Düsteres aus Düsseldorf: Kriminalroman "Uranprojekt" von Sebastian Thiel

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Januar 1945. Auf Oberkassel fallen Bomben. Die Explosionen sind laut. Trotzdem hören Nikolas Brandenburg und sein Vater ein leises Klopfen an der Tür. Sie öffnen. Es ist ein junger Mann. Er flüstert Nikolas noch fünf Buchstaben ins Ohr, dann stirbt er.


Wer war der Mann? Hat er etwas mit Nikolas Verbindungen zum französischen Widerstand zu tun? Wohin mit der Leiche? Fragen, die in dem neuen Kriminalroman „Uranprojekt“ von Sebastian Thiel recht früh aufkommen und nach und nach beantwortet werden. Handlungsort ist Düsseldorf, in den etzten beiden Monate des Zweiten Weltkriegs. Sebastian Thiel hat dafür die Orte und den Grad der Zerstörung in Düsseldorf mehrmals recherchiert. In meinem Büchern achte ich immer sehr darauf, dass sich der Leser in die damalige Zeit zurückversetzt fühlt“, sagt er. Er skizziert genaue Wege, etwa durch den Hofgarten, er nimmt die Leser mit in die Medizinische Akademie oder auch den Nordfriedhof.

Düster und beklemmend


Die Stimmung im Roman ist meist düster, beklemmend und angespannt. Und so soll sie auch sein. „Für einen Autor ist es ein großartiges Kompliment, wenn der Leser die Geschichte vor seinen Augen sieht, die Luft atmen kann“, so Thiel.
Natürlich ist sein Roman fiktiv, aber neben der Handlung recherchierte Thiel Fakten um Hahns Kernspaltung und den Uranverein nach. Die Geschichte um den ehemaligen Kriminalkommissar entspringt seiner Fantasie. Aber auch hier arbeitet er genau, zeichnet emotionale Spannungen zwischen Vater und Sohn nach, gibt dem Protagonisten mit dem Empfinden für zwei Frauen noch eine weitere schwierige Aufgabe mit auf den Weg und charakterisiert auch die Nebenfiguren stark.

"Stadt hat eine bewegende Geschichte"


So wird „Uranprojekt“ zu einem durch und durch spannenden Kriminalroman, das erst zuletzt die Frage beantwortet, wer in diesem garuenhaften Spiel gut und böse ist. Sebastian Thiel lebt selbst am Niederrhein, hat aber gute Gründe, warum er Nikolas Brandenburg zum zweiten Mal in Düsseldorf ermitteln lässt. „Die Stadt hat eine bewegende Geschichte. Man erinnere sich zum Beispiel an die Aktion Rheinland oder die Sprengung der Brücken“, so der Autor. „Uranprojekt“ ist die Fortsetzung von Thiels erstem Kriminalroman „Wunderwaffe“. Eine weitere Fortsetzung ist in Planung. „Nikolas macht eine weitere Entdeckung, die sein Leben verändern wird und ihn an einen längst vergessenen Schwur erinnert“, verrät Thiel und fügt an: „Unter diesen Voraussetzungen konnte ich gar nicht anders, als an einer Fortsetzung zu arbeiten.“
„Uranprojekt“ ist erschienen im Gmeiner Verlag unter der ISBN-Nummer 978-8392-1549-4.
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