Auf der Suche nach Schönheit

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Mieteten gemeinschaftlich eine Atelierfläche und arbeiten gemeinsam mit bis zu 20 weiteren Künstlern unter einem (Hallen-)Dach: Sabine Kroggel und Benjamin Schmälzlein mögen den – auch interdisziplinären – Austausch. Foto: Ingo Lammert
Nicht nur die Nähe zur Kunstakademie macht Düsseldorf zu einer kunstgeprägten Stadt. Unter anderem der Verein „Düsseldorfer Künstler“ ermöglicht Kunstschaffenden, bezahlbare Ateliers zu mieten und so mehr Präsenz in der Stadt zu zeigen.

Zugegeben, derzeit ist es kalt in der rund 350 Quadratmeter großen Halle in Bilk. Eine Heizung gibt es in den 20 Künstlerateliers nicht, aber davon lassen sich die Künstler Sabine Kroggel und Benjamin Schmälzlein nicht abschrecken.
Sie sind Mieter einer zwei mal zwölf Quadratmeter großen Atelierfläche in einer Halle der ehemaligen Schraubenfabrik Max Mothes GmbH, Suitbertusstraße 149, die nun neben Ausstellungs- und Partyhallen auch Ateliers unter dem Namen Boui Boui Bilk beherbergt. Interdisziplinär arbeiten hier Künstler, die auf dem ehemaligen Werksgelände für 60 Euro im Monat eine Atelierfläche mieten können und somit auch in Düsseldorf bezahlbare Arbeitsräume für ihre Kunst vorfinden.

Den Künstlern über die Schulter gucken

Es gleicht einer Werkschau und bereits ein Rundgang durch die Halle macht klar, wie unterschiedlich und facettenreich die hier tätigen Künstler arbeiten. Während sich die einen der Malerei widmen, erstellen andere Skulpturen oder stellen Schablonen für Streetartprojekte her. Jeder Künstler hat sich überdies auf seiner Atelierfläche ein bisschen Gemütlichkeit geschaffen: Schreibtische mit persönlichen Gegenständen zeugen von heimeliger Arbeitsatmosphäre, ein Sofa sorgt für die nötige Entspannung zwischendurch. Keine der Atelierflächen ist abgeschlossen, alles ist frei zugänglich. Hier steht Vertrauen an erster Stelle. Überdies führt die Offenheit der Ateliers zu einem Austausch der Künstler untereinander: „Man darf mir sehr gerne über die Schulter schauen“, erzählt Sabine Kroggel. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf, arbeitet sie seit 1993 als freie Künstlerin. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit den Themen Mensch und Natur, stets unter der philosophisch-ästhetischen Fragestellung nach dem Warum.
So entstehen neben reduzierten Holz- und Linolschnitten auch Gemälde, die, gemalt in schwarzweißer Acrylfarbe, ihrerseits eine eigene Ästhetik besitzen. Häufig arbeitet Kroggel an mehreren, mitunter großformatigen Bildern gleichzeitig. Als Vorlagen dienen ihr derzeit Fotografien, die schlafende, in Decken gehüllte Menschen zeigen. „Die auf den Fotos zu sehende Geborgenheit fasziniert mich auf meiner Suche nach Schönheit sehr“, erzählt Kroggel und erklärt, wie daraus ein Gemälde entsteht. Trägt sie zunächst einmal nur einen Untergrund auf die Leinwand auf, entstehen mit der Zeit erste Formen. „Das Gemälde muss mit mir sprechen“, beschreibt sie den Schaffensprozess.

Ein Mehr durch interdisziplinären Austausch

Auch Benjamin Schmälzlein profitiert von der Tatsache, in einem Gemeinschafstsatelier zu arbeiten. Der 1987 geborene Künstler malt zwar, anders als Kroggel, nicht gegenständlich, ist jedoch durch den Austausch in ständigem Kontakt mit anderen Künstler und findet auch interdisziplinär neue Themen und Inspiration. Schmälzlein entwickelte seine Malerei ursprünglich aus lyrischen Projekten, die er bis heute verfolgt.
So unterschiedlich die Werke der beiden Künstler anmuten: „Wenn wir gemeinsam im Atelier arbeiten, dann entsteht oftmals eine ganz besondere Stimmung“, resümiert Kroggel, „wir geben uns dann gegenseitig Energie.“
Gemeinsam mit dem Verein „Düsseldorfer Künstler“ realisieren die beiden Künstler neben Vereinsausstellungen auch stetig Einzelausstellungen. Zeigten sie im Rahmen des Vereins in den vergangenen Jahren ihre Arbeiten bereits in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt „Ulmer Höh“ oder im Hochbunker auf der Aachener Straße, so werden Sabine Kroggel und Benjamin Schmälzlein das nächste Mal bereits im Februar 2015 im „IÖV“, Institut für öffentliche Verwaltung NRW in Hilden zu sehen sein werden.

Hintergrund:
> Infos zu den Künstlern erhalten Interessierte unter www.sabine-kroggel.de und benjamin-schmaelzlein.de
> Der Verein "Düsseldorfer Künstler" informiert ebenfalls auf seiner Seite www.duesseldorfer-kuenstler.de über seine Arbeit.
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2 Kommentare
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 16.12.2014 | 19:47  
2.342
Sven-André Dreyer aus Düsseldorf | 17.12.2014 | 09:53  
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