Düsseldorf: Wasserschloß zu verkaufen! Ein Spaziergang in Kalkum

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Schloss Kalkum, Westseite mit Brücke zum Haupteingang
 
Erste Blüten im Februar
Ein sonniger Wintertag und ein traumhaftes Schloss, wunderbare Spiegelungen, Schattenspiele und Impressionen in Blau und Rosa:

Das Wasserschloss Kalkum mit seinem schönen Park im Norden Düsseldorfs ist ein Kleinod, aber sanierungsbedürftig. Nachdem 2014 die dort untergebrachte Zweigstelle des Landesarchivs NRW nach Duisburg zog, versucht das Land das gute Stück verkaufen, bisher ohne Erfolg. Die Bürgerinitiative "Schloss Kalkum" setzt sich dafür ein, dass auch bei einer privatwirtschaftlichen Nutzung der Schlosspark und zumindest Teile der Gebäude öffentlich zugänglich bleiben. Im Februar 2015 signalisierte die Stadt Düsseldorf zum ersten Mal, dass sie sich finanziell am Unterhalt der Anlage beteiligen könne, z. B. an der Pflege des Parks.

Vom Rittersitz zum Wasserschloss
Das einzige Wasserschloss in Düsseldorf ging aus dem mittelalterlichen Rittersitz der Herren von Kalkum hervor. Im 17. Jahrhundert wurde es zu einer barocken Dreiflügelanlage ausgebaut. Sein heutiges Aussehen erhielt es Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Grafenfamilie von Hatzfeldt hatte das Schloss im 18. Jahrhundert durch Heirat erworben und ließ es ab 1810 von dem Krefelder Baumeister Georg Peter Leydel zu einem repräsentativen klassizistischen Schloss mit markanten Ecktürmen umgestalten. Indem Leydel die älteren Backsteingebäude der Vorburg in den Schlossbau integrierte, schuf er eine geschlossene Vierflügelanlage.

Der Scheidungskrieg der roten Gräfin
Schloss Kalkum kam im 19. Jahrhundert durch den "Scheidungskrieg" der Gräfin Sophie von Hatzfeldt (1805 - 1881) in die Schlagzeilen: Nach ihrer Zwangsverheiratung führte sie acht Jahre lang etliche Prozesse gegen ihren Ehemann. Dabei vertrat sie der 20 Jahre jüngere Rechtsanwalt Ferdinand Lassalle (1825 - 1864), bekannt geworden als Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Weil Sophie von Hatzfeld sich wie Lassalle für die Ideen des Sozialismus engagierte, bekam sie den Beinamen "DIe rote Gräfin". Das ungleiche Paar war wohl mehrere Jahre auch privat liiert. Seit 1975 erinnert das barocke Gartenhäuschen an der Süd-Ostseite der Umfassungsmauer an Lassalle. Anlässlich seines 150. Geburtstags wurde der Pavillon als Gedenkstätte ausgebaut.

Der Park
geht auf den Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe zurück. Die wesentlichen Elemente sind auch heute noch vorhanden: Der englische Landschaftgarten im Westen, von wo eine Lindenallee auf das Portal des Herrenhauses zuführt, auf dem immer noch das Wappen der Familie von Hatzfeldt zu sehen ist. Als besonderer Kunstgriff erwies es sich, dass Weyhe den Schwarzbach kanalisieren ließ. Dieser speist im Norden den Schlossweiher und durchzieht den westlichen Park parallel zum Wassergraben des Herrenhauses. Gegenüber dem Küchenhaus auf der Südseite wurde der Nutzgarten angelegt.

St. Lambertus
Kalkum gehört erst seit der kommunalen Gebietsreform 1975 zu Düsseldorf. Es hat eine lange Ortstradition und konnte seinen dörflichen Charakter bewahren. Schon 1176 werden die Herren von Kalkum urkundlich erwähnt. Unmittelbar am Schlosspark liegt die Kirche St. Lambertus, eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika von Anfang des 13. Jahrhunderts. Das sorgfältig restaurierte Langersgut gegenüber der Kirche steht unter Denkmalschutz. Es ist ein charakteristisches dörfliches Anwesen aus der Zeit um 1800.

Ich hoffe, dass uns allen der Park und das Schloss erhalten bleiben und würde mich freuen, wenn Ihr mich beim Fotospaziergang durch Kalkum begleitet!

Quellen
wikipedia: Kalkum, Schloss Kalkum
Wolfgang Funken: Ars Publica Düsseldorf. Geschichte der Kunstwerke und kulturellen Zeichen im öfentlichen Raum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Bd. 3, Essen 2012, S. 1299 ff.
http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/locker...
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14 Kommentare
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 25.02.2015 | 17:14  
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Alfred Wolff aus Düsseldorf | 25.02.2015 | 17:59  
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Rainer Bresslein aus Wattenscheid | 25.02.2015 | 18:45  
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Regine Hövel aus Dinslaken | 07.03.2015 | 21:40  
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 08.03.2015 | 09:43  
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