"Bleischwer": Rheinland-Krimi von Christiane Wünsche überzeugt

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Christiane Wuensche ist selbst passionierte Camperin. Ihr Krimi ist allerdings zum größten Teil am heimischen Computer entstanden. Foto: privat

Wer ist der Mörder? Das ist die Frage, die Krimifreunde beim Lesen umtreibt. Oft kommt der Leser dem Autor dabei schnell auf die Schliche. Anders verhält es sich bei dem Rheinland-Krimi „Bleischwer“ von Christiane Wünsche.

Protagonistin Jule, die ob ihrer privaten Probleme im Winter auf einen Campingplatz geflüchtet ist, sieht sich mit Mördern, Bankräubern und Erpressern konfrontiert. Die auf dem Buchrücken genannten Themen „Schuld, Strafe und Sühne“ spielen in der spannend gestrickten Geschichte tatsächlich eine tragende Rolle. Die überraschenden Wendungen sind plausibel gestrickt, die Fragen „Wer ist gut?“ und „Wer ist böse?“ lassen sich erst ganz am Ende beantworten. Nach der Auflösung bleibt ein zufriedener Krimifreund und ein nachdenklicher Mensch zurück: Sind es immer die vermeintlich Schuldigen, die tatsächlich die größte Schuld tragen? Sind die Unschuldigen genauso schuldig? Und: Gibt es überhaupt Menschen, die ohne Schuld leben? Die Autorin, selbst leidenschaftliche Camperin, erzählt eine schlüssige und sehr spannende Geschichte, lässt dem Leser aber Raum, sich individuell mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Dass ein Campingplatz in der Eifel als Haupthandlungsort dient, liegt nahe: Christiane Wünsche ist passionierte Camperin. „Der Platz ist allerdings frei erfunden“, sagt sie. Düsseldorf wird in der Handlung nur einmal besucht. Jule hat eine Verabredung in einem Café auf der Kö, die sie mit den „Frauen in eng geschnittenen Kostümen und hochhackigen Stiefeletten“ und „Geschäftsleuten in edlem Zwirn, mit Laptoptasche in der einen und dem obligatorischen „Coffee to go“ in der anderen Hand“ als Gegensatz „zur provinziellen Eifel“ und zum „beschaulichen Kaarst“ wahrnimmt.
Indirekt spielt Düsseldorf in dem Buch der in Kaarst lebenden Autorin allerdings eine weitere Rolle. „Während meines Studiums bin ich in der Ulmer Höh mit straffälligen Menschen in Kontakt gekommen“, erzählt sie. Die Begegnungen und die Thematik haben sie seitdem sehr interessiert.
Entstanden ist „Bleischwer“ meistens am heimischen Computer, nur selten auf dem Campingplatz – frühmorgens und am Wochenende. Denn Wünsche schrieb zwar schon in jungen Jahren Geschichten, sah es aber als unrealistisch an, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. So studierte sie und ist heute als Sozialarbeiterin tätig. So muss sie selbst schmunzeln, wenn sie, die „Hobbyautorin“ sagt: „Mein zweites Buch erscheint schon im Herbst.“
„Bleischwer“ ist erschienen im Gmeiner Verlag und ist unter der ISBN-Nummer 978-8392-13909-2 im Handel erhältlich.
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1 Kommentar
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 30.04.2013 | 10:12  
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