Besessenheit als Krankheitsdeutung

Wann? 01.02.2017 18:00 Uhr bis 01.02.2017 19:30 Uhr

Wo? Maxhaus, Schulstraße 11, 40213 Düsseldorf DE
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Düsseldorf: Maxhaus |

Am 01. Februar 2017 ist beim 1692. „mittwochgespräch“ Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann die Referentin und Gesprächspartnerin. Ihr Thema lautet: „Besessenheit als Krankheitsdeutung? Die Exorzismen Jesu und ihre theologische Bedeutung“. Wie immer findet das „mittwochgespräch“ um 18:00 Uhr im katholischen Stadthaus Maxhaus, Schulstraße 11, statt.

Dämonische Krankheitsdeutungen finden sich primär in archaischen Kulturen. Sie sind jedoch nicht nur religionsgeschichtlich relevant. Vielmehr zeigt sich gegenwärtig geradezu eine Renaissance archaischer Krankheitsdeutungen. Mehrere Gründe spielen dabei eine Rolle: Zum einen zweifeln zunehmend mehr Menschen an einer rein naturwissenschaftlich-materiellen Krankheitsdeutung. Zum anderen erscheint vielen ihre eigene Krankheitsgeschichte so verwickelt, dass rein rationale Beschreibungen sie nicht mehr überzeugen. Bei der Suche nach ergänzenden oder alternativen Erklärungen greifen immer mehr Menschen deshalb auf Krankheitsdeutungen zurück, die an der Wende zur Moderne bewusst ausgeschlossen wurden. Dass im Umfeld von Krankheit dabei immer öfter von dämonischer Besessenheit gesprochen wird, hängt nicht zuletzt mit dem weltweit wachsenden Einfluss der Pfingstkirchen zusammen, in denen diese Krankheitsdeutung eine bedeutende Rolle spielt. Fragen nach Gesundheit, Krankheit und Heilung bestimmen damit auch zahlreiche gesellschaftliche Debatten. Professorin Dr. Radlbeck-Ossmann beleuchtet in diesem „mittwochgespräch“ historische wie aktuelle Zusammenhänge und bemüht sich, die sperrige Deutung von Krankheit als Form von Besessenheit theologisch einzuordnen.

Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann, Jahrgang 1958, hat Theologie, Anglistik, Philosophie und Pädagogik in Regensburg und Würzburg studiert. Von 1983 bis 1987 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte der Universität Regensburg. 1988 erfolgte die Promotion mit einer Arbeit über die Trinitätstheologie bei Jürgen Moltmann und Walter Kasper. 2003 habilitierte sie sich mit der Arbeit "Vom Papstamt zum Petrusdienst. Zur Neufassung eines ursprungstreuen und zukunftsfähigen Dienstes an der Einheit der Kirche." Seit 2005 hat sie den Lehrstuhl für Systematische Theologie und Dogmatik an der Martin-Luther-Universität zu Halle Wittenberg übernommen. Frau Prof. Dr. Radlbeck-Ossmann ist verheiratet und hat drei Kinder.
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 26.01.2017 | 12:29  
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