Band CITY: Seit 45 Jahren auf der Bühne - am 20. Mai in Düsseldorf / Bandmitglieder besuchten im Vorfeld die Stadt

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"Und das ist jetzt der Rhein, oder?" Die Bandmitglieder von CITY stehen vor der Düssel an der Kö. Ihr Düsseldorfwissen lässt zu wünschen übrig, aber dafür kennen sie sich mit der deutschen Rockmusik aus und diese präsentieren sie am 20. Mai im Capitol Theater.

Vor 45 Jahren fing die ungewöhnlichen Geschichte der Band CITY in Berlin an. "Am Fenster", das große Erfolgslied der Band, feiert dieses Jahr seinen 40. Geburtstag. Toni Krahl, der Frontmann, und Fritz Poppel, der Gitarrist, denken gerne an die Anfänge zurück. "Wir wollten mal was ruhiges machen", erinnerte sich Fritz Poppel auf die Frage der Idee für das Lied. "Wir hatten ja immer klassischen Hardrock gemacht." Noch bevor Toni Krahl in die Band kam, spielten sie den Song, damals noch mit dem ersten Frontmann Emil Bogdanow. "Emil bracht damals den Gedichtband mit und dann haben wir einfach mit dem Text experimentiert", sagt Poppel über die Entstehung des Liedes. Der Text stammt von der Leipziger Schriftstellerin Hildegard Maria Rauchfuß aus ihrem Gedichtband "Versuch es mit der kleinen Liebe".
Die "Wende", wie es Poppel bezeichnet, begann mit dem neuen Frontmann Toni Krahl, der 1975 in die Band ist. Emil Bogdanow musste die Band verlassen, da er nach Schweden floh, als er in den Militärdienst einberufen werden sollte. Der große Durchbruch kam ein Jahr darauf, als CITY ihre Hymne "Am Fenster" aufnahm. Im Februar 1976 nahmen sie das Lied spontan auf. "Wir hatten noch Zeit im Tonstudio und haben gefragt, ob wir nicht einfach zum Spaß das Lied aufnehmen könnten", erzählte Poppel. Laut ihm hätten sie einfach drauflos gespielt, ohne einen Hintergedanken. "Es war quasi live und ist aus der Magie des Momentes entstanden", schwärmt Poppel über diese ungeplante Aufnahmesession. Doch es wollte immer noch keiner das Lied kaufen, bis ein Freund der Band das Lied im Radio spielte und Peter Schimmelpfennig, ein westdeutscher Produzent, das Lied hörte. Im September wurde das Lied dann veröffentlicht und CITY startete durch. Sie gingen auf Tourneen in Westdeutschland und auch Griechenland, wobei der Band selber nicht ganz klar ist wie es das Lied dorthin geschafft hat. "Wir singen ausschließlich auf Deutsch. So ist es etwas besonders, und die Zuschauer können uns und die Bedeutung der Texte verstehen", erklärte der Gitarrist.
"Mit dem Lied sind so viele Erinnerungen verbunden, für uns wie auch für die Fans", berichtete Toni Krahl. "Deshalb feiern wir nicht nur das Lied, sondern ganz besonders die Emotionen." Sie hätten schon viele Nachrichten von Fans bekommen, in denen die große Bedeutung des Liedes geschildert würde, so Krahl. Auf Hochzeiten, Geburten und auch auf Beerdigungen wird das Lied gespielt. Für das Konzert hier im Mai wünschen sich die Musiker deswegen, dass die Fans ihre Geschichten zu dem Lied erzählen. "Mit dem neuen Album "Das Blut so laut" versuchen wir den Kreis sozusagen zu schließen", erzählten sie. Auf der neuen Platte ist nochmal ein Gedicht von Rauchfuß vertont, dadurch ist es inhaltlich nah "Am Fenster".
"Wir freuen uns auf das Konzert im Mai, wo ich nun auch dabei sein kann, nachdem ich letztes Jahr das erste mal seit 40 Jahren aussetzen musste", freut sich Frontmann Toni Krahl. Die Band wird in der Originalbesetzung von 1975 auftreten. Auf der Stadtrundfahrt waren nur Krahl und Popper dabei. Im Mai wird auch der Rest der Band dabei sein, wie der Keyborder Mannfred Henning, der "Teufelserste Geiger" Georgi Gogow und das von "Unesco anerkannte Kulturerbe", der Schlagzeuger Klaus Selmke, witzelte Poppel über seine Bandkollegen.

Text und Fotos: Lena Arndt
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