„Das Vergangene in die Zukunft führen“

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Wertvolle Exponate, unzählige Originale und viele weitere Eindrücke, die die Geschichte des Stadtteils Bilk umfangreich darstellen: Hilde Krause und Erich Pliszka zeigen eine wertvolle Handschrift aus dem Archiv der Bilker Heimatfreunde. Foto: Ingo Lammert
Die Sammlung ist umfangreich und sehr imposant. Und alle historischen und für den Stadtteil überaus relevanten Namen tauchen auch im Museum wieder auf: Anton Joseph Binterim, Leo Statz und Hermann Ferdinand Freiligrath. Mit ihrem Museum wollen die Bilker Heimatfreunde die Geschichte Bilks aufrechterhalten und an jüngere Generationen weitergeben.

„Zu unserer Heimat Bilk gehören nicht nur die Kirchen und Pfarren wie St. Martin, Alt St. Martin, St. Peter oder die Friedenskirche, nicht nur die Straßen und Plätze wie die Neusser-, die Bach- oder die Gladbacher Straße, der Florapark und die Arcaden, sondern auch und an erster Stelle die Menschen, die hier wohnen und arbeiten“, erzählt Erich Pliszka, Präsident des Heimatvereins Bilker Heimatfreunde.
In ihrem Museum, untergebracht in einem renovierten Flachbau eines Hinterhofes der Himmelgeister Straße, bewahren sie das Andenken an einen der ältesten Stadtteile Düsseldorfs in Vitrinen und Schautischen. In ihrem Archiv, das 1976 eröffnet wurde, lagern Exponate der bewegten Geschichte des Stadtteils. Ziel der Archivgründung war, nicht nur die vereinseigene Geschichte der Heimatfreunde zu dokumentieren, sondern darüber hinaus auch Zeugnisse aus der Geschichte Bilks zu sammeln und für die Nachwelt aufzubewahren.
Benannt wurde das Archiv nach seinem Initiator und langjährigen Vereinspräsidenten Hermann Smeets.

Bevölkerungsreichster Stadtteil Düsseldorfs

Das Archiv und Museum ist reich bestückt, denn Bilks Geschichte gibt einiges her: Das Gebiet des ehemals selbstständigen Ortes wurde bereits 1384 nach Düsseldorf eingemeindet und umfasste neben dem heutigen Stadtteil Bilk auch die Stadtteile Oberbilk, Unterbilk sowie Friedrichstadt. Bilk gehört zum Stadtbezirk 3 und ist mit derzeit rund 37.000 Einwohnern auf einer Fläche von 5,56 Quadratkilometern der bevölkerungsreichste Stadtteil Düsseldorfs.
Durch Unterstützung der Bezirksvertretung 3, aber auch durch aktuelle finanzielle Unterstützungen, zuletzt durch die Stadtsparkasse Düsseldorf in Höhe von 5.000 Euro, konnte eine Sanierung des Museums realisiert werden.
Neue Fenster und Böden, eine neue Therme und neue Heizkörper sorgen nun für einen Rahmen, in dem die Exponate sicher verwahrt und vielen Interessierten zugänglich gemacht wurden.

Interessante Exponate des Stadtteillebens

Ob es Überreste der alten Bilker Sternwarte, die bei einem Bombenangriff im Weltkrieg, oder historische Fotos des ehemaligen Jagenberg-Geländes sind, „alle Interessierten sind herzlich zu einem Besuch unseres Museums eingeladen“, sagt Erich Pliszka.
Immer wieder dient das Archiv auch als Quelle wissenschaftlicher Arbeiten. „Viele Studenten recherchieren in unserem Museum und dem Archiv für ihre wissenschaftlichen Doktorarbeiten“, erklärt Pliszka, verweist aber auch auf aktuelle Kooperationen mit Schulklassen. „Wir würden gerne Kindern zeigen, wie ihr Stadtteil einmal aussah und was hier geschah. Wir wollen das Vergangene der Zukunft zuführen.“
Aufgrund der Erkrankung des Archivars und Vorstandsmitglieds Horst Esser kümmert sich derzeit Hilde Krause um die Verwaltung der kostbaren Exponate, zu denen neben anderen auch eine komplette Sammlung der Schriften Hermann Ferdinand Freiligraths gehört.
„Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Standort in dem großen Zeitstrom zu sein, der uns alle mitnimmt und manchmal auch mitreißt. Der Verein soll ein Ort vertrauter Umgebung sein, in dem sich die Mitglieder wohlfühlen und ein Stück Heimat finden sollen“, sagt Erich Pliszka. Das Museum ist donnerstags geöffnet, individuelle Besichtigungstermine können vereinbart werden.
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