. Der etwa 30 Meter lange und 17 Meter hohe Tempelbau entstand in nur drei Monaten Bauzeit streng nach japanischem Vorbild. Es ist Europas erster und einziger von Japanern erbauter buddhistischer Tempel. In der Lehre werden im EKO-Haus mehrere buddhistische Richtungen miteinander verbunden, um die interessierten Menschen anzusprechen. Darunter auch die in der Region ansässigen Japaner.

Imposanter japanischer Glockenturm

Ebenfalls 1992 wurde der Glockenturm fertiggestellt. Die Glocke wurde in Japan hergestellt und zum Bau des 8,25 Meter hohen Glockenturms kamen 16 nur für den Tempelbau ausgebildete japanische Zimmerleute nach Düsseldorf. Das Glockenhaus besitzt einen rein religiösen Charakter, denn das Läuten wird vom gläubigen Buddhisten als die Stimme Buddhas verstanden. So wird beispielsweise in der Silvesternacht insgesamt 108 mal geläutet, um die 108 menschlichen Leiden zu vertreiben.
Im Frühling 1994 zeigte sich der Garten des EKO-Hauses zum ersten Mal in seiner vollen Blütenpracht. In der Gartenanlage sind zwei Gartentypen vertreten, die in Japan eine große Tradition haben: der Teichgarten und der Steingarten. Das Konzept des Teichgartens ist deutlich vom Shin-Buddhismus geprägt. Seine Lehre verbindet den Garten mit Paradiesvorstellungen und knüpft damit auch an uralte japanische Traditionen an. Eines der wichtigsten Elemente in diesem Garten sind die Steinsetzungen. Hierfür werden ausschließlich Findlinge verwendet. Die Pflanzen stammen zum größten Teil aus Japan. Sie wurden, bevor sie an ihren jetzigen Ort gebracht wurden, bereits einige Jahre in hiesigen Baumschulen an das westliche Klima gewöhnt. Der Steingarten auf der Rückseite des Hauses wurde in Japan vor allem unter dem Zen-Buddhismus entwickelt und soll als Ort der Meditation dienen.
Abgerundet wurde die gesamte Anlage mit einem Kindergarten und einer Bibliothek, die im April 1999 eröffnet wurden. In den Kindergarten mit insgesamt 75 Plätzen werden nicht nur japanische, sondern auch deutsche Kinder aufgenommen. Die Bibliothek mit Leseraum bietet vor allem Literatur zu philosophischen und religiösen Themen. Ein Schwerpunkt ist der Buddhismus. Sie steht auch Wissenschaftlern zu Studienzwecken offen.
Weitere Informationen zum EKO-Haus unter www.eko-haus.de.
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1 Kommentar
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 14.07.2015 | 16:54  
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