Die Toten Hosen: „Es geht um die Aktion“

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Mit vielen prominenten deutschen Pop-Musikern engagieren sich Die Toten Hosen für Opfer der Ebola-Epedemie. Gitarrist Breiti erklärt Redakteur Sven-André Dreyer die Entstehung des Stückes, das von Bob Geldof und Midge Ure komponiert wurde. Foto: Maria Wedel
Gemeinsam mit weiteren deutschen Musikern engagieren sich Die Toten Hosen gegen die Krankheit Ebola. Der neubetextete Songklassiker „Do They Know It’s Christmas?“ von Bob Geldof und Midge Ure dient als Vorlage, um Geld zur Bekämpfung der Epidemie in Westafrika zu sammeln.

„Der Anruf kam von Bob Geldof persönlich“, erzählt Michael „Breiti“ Breitkopf, Gitarrist der Toten Hosen. „Und eigentlich dachte Campino, dass Geldof mit ihm über Fußball sprechen wolle.“
Geldof, irischer Rockmusiker und ehemaliger Sänger der Boomtown Rats, engagiert sich gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Midge Ure von Ulravox bereits seit 1984 mit dem Projekt „Band Aid“ mit weltweiten Benefiz-Konzerten und Plattenaufnahmen gegen Hungersnöte und Krankheiten. 1984 komponierten sie den Song „Do they Know it‘s Christmas“, an den Aufnahmen beteiligten sich damals Künstler wie David Bowie, Phil Collins, Sting und Paul McCartney. Konzerte und Plattenverkäufe erzielten hohe Verkaufszahlen, die Erlöse kamen stets karitativen Zwecken zugute.

Erstmals entstand auch eine deutsche Version

Heute, 30 Jahre später, wurde neben einer französischen auch erstmals eine deutsche Version des Klassikers aufgenommen. Für die Produktion konnte Geldof seinen langjährigen Freund Campino sowie die gesamte Band Die Toten Hosen gewinnen. Diese sprachen ihrerseits diverse deutsche Pop-Musiker an, mitzumachen. Schließlich schrieben Campino, Marteria und Thees Uhlmann den deutschen Text des Liedes und nahmen den Song unter anderem mit Philipp Poisel, Max Herre, Adel Tawil, Ina Müller, den Sportfreunden Stiller und der Düsseldorfer Band Broilers auf.
„Wir waren sehr gerne dazu bereit, das Lied zu texten und aufzunehmen“, erzählt Breiti, „denn schließlich geht es darum, Menschen auf den Kampf gegen die Ebola-Epedemie aufmerksam zu machen.“
Während ein Großteil der an diesem Stück beteiligten deutschen Musiker zu einer gemeinsamen Aufnahme des Stückes am 17. November nach Berlin kommen konnte, steuerten andere ihre Beiträge vor eigenen Konzerten nachträglich bei. So entstand, ähnlich der britischen Version, eine Collage verschiedener Gesangspassagen der Musiker.

Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden

Nicht alle sind mit dem deutschen Text einverstanden. Einige Pressekommentare verweisen auf die „Holprigkeit des Textes“ und eine gewisse „Inhaltsleere“. „Es war wirklich nicht leicht, einen durch und durch anspruchsvollen Text zu diesem schweren Thema und einem immerhin 30 Jahre alten Stück zu schreiben. Letztendlich sind wir mit dem Ergebnis aber zufrieden“, sagt Breiti. Und auch wenn das Stück aus einer anderen Zeit stammt – nicht so sehr die Musik zählt, „es geht um die Aktion“, betont der 1964 in Düsseldorf geborene Michael Breitkopf. Und die ist zugunsten der an Ebola erkrankten Menschen schon jetzt mehr als gelungen.
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2 Kommentare
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Manfred Wrobel aus Mülheim an der Ruhr | 02.12.2014 | 19:36  
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Sven-André Dreyer aus Düsseldorf | 03.12.2014 | 09:44  
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