Das musikalische Erbe Düsseldorfs

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Laden ein zur Electri_City Conference vom 29. bis 31. Oktober mit Fachvorträgen, Konzerten und DJ-Sets zu und mit elektronischer Musik: Hilmar Guckert, Dr. Enno Stahl und Musiker und Autor Rüdiger Esch (v.l.). Foto: Stefanie Siegel
Kraftwerk, Neu!, La Düsseldorf, Der Plan, Deutsch Amerikanische Freundschaft – die Liste der Düsseldorfer Bands, die elektronische Musik in die Welt getragen haben, scheint schier unendlich. Eine dreitägige Konferenz mit Fachvorträgen, Konzerten und DJ-Sets lädt ein, dem Pioniercharakter der Düsseldorfer Szene nachzuspüren.

„Es ist ein Format mit Zukunft“, schwärmt Hilmar Guckert, Sprecher der Geschäftsführung von Düsseldorf Congress Sport & Event von der Electri_City Conference, die vom 29. bis 31. Oktober in Düsseldorf stattfinden wird. Die Konferenz paart Fachvorträge mit Konzerten und DJ-Sets und beleuchtet so die Zeit der Jahre 1970 bis 1986 in Düsseldorf. Eine spannende Zeit, denn in diesen 16 Jahren gingen musikalische Impulse von der Landeshauptstadt in alle Welt. Bands mit Weltruhm berufen sich bis heute auf die musikalischen Schwingungen vom Rhein, benennen Bands wie Kraftwerk und Neu! als ihre musikalischen Vorbilder und als Quell musikalischer Inspiration.
David Bowie und Brian Eno wahren beeindruckt vom minimalistischen Stil der Düsseldorfer, die mit den klassischen, bis dahin gültigen Konventionen der Pop-Musik brachen. Die Bands Human League, Ultravox, Depeche Mode, Visage, Heaven 17 und Spandau Ballet hätten nach eigener Auskunft nie mit dem Komponieren begonnen, hätten sie nicht die Bands aus Düsseldorf auf Platten und Live-Konzerten erlebt.

Die Hauptstadt der elektronischen Musik

Die Konferenz will nun Düsseldorf als Hauptstadt elektronischer Musik positionieren und ihren Besuchern unterschiedlichste Perspektiven der Wissenschaft und Musik bieten. „Die interdisziplinäre Kombination aus wissenschaftlichen Vorträgen und Musik ist in Deutschland bislang einzigartig“, erklärt Dr. Enno Stahl, der die Vortragsreihe im NRW-Forum rund um das Thema kuratiert. Inhaltlich beschäftigen sich die Vorträge mit den Rollen der Songtexte in der elektronischen Musik genau so wie mit dem Medienmythos Kraftwerk und der Rolle der deutschen Musik der 1970er als Gegenmodell zum gängigen US-Pop.
Auf die Idee zu der Konferenz kam Musiker Rüdiger Esch, Autor des Buches „Electri_City – Elektronische Musik aus Düsseldorf“ und Bassist der Elektronikband „Die Krupps“. „Die Vorlage lieferte mir eine zweitägige Konferenz in Birmingham zu Elektro-Musik aus Düsseldorf, die von Dr. Uwe Schütte an der Aston University ausgerichtet wurde.“ Unter anderem war auch dort das Thema „Kraftwerk“. Genau das braucht Düsseldorf auch, dachte sich Esch, denn schließlich gilt Düsseldorf als die Wiege der wegweisenden elektronischen Musik.
Zu einem der Programmhöhepunkte der Konferenz gehört sicherlich unter anderem ein Vortrag von Rusty Egan. Der ist bekannt als DJ des Londoner Clubs Blitz. Dort wurden Bands wie Spandau Ballet und Visage gegründet. Rusty Egan war Diskotheken- und Studio-besitzer und investierte sein Geld aus Chart-Erfolgen wie „Fade to Grey“ in die jeweils neueste Technik. Heute pendelt er als DJ zwischen London und Ibiza und wird in seinem Vortrag über die Inspiration aus Düsseldorf berichten. Weitere Beiträge steuern Andy McCluskey von der Band OMD und Peter Hook von Joy Division und New Order bei.

Heaven 17 spielen im Zakk

Und auch bei den Konzerten werden nicht nur den eingefleischten Fans die Herzen aufgehen: Die Band „Heaven 17“ wird am 29. Oktober im Kulturzentrum Zakk, Fichtenstraße 40, erstmals in Düsseldorf spielen. Ihr Album „Penthouse And Pavement“ gilt als eine der stilbildenden Platten dieser Dekade. Und auch die Urspünge der elektronischen Szene werden vertreten sein: Michael Rother, begründer der Bands Neu! und Harmonia tritt im CCD Congress Center auf.
Weil der Kongress unter anderem durch das Amt für Wirtschaftförderung unterstützt wird, gelang es den Veranstaltern faire Preise für die Konzerte zu garantieren. Während die Fachvorträge bei freiem Eintritt zu besuchen sind, kosten die Konzertkarten jeweils 20 Euro. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen, weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.electricity-conference.com.
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