Als der Bilker Friedhof zum Familienpark wurde

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Letzte Erinnerung an vergangene Zeiten: Ein Steinkreuz und Grabplatten erinnern an die ehemaligen Nutzung des Parks als Friedhof. Fotos (2): Stefanie Siegel
Bilk. Nur wenn man genau hinschaut, kann man es noch erahnen – der heute als Familienpark mit Wasserspielplatz und Liegewiesen genutzte Park zwischen Volmerswerther und Sternwartstraße war einst ein Friedhof. Fast 100 Jahre lang, von 1805 bis 1904, nutzten die Düsseldorfer den alten Bilker Friedhof als zweitgrößten Begräbnisplatz der Stadt. Seither hat der Park sein Gesicht immer wieder verändert, ungebrochen ist die Freude über die grüne Oase in der Stadt bis heute.
Eine aktuelle Pubikation mit dem Titel „Der Bilker Friedhof. Vom Gottesacker zum Familienpark“ weist die Geschichte des als katholische genutzten Friedhofes und späteren Parks aus, dokumentiert die Wandlung überdies mit zahlreichen Fotos und Abbildungen. Verfasst wurde die Arbeit von Historikern Dr. Inge Zacher, die viele Jahre für das Stadtarchiv tätig war.
Dr. Inge Zacher, die sich explizit für die Düsseldorfer Friedhofskultur interessiert, realisierte das Buchprojekt mit Hilfe der Bilker Heimatfreunde sowie der Bezirksvertretung 3.

Keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten

„Damals musste der Friedhof geschlossen werden, weil er durch die umliegende Bebauung keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten zuließ“, erklärt Dr. Zacher, „der heutige Südfriedhof wurde darauf hin gegründet.“ Dennoch, viele Bilker hatten mit der Stadt ein generationsübergreifendes Nutzungsrecht für ihre mitunter aufwändigen Grabanlagen vereinbart, eine Umbettung der Verstorbenen konnte nur in einigen Fällen realisiert werden. Noch bis in den zweiten Weltkrieg, 40 Jahre nach offizieller Schließung des Friedhofes, hatte die ursprüngliche Friedhofsstruktur, angelegt durch Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe, Bestand. Erst nach und nach konnte eine Umnutzung als Parkanlage mit Kinderspielplatz realisiert werden.
Spuren der ehemaligen Nutzung, gekennzeichnet durch Baumalleen sowie typische Baumgruppen, sind, obwohl Pfingststurm Ela 2014 auch hier deutlich gewütet hatte, auch heute noch zu erkennen. Unweit des Wasserspielplatzes, der bereits in den 1960er Jahren angelegt und in diesen Tagen grundlegend erneuert wird, erinnert bis heute das Bilker Friedhofskreuz an die ehemaligen Nutzung des schönen Parks in Bilk.
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 08.04.2015 | 10:20  
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