Der Klang der Stille im zakk

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Die Musiker (v.l.) Martin Engelbach, Marco Schmedtje, Jan Plewka und Dirk Ritz zeigten, wie zeitlos die Simon & Garfunkel-Stücke sind. Pianist Leo Schmidthals intonierte als "Discokugel" auf der Bühne. Foto: Sven-André Dreyer
Düsseldorf. „Hello darkness, my old friend, I've come to talk with you again“ – Die Musiker tragen zu Beginn des Abends Passagen der deutschen Übersetzung des Textes vor, die große Halle des zakk ist verdunkelt, einzig die Lesenden werden mit einem kleinen Spot beleuchtet. Nach einem Ausflug in die 1960er Jahre endet der Abend mit einer wuchtigen und zeitgemäßen Umsetzung der herausragenden Kompositionen des Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel und der Einsicht, wie gut die Stücke auch heute noch funktionieren. Und während die Zuhörer zu Beginn des Abends noch nicht recht wissen können, wo die Reise hingehen wird, ist am Ende alles klar: die Stücke des amerikanischen Duos sind zeitlos und energiegeladen wie am ersten Tag. Im teilbestuhlten Zuschauerraum sitzen ebenso energiegeladene, mit den Füßen wippende Menschen, die sich die Simon & Garfunkel-Vinylplatten sicherlich bereits eigenständig kaufen konnten, als die Alben auf den Markt kamen. Aber auch junge Zuschauer finden den Weg ins Düsseldorfer zakk und man könnte vermuten, dass sie wegen Jan Plewka und seiner Tätigkeit als Frontmann der kürzlich wiedervereinigten Band Seelig hier sind.

Imposantes Erbe hinterlassen

Plewkas markante Stimme trägt die Hörer, die musikalisch herausragende Band verdeutlicht, welch imposantes Erbe Simon & Garfunkel hinterlassen haben. "The Boxer" und "Mrs. Robinson" unterstreichen die Popularität der Stücke und spätestens, als das Publikum zu einer mit Texttafeln gestützten Karaoke-Version des Songs "Bridge over troubled water" eingeladen wird, ist klar, dass in der Halle des zakk niemand zufällig sitzt.
Ein Dialog zwischen Plewka und der Schauspielerin Anne Bancroft, die als Video-Einspieler des Films "The Graduate" ("Die Reifeprüfung") in der Rolle der besungenen Mrs. Robinson auf einer Leinwand erscheint, sorgt beim Publikum für großen Spaß und ließ den Simon & Garfunkel-Abend zu einem nahezu multimedialen Konzert werden.
Begeistert von den zeitlosen Kompositionen und der großartigen Interpretation der Stücke durch die Musiker Leo Schmidthals (Klavier), Marco Schmedtje (Gitarre), Martin Engelbach (Schlagzeug), Dirk Ritz (Bass) und Jan Plewka drohte man fast zu vergessen, wie alt die Stücke wirklich sind. Erst als gegen Ende des gut zweistündigen Abends in den von der Band bewusst ausgelassen Refrain des Stückes The sound of silence, und damit in die absolute Stille des zakk penetrant ein Handy klingelt, realisiert man, dass die fulminant vorgetragenen Nummern bereits 50 Jahre auf dem Buckel haben und aus einer Zeit stammen, in der es noch lange keine Mobiltelefone gab.
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